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Landsberg

27.05.2019

Mutter und Tochter greifen nach Discobesuch die Polizei an

Zwei Frauen standen jetzt vor dem Amtsgericht Landsberg. Sie mussten sich wegen des Angriffs auf die Polizei verantworten.
Bild: Bernd Hohlen (Symbolbild)

Es war ein Muttertagsausflug der besonderen Art: Eine 43-Jährige und ihre Tochter bekommen Ärger in einer Disco. Als die Polizei anrückt, eskaliert die Situation. So fällt die Strafe aus.

Das war ein teurer Muttertagsausflug: Weil die 43-jährige Mutter und ihre 20-jährige Tochter vor einer Diskothek im Landkreis heftig randaliert, zwei Polizisten geschlagen, beleidigt und in einem Streifenwagen erheblichen Sachschaden angerichtet haben, mussten sich die vorbestraften Frauen jetzt vor Gericht verantworten. Die Tochter kam mit zwei Freizeit-Arresten und 400 Euro Geldbuße davon. Ihre Mutter muss hingegen tief in die Tasche greifen: Ihr wurden von Richter Alexander Kessler 6000 Euro – 150 Tagessätze zu je 40 Euro – aufgebrummt.

Doch warum haben sich Tochter und Mutter im Mai 2018 gegen 1.45 Uhr derart aufgeführt, wie ihnen die Anklage zur Last legt? Die Tochter war von Sicherheitsleuten vor die Tür gesetzt worden. Sie empfand das als ungerecht. Wie die 20-Jährige im Gerichtssaal sagte, sei sie in der Disco von einem Unbekannten angemacht worden, habe sich darüber geärgert und ihrem Unmut Luft gemacht. Zur Sache gegangen sei es dann im Hof vor der Disco: Eine Polizistin, die mit einem Kollegen wegen einer anderen Sache zu dem Lokal gerufen worden war, berichtete vor Gericht, die junge Frau habe getobt, als auf sie zugekommen sei, um sie zu beruhigen.

Die junge Frau attackiert die Polizistin

Die Angeklagte habe sogar auf die Polizistin eingeschlagen und ihr „unendlich viele ordinäre Ausdrücke“ an den Kopf geworfen. Sie musste gefesselt werden, damit man sie in den Streifenwagen bringen konnte. Bevor das geschafft war, bekam auch der Polizist noch Schläge von der aufsässigen Frau ab. Dann ging das Hauen und Schreien erst richtig los: „Die Tochter tobte im Auto, und die Mutter davor“, schilderte die Polizeibeamtin die aktuelle Situation. So musste eine weitere Streife angefordert werden, damit die beiden Frauen – getrennt in zwei Fahrzeugen – zur Inspektion gebracht werden konnten. Obwohl gefesselt, soll die 20-Jährige im Auto mit Händen und Füßen einen Sachschaden von über 2000 Euro verursacht haben. Diesen hat sie von sich aus bereits beglichen.

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Dass die zwei am Muttertag so außer sich waren, soll mehrere Gründe gehabt haben: Die Tochter will den Ausraster im Zusammenhang mit einem Raubüberfall, in Verbindung mit einer versuchten Vergewaltigung, im Herbst 2017 sehen. Seither will dieser Vorfall „immer wieder hochkommen“, wenn ihr fremde Männer unvermittelt in die Nähe kommen. Für den Richter war das keine Begründung. Er konnte zwischen den beiden Taten keine Verbindung erkennen. Zu einem späteren Zeitpunkt sollen bei der Tochter posttraumatische Störungen festgestellt worden sein.

Beide Frauen waren stark betrunken

Als strafmildernd führte ihr Verteidiger, Rechtsanwalt Uwe Paschert, den Atemalkoholwert von 2,18 Promille ins Feld. Wie im Gerichtssaal zu hören war, blieb die Mutter mit 2,10 Promille kaum hinter ihrer Tochter zurück. Sie wollte ihr zu Hilfe kommen und sie schützen, erklärte die 43-jährige Frau vor dem Amtsgericht. Denn der Tochter sei doch Unrecht geschehen, meinte sie.

Richter Kessler kritisierte vor allem das aggressive Vorgehen der Tochter gegen die Beamten, in erster Linie gegen die Polizistin: „Die machen ihren Dienst und müssen sich anpöbeln und schlagen lassen“, hielt der Vorsitzende den beiden Angeklagten vor. (eh)

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Die Diskussion ist geschlossen.

29.05.2019

Dem kann ich mich nur anschließen, einfach nicht nachvollziehbar, dass Suff strafmildernd sein soll. Hier noch eine Anmerkung dazu. Zwei Promille im Blut – klingt viel, ist es auch. Denn um diesen Wert zu erreichen, muss eine 44 Jahre alte Frau mit einer Größe von 1,70 Metern und einem Gewicht von 70 kg etwa 2,6 Liter Bier oder 1,1 Liter Wein trinken.(RTL.de) Meiner Meinung nach schafft das kein Gelegenheitstrinker.

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29.05.2019

Warum soll betrunken sein die Strafe mildern? Das ist doch absurd. Ich kann absolut nicht verstehen, dass ein Anwalt so etwas vertritt.

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