1. Startseite
  2. Lokales (Landsberg)
  3. Neues Projekt: Zum Wellenreiten nach Kaufering

Kaufering

09.04.2019

Neues Projekt: Zum Wellenreiten nach Kaufering

Copy%20of%20Surfanlage_2_Final(1).tif
2 Bilder
Diese Grafik von Jens Fischer zeigt die geplante Surfanlage an der Kletterei in Kaufering.
Bild: Jens Fischer

Die Kletterei in Kaufering will eine Surfanlage bauen. Wie die Betreiber auf die Idee gekommen sind und was im Winter geplant ist.

Wer surfen will, muss bald nicht mehr ans Meer fahren, sondern nur noch bis Kaufering. Markus und Bianca Wasserle, Betreiber der Kletterei, wollen eine Surfanlage errichten, die möglichst im Juli in Betrieb gehen soll. „Voraussetzung ist, dass alle Genehmigungen rechtzeitig vorliegen. Sollte es Verzögerungen geben, starten wir im Frühjahr kommenden Jahres“, sagt Markus Wasserle im Gespräch mit dem LT. Der Kauferinger Bauausschuss befasst sich am Mittwochabend mit dem Antrag der Kletterei.

Im Sommer lieber draußen

Ursprung des Projektes war laut dem Unternehmer die Frage, welches zusätzliche Angebot die Betreiber im Außenbereich der Kletterei schaffen könne. „Wir haben gemerkt, dass die Menschen im Sommer lieber draußen sein wollen. Auch wenn wir unsere Räumlichkeiten kühlen, war der Zuspruch im Sommer doch spürbar geringer. In diversen Gesprächen entstand dann die Idee, eine Surfanlage zu bauen.“ Für sich genommen, würde so ein Vorhaben nicht funktionieren, in Kombination mit den bestehenden Angeboten der Kletterei aber schon, ist Wasserle überzeugt. Zwischen 450.000 und 500.000 Euro werde das Projekt kosten, sagt er gegenüber unserer Zeitung.

60.000 Liter Wasser im Becken

Das Becken, in dem die Gäste künftig zwischen Mai und September surfen können, hat eine Breite von 6,5 Metern und eine Länge von zwölf Metern. Unter der Anlage befindet sich ein Becken mit 60.000 Litern Wasser. Eine Pumpe sorgt dafür, dass das Wasser mit einer Geschwindigkeit von rund 30 Kilometern pro Stunde auf der Anlage von unten nach oben gepumpt wird, beschreibt Markus Wasserle die Funktionsweise. Fürs Surfen wird der Widerstand genutzt, der entsteht, wenn das Wasser gegen das Surfbrett drückt. Der Wasserfilm ist zehn Zentimeter dick.

ecsImgBannerWhatsApp250x370@2x-5735210184021358959.jpg

Mehr über die Kletterei: Wie die Kletterei für einen Boom sorgt

Zielgruppen sind unter anderem Firmen, die das Gemeinschaftsgefühl der Mitarbeiter stärken wollen, und Familien. „Unsere Anlage ist zwar auch für fortgeschrittene Surfer geeignet, aber eher für Einsteiger gedacht und die Benutzung erfolgt unter Anleitung“, sagt Wasserle. Gebucht werden kann das künftige Angebot auch für Kindergeburtstage, die inzwischen ein wichtiges Standbein der Kletterei seien.

Surfbrett vor Ort ausleihen

Aber wird es für größere Gruppen nicht langweilig, wenn immer nur eine Person surfen kann? Markus Wasserle verneint das. Anfänger seien nach ein bis zwei Minuten erschöpft und könnten sich nicht mehr auf dem Brett halten, das die Größe eines Snowboards habe und vor Ort ausgeliehen werden könne. Geplant ist, Monats- und Saisonkarten zu verkaufen und Zeiträume für Gäste freizuhalten, die das Angebot nur sporadisch nutzen möchten.

Entstehen soll die Surfanlage auf der Grundstücksseite zum Kino hin. Dafür werde ein Teil des Kinderspielplatzes abgebaut. Wasserle und seine Frau Bianca wollen zudem mit Musik und einem kleinen Strand dem Lebensgefühl der Surfer gerecht werden. Für das Projekt haben sie sich mit Stefan Jahns, dem Inhaber des Skater- und Surfgeschäfts „Irie Corner“ in Landsberg, zusammengetan. Er soll sein Wissen einbringen und die Betreiber der Kletterei empfehlen im Gegenzug sein Geschäft, wenn Kunden Ausrüstung kaufen wollen. „Das wir uns lokale Partner suchen, hat sich bewährt“, sagt Wasserle.

Energie aus dem Blockheizkraftwerk

Um die Anlage betreiben zu können, errichtet die Kletterei zudem ein kleines Blockheizkraftwerk, das die nötige Energie liefert und sowohl heizen als auch kühlen kann. Das ist für die Zeit von Bedeutung, in der die Surfanlage abgebaut ist. „Die wird in der kalten Jahreszeit durch eine Eisstockbahn ersetzt, die zwischen November und Februar in Betrieb sein wird“, so Wasserle.

Und ein weiteres Thema haben die Betreiber bereits in der Pipeline. Der gastronomische Bereich der Kletterei soll erweitert werden. „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Leute unser Café nutzen und es genießen, den Kletterern durch die Glasscheibe zuzusehen. „Das wird mit dem Anbau dann auch bei den Surfern möglich sein.“

Themen Folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren