1. Startseite
  2. Lokales (Landsberg)
  3. Neue Pächter für den „Adler“ in Dornstetten

Dornstetten

05.10.2019

Neue Pächter für den „Adler“ in Dornstetten

Adler055.jpg
3 Bilder
Sören Hoffmann (links) und Martin Mehlhorn haben das Wirtshaus „Der Adler“ in Unterdießen übernommen. Die beiden gelernten Köche sind von dem Ambiente begeistert und haben auch für den Garten vor dem Haus schon Ideen, wie dieser im Sommer genutzt werden soll.
Bild: Julian Leitenstorfer

Plus Zwei Dresdner am Lechrain: Martin Mehlhorn und Sören Hoffmann übernehmen das Traditionsgasthaus Adler in Dornstetten. So sieht das Konzept der beiden erfahrenen Köche aus.

Als Martin Mehlhorn (39) und Sören Hoffmann (42) das Wirtshaus „Der Adler“ in Dornstetten erstmals besichtigten, war ihnen klar, dass sie dort ihren Traum vom eigenen Restaurant umsetzen wollen. Jetzt haben sie eröffnet. Die vorherigen Pächter, Peter Nauendorf und Gabriela Nauendorf-Graf, hatten die traditionsreiche Gaststätte Mitte Februar diesen Jahres geschlossen, weil sie kein neues Personal fanden.

Die beiden neuen Betreiber bringen reichlich Erfahrung in der Gastronomie mit. Mehlhorn, der in Buchloe lebt, hat unter anderem im Restaurant des Blauen Hauses der Münchner Kammerspiele gearbeitet und später als Küchenchef bei Feinkost Käfer. Sören Hoffmann war schon in diversen Küchen im gesamten deutschsprachigen Raum, in Spanien und der Türkei tätig.

Beim Neujahrsempfang der Gemeinde wurde das Interesse geweckt

Durch glückliche Umstände wurden sie auf die Wirtschaft im Ortsteil von Unterdießen aufmerksam. Hoffmann lebte bis vor einem Jahr in Hechendorf am Pilsensee. „Meine Frau und ich haben schon länger nach einer Bleibe in oder nahe Landsberg gesucht, weil wir die Stadt einfach toll finden. In Unterdießen sind wir vor einem Jahr fündig geworden und ich bin mit meiner Firma hierher umgezogen.“ Hoffmann arbeitet wie Mehlhorn auch als Unternehmensberater in der Gastronomie und als Mietkoch. Letzterer wird Ende des Monats beispielsweise für 400 Gäste auf dem Oktoberfest in Monaco kochen. „Da kommt auch Fürst Albert“, sagt Mehlhorn.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Doch jetzt gilt die Aufmerksamkeit dem „Adler“. Auf dem Neujahrsempfang der Gemeinde Unterdießen für Gewerbetreibende kam das Gespräch auf die Gaststätte, sagt Hoffmann. Im März gab es den ersten Kontakt und im Mai dann die Einigung nach einem dreistündigen Gespräch. Verpächter Andreas Grimme ist glücklich darüber, dass es jetzt weitergeht. „Wir hatten zuvor schon zwei Interessenten, denen ist aber jeweils der Koch abgesprungen. Das Konzept der beiden klingt gut, ich hoffe, dass sie damit Erfolg haben werden.“

Das Wirtshaus gibt es seit dem 16. Jahrhundert

Für Sören Hoffmann ist klar, dass der „urig-bayerische Charakter“ des Wirtshauses, das 1517 erstmals erwähnt wurde, „unbedingt“ erhalten bleiben muss. Das soll sich im Essensangebot widerspiegeln, betont sein Partner. Sie setzen auf regionale und saisonale Produkte. So werde es jetzt vermehrt Gerichte mit Schwammerl geben, und das Fleisch und die Fische beziehen sie von Händlern aus der Region. Sonntags werde immer auch ein Braten auf der Karte stehen, kündigt Mehlhorn an. Die Speisekarte werde allerdings nicht immer dasselbe Angebot beinhalten, betont er. „Wenn ein Produkt ausverkauft ist, dann kommt ein neues auf die Speisekarte. Wir werden diese bei uns im Internet ständig aktualisieren“, kündigt er an. Das Konzept kenne er aus seiner Zeit bei Käfer und es sei dort von den Kunden angenommen worden, sagt Mehlhorn.

Die beiden gebürtigen Dresdner, die sich im Jahr 1998 in Bayerischzell (Landkreis Miesbach) kennengelernt haben, haben sich zudem dafür entschieden, die Speisekarte klein zu halten. Darauf stehen zwei oder drei Fisch- und Fleischgerichte, ausgewählte Pasta sowie ein Gericht für Vegetarier. „Unsere Erfahrung aus mehr als 20 Jahren in der Gastronomie hat uns gezeigt, dass weniger mehr ist bei der Frische und der Qualität“, sagt Martin Mehlhorn.

In der Wirtsstube gibt es 56 Sitzplätze

56 Plätze gibt es im Inneren des Wirtshauses, in dem auch Familienfeste oder Hochzeiten gefeiert werden können. Etwa noch einmal dieselbe Zahl ist es draußen im Biergarten. Angedacht ist auch, dass im Sommer draußen der Grill aufgebaut wird und die Küche drinnen geschlossen bleibt. Zudem soll es auch einen Bereich für die Radfahrer im Garten geben. „Die Idee ist, eine Wanne mit kaltem Wasser bereitzustellen. Da können die Radler ihre Füße zur Erholung kurz reinstellen und dann an den zwei Stehtischen ein isotonisches Weizenbier genießen“, so Hoffmann.

Öffnen werden die neuen Pächter mittwochs bis freitags am Abend sowie samstags ab 11.30 Uhr und sonntags von 10 bis 17 Uhr. „Wer gutes Personal gewinnen und halten will, muss sich auch um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie kümmern“, sagt Hoffmann. Sein Partner hat zwei Kinder, der Koch, den sie mit angestellt haben, drei.

Das Personal soll Schritt für Schritt aufgestockt werden

Fest arbeitet zudem eine Servicekraft mit. Der fixe Personalstamm soll sich in den kommenden Monaten auf fünf erhöhen, so Hoffmann. Zurückgreifen können die beiden auf einen Pool von zehn Mitarbeitern, die bei Bedarf aushelfen. Geplant ist aktuell, dass der „Adler“ zwischen den Jahren geschlossen ist. „Unsere Mitarbeiter haben auch ein Recht auf Weihnachten mit ihren Familien. Sollten da jetzt wirklich 40 oder 50 Anfragen kommen, machen wir doch auf. Dann stemmen Sören und ich das alleine“, betont Martin Mehlhorn.

Ziel der beiden neuen Pächter ist es, dass im „Adler“ nach der Startphase immer nur noch einer der beiden in Dornstetten vor Ort sein muss und sie auch die Anfragen der Kunden bedienen können, die sie engagieren wollen.

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren