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29.06.2009

Musikalische Reise an die Moldau

Landsberg (löbh) - "Eigentlich sollte es ja ein Sommerfest werden, jetzt haben wir ein Wasserfest", sagt Marion Wittig, Leiterin beim Landsberger BRK-Kindergarten "Regenbogen". Das Wasserfest passt aber gut zu dem Ausflug in die Klassik, von dem Paula Print erfuhr und der ihr Interesse geweckt hat, findet sie. Die Vorschulkinder haben nämlich die Moldau mitten durch den Mehrzweckraum plätschern lassen. Natürlich nicht in echt, sondern mit der Komposition "Die Moldau" von Friedrich Smetana.

Das Musikstück ist eine sinfonische Dichtung, was bedeutet, dass die Musik eine Geschichte erzählt. Und diese Erzählung haben die zukünftigen Schulkinder für Eltern und Geschwister und für ihre jüngeren Freundinnen und Freunde im Kindergarten, sichtbar gemacht. Die Musikpädagogin Elena Kasina hat dafür mit den Kindern wochenlang geprobt.

Als die Zeitungsente einwatschelt, sind alle schon ganz aufgeregt. "Ich bin ein Jäger", erzählt Philipp und schreibt auch gleich seinen Namen in Paulas Block, "damit er richtig ist." Ein Hund hoppelt vorbei, Anastasia ist Orchestermitglied. In märchenhafter Verkleidung stellt sich Ceyda als Nymphe vor. Mit einem Mal verschwinden alle hinter der Bühne, eine Querflöte beginnt zu spielen - das ist die erste Quelle der Moldau. Eine zweite Flöte malt Girlanden um die Melodie der ersten und passt sich an, schon wächst das musikalische Rinnsal zum Bach, dessen Wasser gegen Steine schlägt.

Sechs Kinder fließen am Ende als "Moldau" in großen Schleifen durch das Land. Ganz toll für Paula: Das musikalische Hauptmotiv, das den Fluss charakterisiert, klingt ein bisschen wie "Alle meine Entchen". Viel erlebt das Wasser auf seiner Reise. Bauern sind auf dem Feld bei der Ernte, Tiere springen herum, Waldhörner kündigen Jäger an. Ein Hochzeitspaar tanzt Polka, im Sternenlicht schweben Nymphen über das Wasser. Dazwischen erklingt immer wieder das Moldaumotiv. Plötzlich wird die Musik ganz verrückt. Die "Johannisschnellen" zerfetzen die Moldau und ihr Motiv, die Moldau-Kinder wirbeln durcheinander und Paula ist froh, dass sie nicht am echten Wasser sitzt. Da würde es ordentlich spritzen und gischten!

Nach den wilden Stromschnellen beruhigt sich der Fluss und fließt mit majestätischen Klängen, ruhig und breit auf die Stadt Prag zu. Die Musik wird leiser, die Instrumente werden weniger, die Moldau verschwindet langsam von der Bühne. Jetzt verbindet sie sich mit den Wassern der Elbe, weiß Paula Print, die wie alle anderen Zuschauer, ganz hingerissen ist von der Musik und dem Singspiel.

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