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Landkreis Landsberg

11.06.2019

Nach dem Unwetter: Geisterfahrer auf der A96

Sturmschäden im Landkreis Landsberg.
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Sturmschäden im Landkreis Landsberg.
Bild: Julian Leitenstorfer

Der Tag nach dem Hagelunwetter im Landkreis Landsberg: Diese Bilanz zieht die Polizei (vorerst). Videoaufnahmen zeigen die schweren Schäden, die das Unwetter angerichtet hat.

Die Einsatzzentrale in Ingolstadt erreichten gestern Abend 325 unwetterbedingte Notrufe, die 170 Einsätze zur Folge hatten. Hauptsächlich waren hierbei, in Zusammenarbeit mit der Feuerwehr, umgestürzte Bäume, umherfliegende Äste und aufgeschwemmte Gullydeckel zu beseitigen.

Nach dem Hagelsturm: So sieht es am Ortseingang Dießen auf den Straßen aus. Wir hoffen, dass sich die Schäden bei euch an den und in Grenzen halten.

Gepostet von Landsberger Tagblatt am Montag, 10. Juni 2019

Bislang wurden bei der Polizei drei Personen, die aufgrund des Hagels Kopfplatzwunden erlitten, gemeldet. Eine kommt aus dem Landkreis Landsberg. In Rott stürzte ein Rollerfahrer aufgrund des Hagelschauers und zog sich dabei leichtere Blessuren zu.

Mehr zum gestrigen Unwetter: Hagelkörner so groß wie Tischtennisbälle verwüsten den halben Landkreis

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Besonders vom Unwetter betroffen waren der südliche Landkreis Fürstenfeldbruck, der Landkreis Landsberg sowie der nördliche Bereich des Landkreises Starnberg. Einen Schwerpunkt bildeten die Orte Germering und Puchheim, wo zahlreiche Dachfenster und Autoscheiben durch die teils mehrere Zentimeter großen Hagelkörner beschädigt wurden.


Die A96 war schwer betroffen

Weiterhin stark betroffen waren die A96 zwischen Landsberg und München sowie der Ammersee und der Starnberger See. Auf der BAB A96 im Bereich zwischen Greifenberg und Weßling führte der starke Hagelschauer dazu, dass gegen 17.45 Uhr mehrere Verkehrsteilnehmer ihre Fahrzeuge unter Autobahnbrücken zum Stehen brachten und so die Autobahn in beiden Richtungen zeitweise blockiert war.

Am Montagabend entlädt Sturmfront sich über dem östlichen Landkreis
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Heftiger Hagel fegt über den halben Landkreis
Bild: Julian Leitenstorfer

Zudem folgten temporäre Sperrungen der Tunnels Eching und Etterschlag, nachdem dort die Fahrbahnen überflutet wurden. Mehrere Autofahrer meldeten über Notruf, dass Hagelkörner die Fahrzeugscheiben durchschlagen hätten und sie aufgrund des starken Regens so nicht mehr weiterfahren könnten.

Bei der Überprüfung, ob die Tunnel für den Verkehr wieder freigegeben werden können, blockierte ein Fernlinienbus die Rettungsgasse. Denn der Fahrer wollte laut Polizei in der Rettungsgasse bis zur nächsten Anschlussstelle fahren, um die Wartezeit im Stau zu umgehen. Das Einsatzfahrzeug der Autobahnpolizei konnte nicht bis zum Tunnel vorfahren, sondern musste warten, bis der Bus in eine Lücke zwischen den stehenden Fahrzeugen gelotst werden konnte.

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Nach dem Unwetter: Geisterfahrer auf der A96
56 Bilder
Der Hagel und die schlimmen Spuren im Landkreis Landsberg
Bild: diverse

Nachdem der Tunnel Etterschlag für den Verkehr wieder freigegeben werden konnte, kamen dem Einsatzfahrzeug auf der weiteren Anfahrt zum Tunnel Eching im Bereich der Anschlussstelle Inning ein Wohnmobil mit Pferdeanhänger und zwei Pkw entgegen, die offensichtlich wegen der Tunnelsperre gewendet hatten und entgegen der Fahrtrichtung bis zur Anschlussstelle Inning zurückfuhren.

Erst nachdem die Geisterfahrer mit einer Sperre der Fahrbahn von der BAB gelotst wurden, konnte das Einsatzfahrzeug zum Tunnel Eching vorfahren und den Verkehr mit geringer Geschwindigkeit durch den leicht überfluteten Tunnel führen. Den Bus-Fahrer erwartet nun ein Bußgeld in beträchtlicher Höhe und die Geisterfahrer zusätzlich ein Fahrverbot.

Lesen Sie dazu auch: Unwetter in Bayern: Videos im Netz zeigen das ganze Ausmaß der Verwüstung

Auf Ammer- sowie Starnberger See kenterten mehrere Boote. In der Herrschinger Bucht (Ammersee) musste die Feuerwehr wegen auslaufender Betriebsstoffe an einem Boot eine Ölsperre einrichten. Personen wurden dabei nach bisherigen Erkenntnissen nicht verletzt. (lt)

Ausführliche Berichte folgen.

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