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Projekt

28.04.2015

Mode aus Zeitungspapier

Partykleider und Roben aus Zeitungspapier haben die Teilnehmerinnen des Schnupper-Workshops „Kunterbunte Welten in Hülle und Fülle“ entworfen. Unser Foto zeigt die „Modeschaffenden“ mit Kursleiterin Renate Stoiber.
Bild: Wolfgang Hauck

Mädchen falten und kleben ihre Kleider selber. Dabei gab es einige Hürden zu überwinden

Ein Ballkleid, ein Kimono, ein sexy Partykleid, ein Faltenrock und viele modische Kleider mehr sind in der Lechturnhalle in Landsberg entworfen und der jeweiligen Trägerin quasi auf den Leib geschneidert worden. Um bei der Wahrheit zu bleiben: Nicht geschneidert, sondern gefaltet und geklebt wurden die außergewöhnlichen Roben. Und alltagstauglich waren die Kreationen auch nicht, denn spätestens beim nächsten Regenschauer würden sie an Wida, Midra, Jalda oder Erija kleben und sich auflösen. Denn die Mädchen haben ihre Kollektionen aus Zeitungspapier gefertigt.

Zwei Tage tauchten die Teilnehmerinnen am Jugendprojekt „Kunterbunte Welten in Hülle und Fülle“ ein in die Welt der Modedesigner und Laufsteg-Models. Das Projekt, das der Landsberger Kulturverein „dieKunstBauStelle“ gemeinsam mit den Partnern „Die Stelzer“ und der Mittelschule Landsberg in Angriff nimmt, startete mit einem Schnupperworkshop, geleitet von Renate Stoiber, der ehemaligen Leiterin der Kostümabteilung der Bayreuther Festspiele.

Mit Zeitungspapier, darunter natürlich auch Ausgaben des Landsberger Tagblatts, mit Buntstiften, Kleber, buntem Krepppapier und vor allem viel kreativer Energie gingen die Teilnehmerinnen ans Werk. Die Schülerinnen aus Afghanistan, Lettland und Landsberg waren mit Feuereifer am Werk. Allerdings brauchte es ein bisschen Zeit, bis der kreative Funke in jeder Teilnehmerin gezündet war. „Entwerft eine Collage zum Thema des Workshops“, stellte Renate Stoiber als eine Aufgabe. Schnell merkten die Teilnehmerinnen, wie viel Einfallsreichtum in ihnen steckt und es entstanden kunterbunte Bilder mit Ausschnitten aus den unterschiedlichsten Zeitschriften.

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Die nächste Hürde, die es zu nehmen galt, war die, unbekleidete Barbiepuppen nur mittels Stecknadeln und Blumen-Krepp in verschiedenen Farben einzukleiden. „Wie soll das denn gehen? Was kann ich der Puppe denn anziehen?“ Die Köpfe rauchten, so manche Hand zitterte beim ersten Versuch, ein Kleidungsstück aus dem zarten, dehnbaren Material zu falten. Die Teilnehmerinnen staunten selbst nicht schlecht über das, was sie ihren Mini-Models auf den Leib gezaubert hatten. Die größte, und für die Mädchen beeindruckendste Aufgabe war, sich selbst einzukleiden. Nicht mit Stoff, nicht mit Nadel und Faden und erst recht nicht mit der Nähmaschine. Sondern mit Zeitungspapier, rotem Krepp und Klebeband. „Das hat unheimlich Spaß gemacht, war aber auch ganz schön anstrengend“, resümiert Jalda. Der 17-Jährigen hat es der Kimono einer Geisha angetan. Ihre Barbiepuppe durfte ihn tragen. An sich selbst sah die Schülerin aus Afghanistan, die seit etwa einem Jahr in Deutschland lebt, lieber ein Hochzeitskleid.

„Nähen kann ich nicht“, lacht Mitra. Dass aber auch ganz ohne Nähkenntnisse tolle Kostüme entstehen können, hat sie am meisten fasziniert, sagte sie unserer Zeitung. In tollen Theaterkostümen auf der Bühne stehen, ja, das wäre etwas für sie. Aber nur in der Freizeit, denn Mitra möchte schließlich Ärztin werden. „Wir hatten zu Anfang einfach nicht verstanden, was wir beim Thema Collage machen sollten“, lachen die beiden Schwestern Jalda und Wida. Aber Spaß gemacht habe es trotzdem. Und das Kleid, das die beiden für ihre Barbiepuppen entworfen haben, würden sie sofort auch selbst anziehen.

Wer von den Teilnehmerinnen am Schnupper-Workshop das Projekt „Kunterbunte Welten in Hülle und Fülle“ weiterarbeiten wird, ist noch nicht sicher. Lust hätten sie alle, doch das eine oder andere Terminproblem müsse noch gelöst werden. Der große Workshop wird in den Sommerferien stattfinden. Zum Abschluss präsentieren die „Modedesignerinnen“ dann im Rahmen der „Langen Kunstnacht“ am 19. September, ihre Kreationen. „Die Kostüme werden aus alltäglichen Materialien wie Gummihandschuhen, Kabelbindern Filz, Papptellern und vielen wiederverwertbaren Materialien hergestellt“, erzählt Kursleiterin Renate Stoiber.

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