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Landsberg

21.01.2019

Nach Schlägerei: Ein Schuh verrät den Täter

Vor dem Amtsgericht Landsberg wurden drei Männer wegen Körperverletzung verurteilt.
Bild: Julian Leitenstorfer (Symbolfoto)

Drei Männer teilten in einem Club in Landsberg Schläge aus. Zwei von ihnen überraschen vor Gericht.

Ein verlorener Schuh hat einen Angeklagten überführt, der im November 2017 in einem Club in Landsberg eine Schlägerei angezettelt haben soll. Neben dem 27-Jährigen standen zwei 23 und 26 Jahre alte Brüder jetzt in Landsberg vor Gericht. Die Anklage lautete auf gemeinschaftlich begangene gefährliche Körperverletzung, die Strafe fiel unterschiedlich aus.

Völlig überraschend räumten die zwei Brüder eingangs der Verhandlung die Tat ein. Sie sahen ein, dass sie „Mist gebaut“ hatten und entschuldigten sich bei den 44 und 49 Jahre alten Männern, die sie in dem Club mit Fäusten und Tritten malträtiert hatten. Sie übergaben ihnen jeweils 500 Euro als „Opfer-Täter-Ausgleich“, wie es ihr Verteidiger Peter Weitzdörfer formulierte.

Von drei Zeugen identifiziert

Beim dritten Angeklagten dauerte es lange, bis er sich äußerte. Und dies erst, nachdem ihn drei Zeugen aufgrund seines verlorenen Schuhs eindeutig identifiziert hatten: als den Mann, der die Schlägerei ausgelöst haben soll. Nachts um zwei Uhr hatte der 27-Jährige eine 39 Jahre alte Frau verbal beleidigt. Der 49-Jährige forderte ihn auf, aufzuhören. Daraufhin versetzte ihm der Angeklagte mehrere Schläge ins Gesicht. Danach mischten mehrere Personen mit. Dabei soll der 26-Jährige den 49-Jährigen an der Gurgel gepackt und gewürgt haben. Ein weiterer Mann soll den Geschädigten in den Schwitzkasten genommen haben. Wer das war, das konnte die Polizei nicht ermitteln.

Den ihm vorgehaltenen Würgegriff räumte der 26-jährige Angeklagte nicht ein. Er habe den Mann lediglich am Hals gedrückt – und der habe dagegen gedrückt. Sicher scheint indessen, dass der jüngere der Brüder einen 44-jährigen Mann mit den Fäusten „bearbeitet“ hat. Der Geschädigte, der als Zeuge aussagte, will dabei nicht viel abbekommen haben. Als ihm im Gerichtssaal die 500 Euro in die Hand gedrückt wurden, wunderte er sich gar ein wenig. Offensichtlich verärgert war hingegen der ältere der Brüder. Außerhalb des Clubs soll er den 27-jährigen Angeklagten „zusammengestaucht“ haben, weil er ihm seine Geburtstagsfeier versaut und eine Schlägerei ausgelöst habe.

Zwei Zähne abgebrochen

Der 27-Jährige, der wegen Beleidigung und Körperverletzung verurteilt wurde, will übrigens eine Gegenanzeige gegen „Unbekannt“ gemacht haben, weil er geschlagen, getreten und verletzt worden sei. Von zwei abgebrochenen Zähnen und einer Schädelprellung war bei ihm unter anderem die Rede. Richter Michael Eberle verurteilte ihn zu neun Monate Haft auf Bewährung. Überdies muss er 3500 Euro an das Rote Kreuz entrichten.

Acht Monate auf Bewährung (drei Jahre) erhielt der ältere der beiden mitangeklagten Brüder. Dem unter Bewährung stehenden Mann rechnete Eberle zugute, dass er zu Beginn der Verhandlung ein Geständnis abgelegt und den „Täter-Opfer-Ausgleich“ angeboten hatte. Die offene Bewährung wird bei ihm nicht in eine Haftstrafe umgewandelt, sondern lediglich verlängert. Als Bewährungsauflage hat der Mann 3500 Euro an die Stiftung Lebenshilfe zu bezahlen. Sein jüngerer Bruder kam mit einer Geldstrafe von 5400 Euro davon. Staatsanwältin Birgit Milzarek, Verteidiger Peter Weitzdörfer und alle drei Angeklagten waren mit dem Urteil einverstanden. (eh)Foto: dpa

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