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Landkreis Landsberg

08.01.2021

Nach dem Wolf-Unfall: Das sagen die Experten

Vor einigen Tagen wurde auf der A96 bei Igling ein Wolf angefahren.
Bild: Carsten Rehder, dpa

Plus Bei Igling wird auf der A96 ein Wolf angefahren. Jetzt wird gerätselt: Sind noch mehr Wölfe im Landkreis Landsberg unterwegs?

Die Hinweise verdichten sich immer mehr: Das Tier, das am Dienstag auf der A96 bei Igling überfahren wurde, war wohl ein Wolf (LT berichtete). Aktuell wird der Kadaver im Städtischen Forstamt in Landsberg aufbewahrt, nächste Woche soll eine DNA-Untersuchung letzte Sicherheit bringen. Die Frage ist jetzt: War dies der einzige Wolf, der aktuell durch den Landkreis streicht?

Auf etwa 20 bis 25 Kilogramm schätzt Michael Siller, der Leiter des Städtischen Forstamts, das Tier. „Ich habe es selbst hochgehoben, es spricht viel dafür, dass es sich um einen Wolf handelt.“ Letzte Sicherheit gebe aber erst die DNA-Untersuchung, die am Leibnitz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin durchgeführt werde. „Der Kadaver wird Anfang nächster Woche abgeholt“, so Siller.

Viele Anzeichen sprechen dafür, dass es ein Wolf ist

Auch für den Leiter des Forstamts ist es „spannend, da es der erste Wolf ist, den ich in natura sehe“. Wie Michael Siller sagt, gebe es einige Anzeichen, die dafür sprächen, dass es sich tatsächlich um einen Wolf handle, unter anderem die Ohren, der Schwanz und das Gebiss. Auf jeden Fall handle es sich um ein männliches Jungtier. Endgültige Sicherheit gebe aber erst die DNA-Untersuchung, da es auch einige wolfsähnliche Hundearten gebe, die ähnliche Merkmale aufweisen.

Die automatische Wildkamera des Jagdpächters Josef Haimer in Igenhausen (Landkreis Aichach-Friedberg) hat dieses Foto aufgenommen. Es zeigt den mutmaßlichen Wolf am Kadaver eines Schafes.
Bild: Josef Haimer (Archiv)

Ob sich aktuell noch mehr Wölfe im Landkreis Landsberg aufhalten könnten, dazu will Siller keinen Kommentar abgeben. In der vorigen Woche habe es Nachrichten gegeben, wonach im südlichen Landkreis ein Wolf gesichtet worden sei, sagt Michael Siller. Dabei könnte es sich um ein Tier gehandelt haben, das aus Tschechien oder Polen eingewandert sei, mutmaßt der Forstamtsleiter.

Der Wolfsbotschafter kennt die Gewohnheiten der Tiere

Spannend ist die Frage, ob es sich bei dem auf der A96 getöteten Tier um einen Wolf gehandelt hat, auch für Ulrich Kreutzer aus Kaufering. Er ist der Wolfsbotschafter beim Landesbund für Vogelschutz, Kreisgruppe Landsberg. „Ein Wolf kann jederzeit überall auftreten“, sagt Kreutzer. Das hänge damit zusammen, dass Jungtiere spätestens nach drei Jahren ihr Rudel verlassen würden, um ein eigenes zu gründen. Dabei durchstreifen sie weite Gebiete. Im Schnitt lege ein Wolf auf Wanderschaft 50 Kilometer am Tag zurück.

Zuletzt war in der Region ein Wolf bei Wessobrunn (Landkreis Weilheim-Schongau) in eine Fotofalle getappt (LT berichtete). Das war im Juli vergangenen Jahres. „Wo sich dieser Wolf jetzt aufhält, weiß man nicht“, sagt Kreutzer. Auch im angrenzenden Landkreis Aichach-Friedberg war im vergangenen Juli ein Wolf aufgetreten und hatte sieben Schafe gerissen.

Auf einen Wolf zu treffen ist wie ein Sechser im Lotto

Die Wahrscheinlichkeit, dass Spaziergänger einem Wolf begegnen könnten, schätzt Kreutzer „fast wie einen Sechser im Lotto“ ein: Die Tiere seien sehr scheu. Solle es doch passieren, lautet sein Rat: „Stehen bleiben, durch lautes Reden auf sich aufmerksam machen und falls man einen Hund dabei hat, sofort anleinen.“

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