1. Startseite
  2. Lokales (Landsberg)
  3. Moritz Hartmann will Oberbürgermeister in Landsberg werden

Landsberg

13.09.2019

Moritz Hartmann will Oberbürgermeister in Landsberg werden

Hartmann004.jpg
2 Bilder
Die Grünen haben Moritz Hartmann (Mitte) als Kandidat für die Oberbürgermeisterwahl im März aufgestellt. Wie mal grün-alternativ in einer Gemeinde handelt, stellte dabei der Uttinger Bürgermeister Josef Lutzenberger (links) dar.
Bild: Julian Leitenstorfer

Die Grünen nominieren den Stadt- und Kreisrat für die Wahl im März. Der 43-Jährige verspricht mehr Bürgerbeteiligung und benennt Wohnen, Verkehr und Klimaschutz als Hauptthemen.

OB-Kandidat Numero zwei in Landsberg steht fest: Die Grünen haben am Freitagabend Moritz Hartmann nominiert – und zwar einstimmig. Alle im Sportzentrum anwesenden 17 Parteimitglieder stimmten für den 43-jährigen Stadt- und Kreisrat.

Die Kandidatenaufstellung war nur noch eine Formsache. Seine Bereitschaft, den amtierenden Oberbürgermeister Mathias Neuner (CSU) herauszufordern, hatte Hartmann bereits zu Beginn der Sommerferien erklärt. Jetzt hoben ihn die Landsberger Grünen offiziell auf den Schild. Weitere Interessenten an einer Kandidatur hatten sich zwischenzeitlich nicht gemeldet. Nach ziemlich genau einer Stunde konnte Versammlungsleiterin Ulrike Gömmer – neben Hartmann Sprecherin des Grünen-Ortsverbands – die Veranstaltung bereits beenden. Und es wäre noch schneller gegangen, hätten sich die Landsberger Grünen nicht zuvor noch vom Uttinger GAL-Bürgermeister Josef Lutzenberger auf ein mögliches Regieren anhand der von ihm gemachten Erfahrungen einstimmen lassen.

Auf Augenhöhe mit den Landsbergern

Hartmann selbst baute seine Bewerbungsrede auf sechs Eckpunkte auf. Über allen Sachfragen stellte er die Zusicherung, eine Beteiligung der Bürger auf Augenhöhe zu gewährleisten. Bürgerbeteiligung müsse über die Anforderungen etwa des Baugesetzbuches hinausgehen. Bei der Bauleitplanung gehe es den Menschen oft nicht nur um die Bauweise, sondern zum Beispiel auch darum, wie sich dadurch auch die Nachbarschaft verändern könne. Und es dürfe auch nicht so laufen wie jüngst bei der Skateranlage, die für die Baustelleneinrichtung für den Lechsteg weichen musste. Da sei zwar zunächst mit den Jugendlichen gesprochen worden, was dann aber gemacht werden sollte, hätten diese zunächst nicht erfahren, so Hartmann.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Bei den Sachthemen stellte Hartmann das Stichwort „Wachstum“ voran. Wachstum dürfe angesichts der sehr gesunden wirtschaftlichen Situation in der Stadt nicht um jeden Preis angestrebt werden. „Wir müssen sinnvoll und sparsam mit unseren Flächen umgehen und eine zielgerichtete und ökologische Siedlungspolitik machen“, forderte er.

Mehr Klimaschutz und mehr Lebensqualität

Wachstum habe auch mit Verkehr zu tun, führte Hartmann weiter aus: „Wir brauchen eine Mobilitätswende hin zu Radfahren, Zu-Fuß-Gehen und ÖPNV.“ Nur dann, wenn dies bequemer und schneller gehe, seien die Menschen bereit, zum Beispiel mit dem Rad zu fahren. Dazu müssten die Verkehrsflächen gerecht aufgeteilt werden. Eine solche Verkehrswende werde auch mehr Lebensqualität in die Stadt bringen.

Eine Wende will Hartmann auch für den Klimaschutz herbeiführen. Als konkrete Absicht nannte er in diesem Zusammenhang ökologischen Landbau im Spitalgut und als großes Ziel eine „klimaneutrale Stadt“.

Utting als Vorbild für Landsberg?

Andere Akzente als bisher will der grüne OB-Kandidat auch beim Wohnungsbau setzen. „Wir müssen schauen, dass Landsberg eine Stadt für alle bleibt“, machte Hartmann klar. Sozialer Wohnungsbau im Rahmen der Sozialgerechten Bodennutzung (SoBoN) reiche nicht aus, die Stadt müsse selbst in den Wohnungsbau einsteigen.

Unter anderem wie das gehen kann, hatte zuvor der Uttinger Bürgermeister Josef Lutzenberger am Beispiel des Schmucker-Geländes geschildert. Das sei auch ein Beispiel dafür, dass man als Bürgermeister „die Dinge packen muss, wenn sich der Schopf zeigt“. Und ebenso wichtig sei es gerade bei ökologischen Vorhaben oder auch dem Wohnungsbau auf dem Schmucker-Gelände, die Bürger mitzunehmen: „Man darf niemanden überfallen, sondern muss es erklären.“

Lutzenberger war 2008 in Utting gelungen, was die Landsberger Grünen 2020 anstreben. Er hatte gegen den amtierenden CSU-Rathauschef kandidiert – und die Wahl gewonnen.

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren