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Landsberg

15.08.2018

Oper-Open-Air: Der Hauptplatz wird bei Nabucco zur großen Picknickfläche

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Wenn das keine imposante Kulisse ist. Der Landsberger Hauptplatz eignet sich wunderbar als natürliche Opernkulisse, besser kann es ein Opernhaus auch nicht machen. Und die Besucher freuten sich über einen wunderbaren musikalischen Abend auf dem Hauptplatz.

Eine Oper erobert die Landsberger Herzen. Rund 2000 Zuschauer waren mit dabei und genossen die Musik im Freien. Für den Förderverein der Rathauskonzerte gab es eine Überraschung.

Hauptplatz und Hubert-von-Herkomerstraße waren gesperrt, die Bühne vor dem Historischen Rathaus aufgebaut, der „Orchestergraben“ für die Musiker bereitet, die Technik angeschlossen. Landsbergs gute Stube war also bereit für die Freiluftaufführung von „Nabucco“, die erste erfolgreiche Oper von Giuseppe Verdi. Jetzt musste nur noch das Wetter mitspielen. Und es sah lange nicht besonders gut aus. Nach schwülem Vormittag und Mittag schütteten etliche ziemlich fette Wolken ihren gesamten wässrigen Inhalt über dem Landkreis Landsberg aus.

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Landsberg: Die Oper Nabucco auf dem Hauptplatz in Bildern
Bild: Julian Leitenstorfer

Die Spenden kommen einem neuen Rathausflügel zugute

Die Organisatoren, allen voran Anton Sirch vom Raum- und Veranstaltungsmanagement der Stadt, schickten bange Blicke wahlweise zum Himmel und auf den Monitor. Was lange unvorstellbar war, trat ein: Die Wolken waren leer, Platz und Straße trockneten ab, das Regen- und Gewitterrisiko verlagerte sich stündlich weiter nach hinten in Richtung Mitternacht, die vorsorglich zum Verkauf stehenden Regencapes wurden nicht benötigt. Das Ensemble der „Venezia Festival Opera“ konnte mit letzten Vorbereitungen beginnen.

Lesen Sie den Kommentar: Oper auf dem Hauptplatz: Fortsetzung gewünscht

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Etwa 2000 Menschen oder mehr werden es gewesen sein, die den Abend mit Musik am Hauptplatz genossen – bei freiem Eintritt. „Wir haben jedes Jahr ein gewisses Budget zur Verfügung“, erklärte Sirch dazu. „Einen Teil davon nutzen wir jeweils für eine besondere Veranstaltung.“ Dieses Jahr war das die Open-Air-Nabucco-Produktion, die von der Stadt engagiert und finanziert wurde. Unter dem Motto „Klassik für Klassik“ waren aber auch Spendenboxen aufgestellt. Geld, das großzügige Zuhörer dort hineingaben, wird auf das Konto für die Neuanschaffung eines Konzertflügels im Festsaal des Historischen Rathauses gestellt. 7200 Euro spendeten die Landsberger.

Die Anwohner können das Spektakel bequem von zu Hause aus verfolgen

Schnell waren die vorbereiteten Sitzplätze belegt. Viele Besucher hatten vorsorglich ihr eigenes Hockerl mitgebracht. Doch auch auf dem immer noch warmen Pflaster, auf der Straße lagerten die Gäste – auf mitgebrachten Decken und Kissen. Sie genossen nicht nur die Musik, sondern hatten teilweise von zu Hause mit Getränken vorgesorgt. Picknick mit Mitgebrachtem – auch das gönnten sich Besucher. Alles war möglich, bei den angenehmen Abendtemperaturen. Besonders gut hatten es Anwohner. Sie öffneten die Fenster in den oberen Stockwerken, stellten kühle Getränke bereit und konnten so die Aufführung vom eigenen Logenplatz aus anschauen.

Die von Nadia Hristo traditionell inszenierte Oper über den größenwahnsinnigen Nebukadnezar und die Befreiung von Israeliten und Hebräern aus babylonischer Knechtschaft konnte beginnen. Die Ouvertüre wirkte anfangs etwas holprig, Orchesterchef Nayden Todorov hatte die Musiker aber schnell beisammen und dirigierte das Festivalorchester in der Folge sehr vehement und fordernd.

Die Landsberger wünschen sich mehr Veranstaltungen wie diese auf dem Hauptplatz

Das Bühnenbild dominierten zwei Treppen, die links und rechts zum Königsthron hinaufführten. Dort spielte sich alles ab, dort wurde gesungen und gestritten, gemordet und gefleht. Immer wieder brandete Szenenbeifall auf, besonders kräftig war er beim Gefangenenchor „Va pensiero“, der bekanntesten Stelle der Oper. Dank der natürlichen „Tribüne“ des Hauptplatzes war die Sicht auf die Bühne, die vom Schmalzturm aus wie eine Guckkastenbühne wirkte, überall gut.

Für beste Akustik wäre ein Platz abseits der Sicht auf die Akteure, Richtung Klostereck gut gewesen. Ein „Spektakel“ sei es, meinte Musikschulleiter Lothar Kirsch über die Open-Air-Oper. Ein perfekt vorbereitetes: Feuerwehr und Sanitäter waren präsent, Fluchtwege gekennzeichnet, Toilettenhäuschen aufgestellt. Das größte Lob galt dem Hauptplatz. Immer wieder war zu hören, dass er viel öfter für Veranstaltungen wie diese genutzt werden sollte.

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