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Dornstetten

13.02.2020

Neuer Anlauf für das Baugebiet in Dornstetten

Vor einem Jahr waren Vertreter des Petionsausschusses des Landtags bei einem Ortstermin in Dornstetten, um zu vermitteln. Im Mai stimmten 75,8 Prozent der Unterdießener beim Bürgerentscheid für das Baugebiet.
Bild: Julian Leitenstorfer (Archiv)

Plus Der Streit um das geplante Baugebiet in Dornstetten geht weiter, obwohl seit einem Bürgerentscheid eigentlich Klarheit herrscht. Auf künftige Grundstücksbesitzer warten Auflagen.

Die Gemeinde Unterdießen startet einen neuen Anlauf für das Baugebiet in Dornstetten. Der Gemeinderat stimmte mehrheitlich für die überarbeitete Version des Bebauungsplans, die demnächst vier Wochen lang ausgelegt werden soll. In der Zeit können Behörden und Anwohner erneut Einwände gegen die geplanten 14 Bauplätze geltend machen, was sehr wahrscheinlich auch passieren wird.

Gerald Büchelmaier, Sprecher der Bürgerinitiative, die das neue Baugebiet verhindern möchte, sagte auf Nachfrage unserer Zeitung, dass sein Anwalt die während der Auslegung von der Gemeinde zu veröffentlichenden Gutachten zum Artenschutz, zur Grundwasserproblematik, zum Hochwasserschutz und zum Verkehrsaufkommen genau prüfen und darauf reagieren werde. „Unserer Meinung nach ist dieses Baugebiet unter anderem aus städtebaulicher Sicht und mit Blick auf die Verträglichkeit für die Natur falsch.“

Die 14 geplanten Grundstücke haben eine Größe zwischen 600 und 800 Quadratmetern. Anders sieht das eine Mehrheit der Unterdießener. Bei dem Bürgerentscheid zu dem Thema im vergangenen Mai sprachen sich 75,8 Prozent für das Baugebiet aus.

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Die Baugrenzen werden enger gefasst

Im Gemeinderat wurden jetzt die Änderungen am Bebauungsplan vorgestellt und mit einer Gegenstimme – vom Dornstetter Gemeinderat Egon Eibl – abgesegnet. Es ist die dritte Variante des Bebauungsplans. Beschlossen wurde unter anderem, dass die Baugrenzen enger gefasst werden. Bei den Grundstücken auf der Ostseite, nahe des Lechs und des FFH-Schutzgebietes, wurden die Baugrenzen nach Westen verschoben. Im hinteren Teil der Grundstücke darf nicht gebaut werden, auch kein Schuppen.

Die artenschutzrechtlichen Untersuchungen haben laut Bürgermeister Alexander Enthofer ergeben, dass einer Bebauung der Wiese nichts im Wege stehe. „Der Uhu lebt nur direkt am Lech, aber nicht dort oben, wo gebaut werden soll. Es hat sich auch kein Beleg dafür gefunden, dass die geschützte Gelbbauchunke – ein Froschlurch – dort lebt.“ Der Bürgermeister hatte allerdings bereits vor einem Jahr darauf hingewiesen, dass Korridore eingeplant seien, die unter anderem den dort lebenden Tieren die Möglichkeit bieten sollen, auch künftig vom angrenzenden Bundeswehrgelände zum Lech zu gelangen.

Keller nur mit Genehmigung des Wasserwirtschaftsamts

Festgelegt hat die Gemeinde zudem, dass die künftigen Eigentümer dafür sorgen müssen, dass das Regenwasser im Boden versickert. Und Kaufinteressenten, die einen Keller bauen wollen, müssen sicherstellen, dass dieser wasserundurchlässig ist. Zudem sei eine Genehmigung des Wasserwirtschaftsamtes nötig, um überhaupt einen Keller errichten zu dürfen. In dem Bereich läuft das Grundwasser in etwa 2,7 Metern Tiefe. Ebenfalls eine Erlaubnis brauchen die künftigen Grundstücksbesitzer auf der Ostseite, wenn sie Gehölze an der Grundstücksgrenze zurückschneiden wollen. Diese ist bei der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises einzuholen. Auf der Ostseite sind fünf Bauplätze vorgesehen. Nachgebessert hat die Gemeinde zudem bei der Baumfallgrenze. Auch deswegen rückt die Bebauung weiter von den Rändern des Areals ab.

Bild: Thorsten Jordan (Archiv)

Gemeinderat Egon Eibl fühlt sich unter den Räten einsam auf weiter Flur. „Unter den beiden Vorgängern des jetzigen Bürgermeisters hat der Gemeinderat das Ansinnen einstimmig abgelehnt. Ich verstehe nicht, wieso einige Räte, die schon länger dabei sind, nun dafür stimmen“, sagte er unserer Zeitung im Mai 2019. Der Bürgermeister habe „eine teure Wiese“ gekauft, weil er sie als Bauland erworben habe. Dass der Gemeinderat nach der Kommunalwahl anders zusammengesetzt ist und sein Anliegen mehr Gehör findet, hofft Büchelmaier.. „Und die Entscheidung des Petitionsausschusses des Landtags steht noch aus", verweist der Sprecher der Bürgerinitiative. Mit zwei Vertretern des Ausschusses gab es vor einem Jahr einen Ortstermin. "Wenn das Gremium entschieden hat, gibt es möglicherweise noch mal eine umfassende Artenschutzuntersuchung“, so Büchelmaier.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Kein guter Platz für ein Baugebiet

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