Ammerseerenade

25.09.2018

Musik vor dem Dinner

Die Sopranistin Lauren Francis schlüpfte in verschiedene Rollen. <b>Foto: Löbhard</b>
Bild: Löbhard

Die Sopranistin Lauren Francis erhält früh Bravorufe

Achselschwang Konrad und Veronika Wolfmiller, die Wirtsleute vom Finninger Staudenwirt, hatten für das schon traditionelle Dinner des Klassikfestivals Ammerseerenade eine Speisenauswahl zusammengestellt, die herrliche Gaumenfreuden verhieß. Davor allerdings stand für die Gäste im Braunviehstall des Staatsguts Achselschwang ganz feiner Musikgenuss.

Die Ammerseerenaden-Macher Doris Pospischil und Hans-Joachim Scholz hatten die Sopranistin Lauren Francis in München erlebt, waren begeistert und engagierten sie kurzerhand. Der tosende Applaus und die stürmisch geforderten Zugaben am Ende des Konzerts bewiesen: Die Entscheidung war eine richtige. Die aus Wales stammende, bei München lebende Sängerin hat ein breit gefächertes Repertoire. Gemeinsam mit Klavierbegleiter Stellario Fagone entführte sie die Zuhörer auf einen Streifzug durch Oper, Operette und Musical.

Die beiden Musiker entpuppten sich als gut eingespieltes Team. Fagone, Leiter des Kinderchors und Stellvertretender Chordirektor an der Bayerischen Staatsoper, hat einige Jahre Erfahrung als Korrepetitor gesammelt. Das war bei seiner Begleitung am Flügel zu spüren. Und Lauren Francis? Sie ist eine ausdrucksstarke, lebhaft schauspielernde Sängerin mit einer großen, die riesige Halle mühelos ausfüllenden Stimme. Francis und Fagone servierten Lieder, die wohl die meisten der Besucher zumindest schon mal gehört hatten, die vielleicht sogar zum Mitsummen verlockten. Lauren Francis lebte die verschiedenen Rollen förmlich, schlüpfte in die Personen, die sie in den Arien verkörperte.

Schon nach dem dritten Stück, einem Ausschnitt aus Franz Lehars „Paganini“ gab es deshalb völlig zu Recht erste Bravorufe. Fledermaus, Csardasfürstin – es war jedes Mal ein Genuss, ihr zuzuhören. „Memory“ aus „Cats“, Sisis Bekenntnis zu sich selbst, das sind Musical-Hits, deren Inhalte Francis hinreißend lebte. Mittendrin und sehr ergreifend: „My Little Welsh Home“, eine Reminiszenz an ihre Heimat.

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