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11.05.2019

Mutige Reisen und die Sehnsucht nach Ferne

Winterfahrt auf der Isar. Carmen Rohrbach, Deutschlands wohl bekannteste Reisebuchautorin, erzählt bei den Kreiskulturtagen von ihren mutigen Reisen und ihrer Sehnsucht nach der Ferne.
Bild: Carmen Rohrbach

Die Kreiskulturtage stehen heuer unter dem Motto „Mut“, das bei Vorträgen und Filmen thematisiert wird. Die Autorin Carmen Rohrbach aus Schondorf erzählt über die Einsamkeit auf ihren Touren

Sie bewies in den 1970er-Jahren viel Mut, als sie schwimmend versuchte, aus der DDR zu fliehen. Auch zeigte sich Deutschlands wohl bekannteste Reisebuchautorin äußerst mutig, wenn sie als Frau allein im Jemen, in der Mongolei oder auf den Galapagos-Inseln unterwegs war. Carmen Rohrbach lebt in Schondorf. Von dort bricht sie immer wieder zu ihren Reisen auf. Während der Kreiskulturtage berichtet sie am Sonntag, 26. Mai, von ihrer Sehnsucht nach der Ferne und ihren mutigen Reisen durch die gefährlichsten und einsamsten Gegenden unserer Welt. Der Vortrag wird vom Schondorfer Kreis veranstaltet, der auch zwei Filme zeigt: „Die weiße Rose“ von Michael Verhoeven (12. Mai) und „Georg Elser – Einer aus Deutschland“ von Klaus-Maria Brandauer (19. Mai).

Über den Mut in der Baukultur berichtet der Architekt Vinzenz Dufter am 15. Mai im Landratsamt. Kinder und ältere Menschen sind besonders auf tägliche Kontakte angewiesen. Kann eine Siedlung diese Kontakte ermöglichen und zugleich Privatheit herstellen? Dufter, der im Landesverein für Heimatpflege tätig ist, stellt sichtgeschützte Freibereiche, autofreie Innenhöfe und Filterzonen zwischen Öffentlichkeit und Privatheit vor. Die Spannweite reicht von Wohnsiedlungen mit Gemeinschaftshäusern, wie sie in Skandinavien anzutreffen sind, bis hin zu nicht eingezäunten Grün- und Freizeitflächen vor den Häusern. Gerade in Deutschland sind solche Modelle nicht so leicht umsetzbar.

Zu einem literarischen Spaziergang von Schondorf nach Utting lädt der Brecht-Experte Kurt Idrizovic aus Augsburg am 19. Mai ein. Auf den Spuren der Familie Brecht startet die Wanderung am Bahnhof Schondorf zu den Wohn- und Ferienorten bis zum Haus der Familie Schirmböck. In Utting vollendeten Kurt Weill und Bert Brecht die Dreigroschenoper. Dort erwirbt Brecht auch 1932 das Haus, das er lyrisch im Gedicht „Zeit meines Reichtums“ verarbeitet. Mit Brecht-Texten und -Liedern endet der Spaziergang auf der Sonnenterrasse des Augsburger Segler-Clubs in Utting. 1919 entdeckte Brecht mit seiner Jugendliebe Paula den Ammersee für sich. 1928 kam er zur Sommerfrische aus Berlin nach Utting. Das dort von ihm erworbene Haus nutzte er aber nur kurz, denn 1933 floh er vor den Nationalsozialisten. Das Haus war noch bis 1953 im Familienbesitz.

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Eine dokumentarische Lesung mit Bestsellerautorin Alexandra Cavelius und der Schauspielerin Miriam Kendler wird am 25. Mai in der Landsberger Säulenhalle veranstaltet. Zu den Texten werden Bilder, Filmszenen und Fotos eingespielt. Zu einem mentalen Resumee laden Catherine Koletzko, der Sprachwissenschaftler Max Kretschmann, der Kunsthistoriker Hartfrid Neunzert, der Philosoph und Journalist Alois Kramer sowie die Künstlerin Katinka Schneeweis ein. Sie reisen mit dem Publikum von Unmut zu Anmut, von Löwenmut zu Sanftmut, von Lebensmut zu Todesmut.

Mit einem bunten Kulturprogramm auf der Bühne und einer Party im Foyer werden die Kreiskulturtage 2019 des Landkreises Landsberg am heutigen Samstag um 20 Uhr im Landsberger Stadttheater feierlich eröffnet (LT berichtete). Mit 38 Veranstaltungen und rund 150 Künstlern gehen die 2. Kreiskulturtage diesmal an den Start. Zwei Wochen lang und an insgesamt drei Wochenenden (vom 11. bis 26. Mai) werden sich Künstler verschiedener Genres mit dem diesjährigen Motto „Mut“ auseinandersetzen.

Im Internet

www.kreiskulturtage-landsberg.de

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