Benefizkonzert

25.04.2018

Natur und Musik

Beim Benefizkonzert des Vocalensemble Landsberg im Festsaal des Historischen Rathauses beeindruckte Sopranistin Teresa Boning.
Bild: Thorsten Jordan

Das Vocalensemble präsentiert Sätze von Brahms und Schumann. Die Sopranistin Teresa Boning beeindruckt

Ganz im aktuellen Trend der Naturschwärmerei bewegte sich das Vocalensemble Landsberg unter der Leitung von Matthias Utz in seinem Benefizkonzert für einen neuen Flügel im Historischen Rathaussaal. Diesen Trend gab es schon im 19. Jahrhundert, und der Dirigent hatte fast ausschließlich Stücke aus dieser Musikepoche ausgewählt.

Mit den Brahms-Stücken „Verlorene Jugend“ oder „Letztes Glück“ und den „Gartenliedern“ von Fanny Hensel, einer Schwester von Felix Mendelssohn Bartholdy, wirkte die Stückauswahl freilich ein wenig altbacken. Einen Ausgleich dazu bildeten die extrem modernen Kompositionen des angesagten Komponisten Eric Whitacre. Eine schöne Darbietung des Chores, bereichert durch den Sologesang mit Klavierbegleitung der herausragenden Sopranistin Teresa Boning und dem souveränen Pianisten Stellario Fagone. Dem Programm des Konzertes fehlte es allerdings ein wenig an Spannungsbogen und Höhepunkten.

Mit dem anspruchsvollen Satz „An die Sterne“, gefolgt von „Ungewisses Licht“ aus den vier doppelchörigen Gesängen von Robert Schumann begann der Klangkörper vielversprechend seinen klanglich sauberen und rund-harmonischen Vortrag. Die beiden Gastmusiker Teresa Boning und Stellario Fagone haben schon in New York und Florenz, Rom und Athen konzertiert. Teresa Boning beeindruckte durch Volumen und höchste Tonlagen, aber auch durch ein sehr charmantes und ausdrucksvolles Auftreten. Fagone war ihr nicht nur ein hingebungsvoller, sensibler Begleiter am Flügel, sondern führte auch durch seine humorvolle und unterhaltsame Moderation in die Stücke ein und sorgte so für Auflockerung.

Eine solche Einführung wäre auch dringend nötig gewesen für die kurzen, parodistischen Sätze „Animal Crackers“ von Eric Whitacre, die das Vocalensemble exakt und auf den Punkt vortrug. Leider verstanden sicher nur die wenigsten im Publikum den Witz der Stücke, der sich aus einem wortspielerischen Humor im englischen Text ergibt, jeweils in Kombination mit einer fast schon kabarettistischen Komposition. Sehr beeindruckend gelang dem Chor die „Waternight“, ebenfalls von Eric Whitacre. Hier liegt die Stärke des Chors: Sphärische Vielstimmigkeit, magische Stimmung. Mit dem hübschen „Lullabye“ von Billy Joel in einer Fassung von den King’s Singers, sehr anrührend gestaltet, verabschiedete sich der Chor, als Zugabe sang Teresa Boning nochmals den Operetten-Hit „Meine Lippen, sie küssen so heiß“ von Franz Lehar, und das Vocalensemble wurde kurzerhand zum Opernchor. (lt)

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