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Dießen

24.01.2019

Musiksalon: Mister Supercharge ist immer unter Strom

Albie Donnelly (links, Sax), Michael Lutzeier (Mitte, Bariton-Sax) und Horst Bergmeyer (Jazz-Orgel und Keyboard) spielten im „Musiksalon“.
Bild: Andreas Frey

Michael Lutzeier hat den legendären Albie Donelly zu Gast. Ein Saxophonist der Sonderklasse.

Mit einem Urgestein des Jazz startete der „Musiksalon Dießen“ ins Jahr 2019. Für das Auftaktkonzert umgab sich der renommierte Saxofonist Albie Donnelly, früher mit der Formation „Supercharge“ unterwegs, quasi kammermusikalisch mit nur zwei Mitstreitern: Mit Uwe Petersen am Schlagzeug und mit Horst Bergmeyer an Jazz-Orgel und Keyboard. Die reduzierte Anzahl der Instrumentalisten nahm der Musik aber nichts an druckvoller Spannung, wie sich die Zuhörer an gleich drei Abenden überzeugen konnten. Jeder Auftritt wurde förmlich überrannt.

Es wummert wunderbar altmodisch

„Wir hatten Gäste bis aus Freiburg, Ulm und Ansbach“, sagte Impresario Michael Lutzeier, und freute sich vor allem, dass dank einiger Extra-Stühle alle Platz fanden. Albie Donnelly griff mit seinem Warming-Up tief in die Blues-Kiste. In „Everyday I have the Blues“ begeisterte der Liverpooler gleich mit seiner rau timbrierten Stimme und Pianist Horst Bergmeyer demonstrierte, dass es von der Marke „Hammond“ auch neue Orgeln gibt, die auf wunderbare Weise altmodisch wummern.

Der Sänger lobt seine Mutter

Viel zur Atmosphäre trugen die Anekdoten bei, die der Brite in langsamem Englisch erzählte. Da ging es unter anderem um die einzige Frau, die den Sänger attraktiv und begabt gefunden habe: „My mother.“ Der Humor setzte sich musikalisch fort. Im wiederum selten zu hörenden „Whisky drinking woman“ knurrte Donnelly die Textspitzen so punktgenau zugespitzt ins Mikro „She’s drinkin’ whisky like a horse“, dass viele Zuhörer ins Lachen kamen.

Mit diesen bluesigen Rückgriffen war es nicht getan. Ein knackiger BeBop machte einem schmonzettigen Evergreen Platz: „I live on a lonely avenue“, wunderbar sensibel am Schlagwerk untermauert. Bei „I ain’t got nothing but the blues“ ließ der Drummer sogar tiefe Fußtrommel und Holzklapperl gleichzeitig zu seiner inspirierten Becken-Perkussion mitlaufen. Den „Big Boss Man“ sang Bergmeyer und legte dazu am tiefen Keyboard ein fetziges Boogie-Intermezzo drauf. Donnelly nahm den Ball auf und wirbelte mit dem Saxofon den letzten Staub von dem knapp 60 Jahre alten Text. Als dann noch Gastgeber Michael Lutzeier so richtig mitmischte, lag Partystimmung in der Luft. Angesichts dieser Doppel-Bläser-Power wollten die Zugabeforderungen kein Ende nehmen, und sie wurden unter anderem mit „Caledonia“ und dem „Hoochie Coochie Man“ kraftvoll erfüllt.

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