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Ammersee

01.08.2020

Neuer Ammersee-Krimi: Der neue Roman von Thea Fischer

Nach einem Bürgermeister kommt nun auch ein neu gewählter Landrat im Ammersee ums Leben: „Lang taucht ab“ heißt der neue Krimi von Thea Fischer.
Bild: Thea Fischer

Plus Thea Fischer legt ihren zweiten Roman vor, dabei kommt wieder ein zwielichtiger Politiker ums Leben.

Thea Fischer hat nach „Bürgermeister Hirsch geht baden“ ihr zweites Buch vorgelegt. Auch das neue Werk mit dem Titel „Lang taucht ab“ spielt zwischen Ammersee und Lech und man merkt, dass die Autorin sich gut in der Kommunalpolitik und im Lokaljournalismus auskennt. Nachdem im ersten Krimi Bürgermeister Hirsch zu Tode kam, geht es auch im neuen Werk um einen Mord vor idyllischer Kulisse im Alpenvorland.

Leser, die am Ammersee oder im Hinterland wohnen und sich für das politische Geschehen vor Ort interessieren, werden schnell in den Krimi hineingezogen, denn sie haben die Schauplätze vor Augen: Die Seniorenresidenz Benedictum in Fischau, Frausching am anderen Seeufer, bei der Gemeinde Otterschwing könnte es sich um einen Ort in der zweiten Reihe handeln, und bei der Stadt Landsthal muss man auch nicht lange überlegen, ebenso wird man den „Seekurier“, bei dem Fischers Hauptfigur Petra Rosenberger arbeitete, verorten können.

Vom Adler zum Suppenhuhn

„Er flog ein wie ein Adler und landete als Suppenhuhn“ – das könnte man über Moritz Lang sagen. Von Berlin kommt er an den Ammersee und kandidiert ohne kommunalpolitische Erfahrung für den Landratsposten. Einzig die Journalistin Petra Rosenberger hat von Anfang an Zweifel an der Reputation des jungen Politikers, der nicht nur bei den Frauen gut ankommt. Rosenberger hat früher für den „Seekurier“ gearbeitet und dabei auch an der Aufklärung von Kriminalfällen mitgewirkt, bevor es sie zur „Münchner Postille“ verschlug. Aber sie kommt noch häufig an den See, denn ihre Mutter lebt in der Seniorenresidenz Benedictum.

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Am Tag nach der Kommunalwahl kommt Petra wieder einmal an den Ammersee, um eine Reportage über den Fischfang zu schreiben. Dafür will sie mit einem Fischer auf den See hinausfahren. Noch am Ufer fällt ihr ein Haarschopf ins Auge, der zu einer Leiche gehört. Es handelt sich um den frisch gewählten jungen Landrat Moritz Lang, der seit der Wahlnacht vermisst wird. Petra Rosenberger will nicht schon wieder in einem Mord ermitteln, aber wenn sich der örtliche Kommissar so ungelenk anstellt, was soll sie machen? Weil bald ihre Mutter und deren Gefährte ins Visier der Polizei geraten, muss die ewig Wurstsemmeln und Kuchen essende Petra notgedrungen eingreifen.

Der Wahlkampf wird ganz kreativ finanziert

Wie bereits im ersten Band kommt am Anfang und zwischendurch auch mal die Leiche zu Wort. Etwas skurril, aber warum nicht? Dass ausgerechnet die Ökos auf „das Zigarettenbürscherl“ Moritz Lang hereinfallen und ihn zu ihrem Kandidaten küren, ist etwas gewagt, in der Realität hat es das aber durchaus schon gegeben. Der junge, gut aussehende Schnösel mit den rotbraunen Locken und Slimfit-Anzug wickelt nicht nur die Ökos, sondern auch die älteren Herrschaften geschickt ein, indem er ihnen ein Mehrgenerationenhaus mit integrierter Kurzzeitpflege verspricht.

Dazu können sie Optionsscheine erwerben, mit denen sich Moritz Lang sein Leben und Teile des Wahlkampfs finanziert. Lang schafft es in die Stichwahl, die er knapp gewinnt. Parallel zu den spannenden Mordermittlungen kommen bekannte und aktuelle Projekte zur Sprache – der Steg für ein Polizeiboot, die brütende Bekassine und der Große Brachvogel und Mückenbekämpfung mittels BTI. Und man erfährt, wie eine Kommunalwahl abläuft und wie Frauen in die Politik drängen. Marlene Hirsch, die Gattin des im ersten Fischer-Krimi zu Tode gekommenen Bürgermeisters, ist zu einer selbstbewussten und zupackenden Frau herangereift und bewirbt sich um das Bürgermeisteramt – und wird gewählt.

Thea Fischer: Lang taucht ab. Aufbau Verlag Berlin, 2020. ISBN 978-3-7466-3598-9. Auch als E-Book und Hörbuch erhältlich.

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