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Scheuring

13.12.2020

Nur die Enkel dürfen derzeit in Scheuring auf die Pferde

Ponyreiten geht derzeit nur in der Familie: vorne die dreijährige Anna Maisterl auf Monti, dahinter ihre zweijährige Schwester Emma auf Fidibus mit Opa Florian Maisterl.
Bild: Hertha Grabmaier

Plus Das bei Kindern so beliebte Ponyreiten am Zollhaus in Scheuring fällt wegen Corona schon lange aus. Nicht nur Organisator Florian Maisterl hofft bald auf bessere Zeiten.

Kinder lieben Ponys, Florian Maisterl und seine Frau Anni lieben beides, Kinder und Ponys. Mehr als 20 Jahre, Sommer wie Winter, jeden Samstag, Sonntag und an allen Feiertagen, außer bei Regenwetter, waren sie mit acht Ponys unterwegs durch den Wald von Scheuring zum Zollhaus, wo sie von Kindern freudig erwartet wurden. Doch die Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie machten es derzeit unmöglich. Auch der Höhepunkt des Jahres wird diesmal ausfallen.

Es war ein beliebtes Familienausflugsziel, denn ab zwölf Uhr konnten die Kleinen in Begleitung eines Großen auf dem schönen Waldrundweg ausreiten. Den haben die Maisterls vom Staatlichen Forstamt gepachtet, die Kosten dafür und die Pflege desselben laufen weiter. Sie halten den Pfad sauber, bringen Hackschnitzel aus und entfernen Hinterlassenschaften, um die sich Hundebesitzer nicht kümmern.

Das Ponyreiten hat bei den Maisterls immer Vorrang

Da mussten private Termine schon mal hintanstehen, denn die Kinder wollten sie nicht warten lassen. Jetzt warten die Maisterls selbst, „bis die Zeiten wieder besser werden“, so Florian Maisterl. Denn all dem Spaß haben die Corona-Maßnahmen ab 15. März ein jähes Ende gesetzt. Als nach zwölf Wochen im Sommer die Tierparks wieder öffnen durften, hatte sich Florian Maisterl erfolgreich darum bemüht, die beliebten Aktivitäten am Zollhaus und in Scheuring, wo Mädchen und Buben gerne zum Lech reiten, wieder aufnehmen zu dürfen. Seit Anfang November ist erneut Stillstand.

Auch eine Haflinger Stute ist auf der Koppel

Die vierzehn Ponys, die sich dort hinter dem Wohnhaus im Stall und auf der Koppel frei bewegen, überragt eine 31-jährige Haflingerstute aus der Zeit, als Anni und Florian Maisterl noch die begehrte Stutenmilch verkauften. Zwei der neun Enkel wohnen mit ihren Eltern am Pferdehof und mischen eifrig mit. Die dreijährige Anna und ihre zweijährige Schwester Emma sitzen bereits sicher im Sattel. Monti, das braun-weiß-graue Pony, kommt gleich angetrabt, wenn es Annas Stimme hört. Nach dem Geheimnis der guten Pferdeerziehung gefragt, offenbart Florian Maisterl: „Da gibt es keine Diskussionen.“ Er ist der Oberboss, dem die Pferde vertrauen, und er könne sich voll auf sie verlassen, „sonst wäre auch der intensive Kontakt mit den Kindern unmöglich“.

Nicht jedes Pferd sei dafür geeignet und beim Kauf beobachtet der erfahrene Rosshändler ein Tier genau. „Ein ruhiges Auge muss es haben“, so Florian Maisterl. „In all den Jahren habe ich keine Versicherung gebraucht.“

In Scheuring kamen die Weihnachtspäckchen mit der Kutsche

Der Höhepunkt des Jahres ist der Heilige Abend, wenn er am Nachmittag seine Pferde einspannt, um mit dem Christkind und Päckchen für circa 150 Kinder auf seiner Kutsche zur Scheuringer Waldweihnacht zu fahren. „Das größte Geschenk für mich bei dieser Fahrt sind die strahlenden Kinderaugen, wenn das Christkind die Geschenke übergibt."

In diesem Jahr müssen die Scheuringer auf die lieb gewordene Tradition verzichten, wie auch schon davor auf den Martinsumzug, bei dem Florian Maisterl alljährlich mit seinen Pferden dabei war. 2020 sind zahlreiche Kutschfahrten für Kindergeburtstage, Familienfeiern, Feste und Jubiläen von Vereinen und Geschäften ausgefallen. Vier seiner fünf Kinder hat er zur Hochzeit in einer festlich geschmückten Kutsche zur Kirche gefahren.

Viel Unterstützung von der Ehefrau

Pferde waren schon immer die große Leidenschaft des 70-jährigen Florian Maisterl und eine Partnerin wie Anni an seiner Seite zu wissen, die seit Jahrzehnten Freude und Arbeit mit ihm teilt, sei ein großes Glück. „Alleine wäre das nicht gegangen“, so Maisterl, der fast 45 Jahre beim Finanzamt Landsberg tätig war. „Ich hoffe, dass mir vom Herrgott die Kraft gegeben wird, dass ich diesem wunderschönen Hobby noch viele Jahre nachgehen kann“, so Florian Maisterl, der nach Corona wieder loslegen will.

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