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Denklingen

22.11.2020

Nach Baustellen-Unglück: Denklinger sammeln für Hinterbliebene

An der Unfallstelle im Denklinger Industriegebiet wurde nach dem Unglück der Toten gedacht.
Bild: Julian Leitenstorfer

Plus Mitte Oktober sind vier Männer auf einer Baustelle in Denklingen ums Leben gekommen. Die Bürger sammeln für die Hinterbliebenen.

Es war ein schrecklicher Unfall: Mitte Oktober sind vier Männer auf einer Baustelle in Denklingen von einer einstürzenden Betondecke getötet worden. Auch als Reaktion darauf hat die Gemeinde Denklingen die Gründung einer Stiftung beschlossen. Das Landsberger Tagblatt hat jetzt bei Bürgermeister Andreas Braunegger nachgefragt, wie viel Geld bisher gespendet wurde, welche weiteren Zusagen es gibt und wann das Geld verteilt werden soll.

„Bislang sind rund 50.000 Euro auf das eingerichtete Konto einbezahlt worden. Wir haben bereits weitere Zusagen von Firmen. Diese überweisen beispielsweise den Betrag, der sonst in Weihnachtsfeiern geflossen wäre, die coronabedingt heuer alle nicht stattfinden oder verzichten zugunsten der Betroffenen auf das Verteilen von Geschenken.“ Namentlich nennt der Bürgermeister hier den größten Arbeitgeber im Ort, den Automobilzulieferer Hirschvogel. Auch ein Hersteller von Dachziegeln aus München habe sich gemeldet. „Es betrifft ihr Gewerbe, deswegen war es dem Unternehmen wichtig, die Hinterbliebenen zu unterstützen.“

Bei dem Unfall in Denklingen starben vier Mitarbeiter einer Baufirma.
Bild: Thorsten Jordan

Es seien auch viele Spenden von Privatpersonen eingegangen, informiert Andreas Braunegger. Er ist auch wegen der mit der Corona-Pandemie verbundenen Beschränkungen froh, dass es das Spendenkonto gibt. „Normalerweise hätten sich die Vereine und Institutionen sicherlich mit mehreren Aktionen eingebracht, um Geld zu sammeln, aber das ist derzeit leider nicht möglich.“

Die neue Bürgerstiftung Denklingen-Epfach-Dienhausen soll auf Dauer angelegt sein, betont der Rathauschef. Das eingenommene Geld solle als Sofortmaßnahme und Notfallhilfe für Menschen verwendet werden, die von einem schweren Schicksalsschlag, wegen eines Unfalls, Krankheit oder einer Behinderung auf Unterstützung angewiesen seien. „Der Anspruch auf Stiftungsleistungen begrenzt sich auf Bürger unserer Gemeinde“, informiert der Rathauschef. Parallel dazu wird aber auch für die Hinterbliebenen der Todesopfer gesammelt. In der Gemeinderatssitzung am Mittwoch, 2. Dezember, soll die Gründung der Stiftung dann offiziell beschlossen und die Mitglieder des zu bildenden Stiftungsrats berufen werden.

Die Baustelle am Tag nach dem schrecklichen Unfall.
Bild: Julian Leitenstorfer

Die Bürgerstiftung wird von der Gemeinde verwaltet. Den Vorsitz werde er übernehmen, sagt Andreas Braunegger. Jeder Denklinger Ortsteil stelle zudem einen Beirat, der „über genügend Ortskenntnisse verfügt, um aktiv handeln zu können“. Das Gremium soll nach dessen Gründung zeitnah zusammenkommen, um über die Verteilung der Ersthilfen zu entscheiden.

Schon 2019 sammelten die Denklinger Spenden

Im vergangenen Jahr hatten die Denklinger bereits ein Zeichen für Solidarität gesetzt. Während der Einweihungsfeier fürs neue Rathaus hatten der VfL Denklingen und der Katholische Frauenbund fast 5000 Euro gesammelt, die bei der Bürgerversammlung im Dezember an den Bürgermeister von Rettenbach im Ostallgäu übergeben wurden. Unterstützt wurde damit eine Familie, die im Mai 2019 auf dramatische Weise aus ihrem bis dato friedlichen Leben gerissen wurde. Bei einer Gasexplosion starben Vater und Tochter der fünfköpfigen Familie in den Trümmern des Hauses. Die Mutter erlitt schwere Brandverletzungen und schwebte zeitweise in Lebensgefahr.

Die Bankverbindung für das Spenden- und Zustiftungskonto der Bürgerstiftung Denklingen-Epfach-Dienhausen lautet: Sparkasse Oberland, IBAN: DE27 7035 1030 0032 5964 13, BIC: BYLADEM1WHM. Als Verwendungszweck sollen Bürgerstiftung Denklingen-Epfach-Dienhausen, Name und die vollständige Anschrift angegeben werden sowie ob es sich um eine Zuwendung oder Spende handelt. Wenn die Spende den Angehörigen des Baustellenunglücks zugutekommen soll, sollte zusätzlich im Verwendungszweck „Unglück“ stehen, bittet die Gemeinde.

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