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Konzert

08.10.2011

Musikalisch farbenreich

Vox Villae in St Ottilien sang das Oratorium „Im Anfang war das Wort“ in der Klosterkirche.
Bild: Foto: Alois Kramer

Chor Vox Villae in St. Ottilien

St. Ottilien – Welch’ großartiger Satz ist das: „Im Anfang war das Wort“. Im Altgriechischen wird „Wort“ mit „Logos“ übersetzt. Das bedeutet aber mehr als nur „Wort“, es bezeichnet Struktur, Gerüst, Erkenntnis. Ein gewaltiges Unternehmen ist es, den Prolog zum Johannes-Evangelium, in dem dieser Satz zu Beginn steht, in musikalische Sprache zu übersetzen.

Am Sonntagnachmittag führte der gemischte Chor Vox Villae, aus Weil zusammen mit den zwei Gesangssolisten Teresa Tièschky (Sopran) und Matthias Winckhler (Bariton) und der Soloviolinistin Isabel Schreiner das Oratorium „Im Anfang war das Wort“ des österreichischen Komponisten Lorenz Maierhofer, Jahrgang 1956, in der Klosterkirche von St. Ottilien auf. Begleitet wurden die Solisten von Marianne Lösch an der Orgel und einem kleinen Kammerorchester. Dr. Karl Heinz Moser dirigierte. Es war eine beachtliche Leistung der Damen und Herren des Chores, der Solisten und Instrumentalisten.

Maierhofers Oratorium ist tonal gehalten, dieses Gebet verweigert sich nicht der Melodiosität. Die Musik versucht den Inhalt vom Beginn der Schöpfung bis zur Menschwerdung Gottes in Gestalt von Jesu Christi in einem guten, nicht übertriebenen Spannungsbogen und musikalisch farbenreich, dabei doch mit zurückhaltender Instrumentierung, zu illustrieren. Die Solisten tragen Rezitative vor, die von der Orgel begleitet werden, die elf Chorteile haben weitestgehend Psalmen als Grundlage. Sie werden durch Soli von Sopran und Bariton paraphrasiert. Interessant ist der Wechsel beim Spiel der Soloviolinistin vom Pizzicato zum Bogen, den Maierhofer vorgeschrieben hat. Dadurch bekommt das Oratorium eine wunderbare Abwechslung und Frische. Ganz vorzüglich war hier die junge Isabel Schreiner. Sie phrasierte gekonnt. Ihre Violine erklang in der Akustik des Kirchenraumes beeindruckend. Die Angaben des Komponisten wie „überzeugt“ oder „vertrauensvoll“ oder „einladend“ für die Solovioline hatte sie ganz hervorragend interpretiert. Auch Tièschky und Winckhler sangen ihren Part mit erstaunlicher Sicherheit, guten Stimmen und Volumen. Der Text konnte bestens verstanden werden. So gefreut hat sich das Publikum in der vollbesetzten Klosterkirche, dass es sich als Zugabe den Schlussssegen nochmals erklatschte. Eine rührende und anmutige Geste. (kram)

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