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OB-Test in Landsberg: Kandidaten gut, Moderation?

OB-Test in Landsberg: Kandidaten gut, Moderation?
Kommentar Von Alexandra Lutzenberger
02.03.2020

Im Stadttheater stehen die OB-Kandidaten Rede und Antwort. Wie LT-Redaktionsleiterin Alexandra Lutzenberger die Veranstaltung bewertet.

Ausverkauft. Sogar die Stehplätze wurden knapp im Landsberger Stadttheater. Dicht an dicht standen und saßen die Zuschauer. Der amtierende OB und die drei weiteren OB-Kandidaten stellten sich bei einer Podiumsdiskussion hauptsächlich den Fragen der Landsberger Mitte, der Gruppierung im Stadtrat, die keinen OB-Kandidaten stellt. Eine gute Idee, wenn man mal von der Wahl der Moderatorin absieht. Wenn es spannend wurde, ins Detail ging, unterbrach sie die Kandidaten und wollte zum nächsten Thema gehen. Schon zu Beginn der Veranstaltung entwickelte sie einen derben Charme im Umgang mit Felix Bredschneijder. Sollte lustig sein, ihre Kritik, dass er nie erreichbar ist, wirkte aber eher ein wenig deplatziert. Bei Facebook wurde ihre auf Provokation zielende Moderation als „Komödiantenstadl“ bezeichnet, und so falsch ist diese Interpretation nicht. Denn locker und souverän geht anders.

Sachlich und mit Niveau diskutiert

Schon die Eingangsfrage an alle Kandidaten (außer an den OB) war tendenziös: Was denn der größte Fehler des amtierenden OB in der vergangenen Amtszeit für die Kandidaten war. Diese Frage zeigte gleich, welche Richtung die Diskussion nehmen sollte. Tat sie aber zum Glück nicht. Denn die Diskussionsteilnehmer zeigten sich sachlich und diskutierten mit Niveau. Das zeichnete alle vier aus und ist angesichts der Moderation besonders zu loben. OB Mathias Neuner ( CSU ) ließ sich nicht provozieren und stellte sich ausführlich und ruhig allen Fragen, auch wenn es mal kritisch wurde. Moritz Hartmann (Grüne) und Felix Bredschneijder ( SPD ) positionierten sich klar und setzten sich für sozialen Wohnungsbau und für eine schnelle Lösung in Sachen Verkehr ein. Die will auch Doris Baumgartl (UBV), die sich jedoch ein wenig in Sachen Umgehung verzettelte, denn eine genaue Vorstellung, wie das gehen soll, hatte sie nicht. Dafür aber eine Antwort auf die Frage, was der größte Fehler des OB war: Das Vorverkaufsrecht für das Projekt Urbanes Leben am Papierbach aufzugeben. Gab es das? Das verneinte Mathias Neuner.

Wohnen und Verkehr sind die großen Themen

Wohnen ist tatsächlich neben dem Verkehr das große Thema in Landsberg. Und hier hört man immer wieder Kritik an der Entscheidung, einen Investor, „der nur Profit will“, das Urbane Leben gestalten zu lassen. Doch gab es dazu eine Alternative? Schon vor Mathias Neuner gab es zahlreiche Verhandlungen – allerdings wurde das Gelände nie verkauft. Der jetzige Stadtrat könnte stolz sein, dieses Ziel nun erreicht zu haben. Allerdings hadern einige mit dieser Entscheidung. Hätte Landsberg also wirklich 500 Millionen Euro in die Hand nehmen sollen, um am Papierbach zu bauen? Andere Kommunen wie Starnberg folgen dem Beispiel Landsbergs. Der dortige Bauausschuss beschloss kürzlich einstimmig, dass eine Interessensgemeinschaft um den Wurstfabrikanten Houdek 30000 Quadratmeter im Norden der Stadt gestalten soll. Auch hier wird nicht ohne Investoren gearbeitet. In Landsberg hat man sie auch gebraucht. Und der Stadtrat war damals begeistert.

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