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Eching

17.11.2019

Mückenplage: So fallen die Reaktionen zum Bürgerentscheid aus

In Eching will man der Mückenplage nach Hochwasser jetzt Einhalt gebieten. Die Bürger haben mehrheitlich dafür gestimmt, dass die Gemeinde Bekämpfungsmaßnahmen beantragt.
Bild: Julian Leitenstorfer (Symbolfoto)

Plus Die Mehrheit der Echinger will, dass die Gemeinde die Insekten biologisch bekämpft. Was Gegner und Befürworter sagen und warum man jetzt nach München blickt.

Eching will sich gegen sommerliche Mückenplagen wehren: Mit 79,5 Prozent der Stimmen hat sich eine klare Mehrheit dafür ausgesprochen, dass die Gemeinde sich um eine Genehmigung bemüht, Überschwemmungsmücken biologisch bekämpfen zu dürfen. Wir haben nach der Wahl mit Gegnern, Befürwortern und Bürgermeister Siegfried Luge gesprochen.

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Die Fragestellung des Bürgerentscheids lautete: „Sind Sie dafür, dass die Gemeinde Eching am Ammersee die Genehmigung bei der Oberen Naturschutzbehörde zur Ausbringung des Bakterienextraktes BTI (bacillus thurengiensis israelensis) auf den als Mückenbrutstätten festgestellten Überschwemmungsflächen durch Drohnen und Handspritzgeräte beantragt, wenn die Obere Naturschutzbehörde aufgrund einer Mückenplage eine solche Genehmigung in Aussicht stellt.“ Die Wahlbeteiligung lag bei 66,2 Prozent, ein hoher Wert für einen Bürgerentscheid. Von 1404 Wahlberechtigten haben 928 eine gültige Stimme abgegeben, 738 votierten für Ja, 190 für Nein.

Freude über die hohe Wahlbeteiligung

„Das ist ein klares Votum an die Gemeinde“, sagte Bürgermeister Siegfried Luge. Er freue sich über die hohe Wahlbeteiligung und sei stolz auf die Echinger. Die Gemeinde habe bei Wahlen immer eine der höchsten Beteiligungen im Landkreis. Freude auch bei Rainer Jünger von der Initiative „Mückenplage? Nein Danke!“, die sich für eine Mückenbekämpfung im Ammerseebereich einsetzt. „Ich freue mich für die Echinger Bürger.“ Jünger geht davon aus, dass dieser Bürgerentscheid auch ein Impuls für die anderen Gemeinden ist, die von Überschwemmungsmücken besonders betroffen sind. „Das sind Inning, Dießen und Herrsching.“

Mückenplage: So fallen die Reaktionen zum Bürgerentscheid aus

Die BTI-Befürworter argumentiert unter anderem damit, dass während einer Mückenplage in vielen Gärten Breitbandpestizide eingesetzt würden und dem ein Einsatz des biologischen Mittels BTI vorzuziehen sei. Jünger hat gemeinsam mit einem Spezialisten auch Proben im Echinger Kläranlage genommen, und spricht von einem dort festgestelltem erhöhten Wert bestimmter Wirkstoffe, die gegen Mücken eingesetzt werden.

Wird auch die Zuckmücke vernichtet?

Skeptisch bleiben die AmmerseeMücken, eine Organisation, die unter anderem auf die Förderung natürlicher Fressfeinde der Mücken setzt. Sprecherin Sabine Pittroff findet aber auf jeden Fall die hohe Wahlbeteiligung toll. Das zeige, wie betroffen die Echinger seien. Ihr war wichtig, dass ihre Organisation vor dem Bürgerentscheid über kritische Untersuchungen zum BTI-Einsatz informiert hat und es auch Rückmeldungen aus Eching gab.

Ein Thema beim BTI-Einsatz ist die Frage, inwieweit auch Zuckmücken, eine wichtige Nahrungsgrundlage vieler Tierarten, vernichtet werden, beziehungsweise, ob die Reduzierung der Mücken an sich ein Problem darstellen könnte. Pittroffs Erfahrung ist, dass beispielsweise Schwalben und Fledermäusen die Nahrung fehle. Sie habe Mitgefühl mit den Echingern, „mir geht es aber um die Natur“.

Jetzt blicken alle nach München

Wie geht es jetzt weiter? „Wir werden darüber noch im Gemeinderat sprechen und einen Antrag bei der Regierung stellen“, sagte Bürgermeister Luge. Er sei gespannt, welche Auflagen die Obere Naturschutzbehörde machen werde. Luge geht davon aus, dass als nächster Schritt der Auftrag ausgeschrieben wird, die Brutstätten für Mücken zu kartieren. Gutachten müssten auch feststellen, welche Mücken dort vorkämen, so Luge. Erst wenn diese Untersuchungen getätigt sind und München sein Okay gegeben hat, kann mit einem BTI-Einsatz begonnen werden – aber auch nur, wenn eine bestimmte Zahl an Mückenlarven überschritten ist. Dass 2020 alle Voraussetzungen erfüllt sind, glaubt Luge nicht. Der Bürgermeister will die Bekämpfung auch nicht alleine an eine Firma vergeben. BTI solle auch mit der Handspritze ausgebracht werden: „Ich erwarte schon, dass die Bürger dann mit angreifen.“

Einen Kommentar zum Thema lesen Sie hier: Bürgerentscheid Mückenplage: Ein Signal über Eching hinaus

Alles Wissenswerte zum Bürgerentscheid: Mückenplage: Worüber die Echinger heute abstimmen

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