Doppelkonzert

25.09.2018

Musik fürs Kopfkino

Evelyn Huber und Gabriel Mientka bei ihrem Auftritt. <b>Foto: Thorsten Jordan</b>
Bild: Thorsten Jordan

Ein gelungener musikalischer Auftakt im Stadttheater

Landsberg Wenn im Stadttheater melancholisch-wilde Akkordeonklänge ertönen, wenn eine Harfe mal jazzig-verspielt, mal rhythmisch-kraftvoll den Raum füllt, ja, dann können das nur Musiker von Quadro Nuevo sein. Mit Evelyn Huber und Andreas Hinterseher eröffneten zwei der Künstler der „europäischen Antwort auf den argentinischen Tango“ mit ihrem jeweiligen Soloprogramm die Saison. Es zeichnet die Musiker aus, dass sie sich auch in anderen musikalischen Genres zu Hause fühlen.

„Musik fürs Kopfkino“ versprach die Ankündigung für das Doppelkonzert, und Edmund Epple sprach gar von „der Musik als der Kunstform, die uns am radikalsten in den Augenblick versetzt“. Nicht zu viel versprochen. Zunächst zu Andreas Hinterseher, der ohne Begleitung auf dem Akkordeon zauberte. Gleich das erste Stück vom großen Jazz-Akkordeonisten Richard Galliano entführte gedanklich in ein Pariser Café, wo man an einem wolkenverhangenen Regentag vom unerreichbaren Liebsten träumen konnte. Eine melancholische Mischung aus Tango und Jazz. Mit trockenem bayerischem, fast schon valentineskem Humor führte Andreas Hinterseher durch sein Programm, das in der Solovariante bislang nur selten zu hören war.

Dann: Auftritt der Harfenistin Evelyn Huber mit ihrem grandiosen Quartett „Inspire“. Kamen bei Andreas Hinterseher einzelne Episoden und szenenhafte Bilder ins eigene Kopfkino, so „sah“ man bei Evelyn Huber ganze Filme. Die unglaublich sensible und gefühlvolle Rhythmik des südindischen Perkussionisten Ramesh Shotham, mit dem vielfältigen Pianisten Matthias Frey, der seinen „präparierten Flügel“ auch als Klangkörper verwendete, dazu der gesammelte Herzschmerz des Cellos von Gabriel Mientka. Darüber die mal kräftig-pulsierenden, mal sanften, mal wilden, mal ruhig-gezupften Jazz-Harfenklänge von Evelyn Huber. Ein Abend voll tief gehender Melancholie, feinfühliger Momente, großer Dramatik, zart-pulsierender Rhythmik und sphärischen Entgleitens.

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