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Ellighofen

25.07.2013

Nach Renovierungsarbeiten: Ellighofer Kirche erstrahlt in neuem Glanz

St.Stephanus
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Die Kirche St. Stephan in Ellighofen ist für rund 500 000 Euro umfangreich renoviert worden. Am Sonntag wird sie bei einem Gottesdienst feierlich eröffnet.
Bild: Thorsten Jordan

Am Sonntag feiert die Gemeine Ellighofen den Abschluss der rund 500.000 Euro teuren Sanierungsmaßnahme an der Pfarrkirche St. Stephan.

Dass ihnen ihre Pfarrkirche am Herzen liegt, haben die Bürger von Ellighofen deutlich gezeigt. Denn für die Renovierung des Sakralbaus spendeten sie 36.000 Euro. Am Sonntag, 28. Juli, wird der Abschluss der 14 Monate dauernden Renovierungsarbeiten ab 10 Uhr bei einem Festgottesdienst in St. Stephan gefeiert, danach findet das alljährliche Dorffest statt. An den Arbeiten waren 17 Firmen beteiligt, die Gesamtkosten belaufen sich auf rund eine halbe Million Euro.

Der erste Hinweis auf eine Kirche in Ellighofen findet sich in einer Urkunde aus dem Jahr 1440, als ein gewisser „Heinrich der Diezzener“ seine „vogtey und vogtrecht der zwayen Kirchen zu unterdiessen und ellichoven“ an das Kloster Irsee verkaufte. Knapp 50 Jahre später ließ das Kloster die bestehende Kirche verändern, wie in den „Kunstdenkmälern von Bayern, Band 4, Landsberg“ zu lesen ist. Der ältere, vermutlich aus spätromanischer Zeit stammende Bau sei kurz nach 1488 etwa um die Breite des Turmes nach Norden erweitert worden. Der einfache, in seinem äußeren Erscheinungsbild noch spätgotisch geprägte Bau aus dem Jahr 1488 liegt am Rand eines Bergsporns erhöht über dem westlichen Teil des Dorfes. In den Kunstdenkmälern wird die Kirche wie folgt beschrieben: Die Kirche besitzt ein Steildach und einen kräftigen fünfgeschossigen Satteldachturm. Das Bauwerk dominiert das aus meist zweigeschossigen Anwesen bestehende Dorf.

Bürger spendeten 36.000 Euro für Renovierung der Kirche

Im Mai vergangenen Jahres begannen die Renovierungsarbeiten an der Filialkirche St. Stephan. Als erstes wurde der Luftschacht, der 1962 um die Kirche angelegt worden war, aus statischen Gründen wieder beseitigt, wie Ortschronist Michael Weber sagt. Danach sei das Bauwerk außen wie auch innen eingerüstet worden. Das komplette Dach wurde neu verschalt und eingedeckt. Auf dem Dachboden mussten die Zerrbalken und Sparren, sowie vieles mehr, erneuert werden. Der Dachboden sei neu belegt worden. Darüber hinaus wurde der Aufstieg zum Turm neu gestaltet.

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Im Frühjahr wurde die Außenfassade in Angriff genommen. Restauriert wurden auch die beiden Zifferblätter der Kirchturmuhr. Die Renovierung der Raumschale im Innenraum war laut Weber im Finanzplan eigentlich nicht vorgesehen. Dank einer größeren Geldspende einer Familie hätte der Bereich jedoch vom Schmutz befreit und gekalkt werden können. Den Abschluss der umfangreichen Renovierungsarbeiten bildete in den vergangenen Wochen die Anlage eines gepflasterten Fußwegs rund um die Kirche.

Über 200 Jahre alte Orgel wurde generalüberholt

Gleichzeitig, so Weber, wurde die Orgel der Kirche für 3.000 Euro generalüberholt. Einer Notiz zufolge soll die protestantische Stadtpfarrei Kaufbeuren ihre abgebrochene Orgel aus dem Jahr 1797 vor 100 Jahren Ellighofen geschenkt haben. Das blau marmorierte Nadelholz der Orgel ist barockisiert. Sie ist in fünf Teile gegliedert und mit geschweiftem Gebälk und glanzvergoldeten Ornamenten geschmückt, steht in den Kunstdenkmälern von Bayern.

Die Kosten der Renovierung liegen bei rund 500.000 Euro, sagt Michael Weber. Neben zwei Bankhäusern beteiligte sich auch der Frauenbund Unter-/Oberdießen mit Ellighofen mit einer Spende in Höhe von 2000 Euro an der Finanzierung. Trotz der Spenden der Bürger bleibe für die Kirchengemeinde noch ein stattlicher Eigenanteil.

Umfangreiche Instandsetzungsarbeiten waren in St. Stephan zuletzt zwischen 1987 und 1989 erfolgt. Aufputz und Dacheindeckung wurden seinerzeit erneuert, wobei im Dachraum die bis dahin deutlich sichtbaren Anschlüsse eines älteren Baukörpers an den Turm beseitigt wurden. Danach wurde das durch Heizungsschäden in Mitleidenschaft gezogene Innere renoviert. Im Jahr 1991 erneuerte eine Firma die Wandanstriche, reinigte die Fresken und besserte die Fassungen an den Altären aus. Zudem wurde der Bodenbelag im Chor ausgetauscht.

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