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Justiz

10.07.2020

Oma-Besuch endet bei der Polizei

Mit einem randalierenden Mann hatte es die Polizei im April in Kaufering zu tun. Jetzt stand der 32-Jährige vor Gericht.

Ein 32-Jähriger randaliert in der Wohnung der Großmutter

Gleich mit zwei Streifenwagen rückte die Polizei an, als sie im April dieses Jahres zu einem Altenwohnheim in Kaufering gerufen wurde. Ein 32-jähriger Mann, der dort in der Wohnung seiner Oma randaliert haben soll, war den Beamten bereits bekannt. Denn der Mann war in der Vergangenheit wegen vier Delikten, die er 2016, 2017 und 2018 begangen hatte, zu Geldbußen und einer Haftstrafe auf Bewährung verurteilt worden. Jetzt muss er allerdings in Haft. Das ist das Ergebnis der Verhandlung vor dem Landsberger Amtsgericht.

Gemäß Anklage soll der Mann vier Streifenbeamte mit derben Ausdrücken beleidigt und zudem versucht haben, einem der Polizisten ins Gesicht zu spucken. Wie vor Gericht bekannt wurde, soll der Angeklagte seine Großmutter besucht und dort randaliert haben. In ihrer Verzweiflung soll die Oma ihre Tochter angerufen und gebeten haben, dass sie die Polizei verständigt. Das hat die Frau, die im Raum Landsberg lebt, spontan gemacht. Ihr war nämlich sehr wohl bekannt, dass ihr Sohn aggressiv und ausfällig werden könne, wenn er Alkohol getrunken hat. An besagtem 4. April sollen es vier Halbe gewesen sein. Als die Polizei eintraf, fielen ihr zunächst ein paar Hinweise am Gebäude auf: Es war „Corona“-Zeit. Deswegen hätte der 32-Jährige seine Oma gar nicht besuchen dürfen.

Als die Beamten an der Wohnungstür klopften, wollte der Mann nicht öffnen. Erst recht nicht, als er hörte, dass ihn mehrere Polizisten erwarten. Schließlich machte der Mann die Tür doch einen Spalt weit auf. Diese Chance nutzte einer der Beamten: Er setzte einen Fuß rein – und drin waren sie. Und schon soll er sie alle wüst beschimpft, beleidigt und geflucht haben. Deshalb wurde der Mann überwältigt und gefesselt, wie es vor Gericht hieß.

Der 32-Jährige gab aber keine Ruhe. Zwei Polizisten mühten sich dann, den Angeklagten aus dem sechsten Stock über viele Treppen nach unten aus dem Haus zu bringen. Doch es gab Komplikationen: Denn er soll versucht haben, sich selbst zu verletzen. Er wollte seinen Kopf ein paar Mal gegen eine Wand schlagen. Außerdem wollte er einen Polizisten bespucken. Der konnte ihm jedoch ausweichen. Diesem Manöver setzten die Ordnungshüter schnell ein Ende: Sie holten eine sogenannte Spuckhaube. „Es soll kein zweites Mal vorkommen, dass er uns das Auto zerlegt“, begründete einer der Polizisten im Zeugenstand diese Vorsichtsmaßnahme. Erst auf dem Polizeirevier soll sich der Mann dann einigermaßen beruhigt haben.

Die ihm zur Last gelegten beleidigenden Wörter will der Angeklagte so nicht gesagt haben, wie ihm in der Anklage unterstellt werde. Im Gerichtssaal entschuldigte er sich bei allen Beteiligten. Seine Vita besagt, dass er die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt, gebürtig jedoch aus Kasachstan kommt. Dort betreibe sein Vater eine Lebensmittel-Kette. Er verdiene bei ihm zeitweise als Buchhalter für örtliche Verhältnisse „gutes Geld“ und pendle immer wieder zwischen Kasachstan und Deutschland. Im Raum Landsberg lebt seine geschiedene Mutter. Der Angeklagte verbüßt derzeit eine Haftstrafe von einem Jahr und drei Monaten in der JVA Landsberg wegen einer anderen Straftat, bei der er gegen die Bewährungsauflage verstoßen hat. Weitere vier Monate kommen nun wegen der Beleidigungen hinzu. (eh)

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