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Landkreis Landsberg

10.02.2020

Orkan „Sabine“: Rund 100 Einsätze im Landkreis Landsberg

Orkan „Sabine“ fegte auch durch den Landkreis Landsberg und ließ Verkehrszeichen oder Bäume umstürzen. Die Feuerwehren mussten zu rund 100 Einsätzen ausrücken.
Bild: Julian Leitenstorfer

Plus Entwurzelte Bäume, Chaos im Nahverkehr und Stromausfälle: So fällt die aktuelle Bilanz zu Orkan „Sabine“ im Landkreis Landsberg aus. Mit welchen Geschwindigkeiten der Orkan wehte.

Orkan „Sabine“ ist am Montag auch über den Landkreis Landsberg hinweggefegt, hat etliche Bäume entwurzelt und für Behinderungen gesorgt. Die Feuerwehren hatten gestern einiges zu tun, doch insgesamt kam das südliche Oberbayern verhältnismäßig glimpflich davon. Für die Nacht auf Dienstag hatte der Deutsche Wetterdienst im Alpenvorland erneut orkanartige Böen vorhergesagt. Trotzdem: Am Dienstag müssen die Schüler wieder in den Unterricht.

So heftig waren die Böen

Die stärksten Böen gab es in den Vormittagsstunden. Laut Landratsamt lagen die Windgeschwindigkeiten im Landkreis bei bis zu 120 Stundenkilometern. Bäume und große Äste, die auf Fahrbahnen gestürzt waren, mussten von den Feuerwehren entfernt werden. Mehrere Ortsverbindungsstraßen wurden vorsorglich gesperrt. Koordiniert wurden die Einsätze der Feuerwehren bis etwa 15 Uhr von der Kreiseinsatzzentrale (KEZ) im Landratsamt. Dann übernahm laut Pressesprecher Wolfgang Müller wieder die Integrierte Leitstelle in Fürstenfeldbruck sämtliche Notrufe. 81 Einsätze seien über die KEZ abgewickelt worden, insgesamt seien es im Landkreis um die 100 Vorfälle gewesen. Größere Schäden an Häusern habe es nicht gegeben. „Bislang sind wir relativ glimpflich davongekommen, was die Schäden betrifft“, sagte Pressesprecher Müller.

Schon am Sonntagnachmittag war – wie berichtet – beschlossen worden, dass am Montag wegen des Orkans die Schulen geschlossen bleiben. Eine (Not-)Betreuung wurde jedoch angeboten. Die meisten Grundschüler blieben jedoch daheim, wie Schulamtsdirektorin Monika Zintel dem Landsberger Tagblatt sagte. Sie wusste von 13 Grundschülern im Landkreis, die zur Schule gebracht worden waren.

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Bäume und Äste fallen auf Stromleitungen

Bäume fielen nicht nur auf Straßen, sondern auch auf Stromleitungen. Dies führte zu einer Reihe von Stromausfällen. Laut den Lechwerken kam es gegen 6.30 Uhr im Bereich Penzing/Schöffelding zu einem Ausfall. Die Netzleitstelle in Augsburg habe zusammen mit Kollegen der Betriebsstelle vor Ort die Stromversorgung durch Umschaltungen auf andere Leitungen ab 7.30 Uhr nach und nach wieder herstellen können. Bis 9.30 Uhr seien in dem Bereich alle Haushalte wieder mit Strom versorgt gewesen.

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Was Orkan "Sabine" im Landkreis Landsberg angerichtet hat
Bild: Julian Leitenstorfer


„Ab 9.30 Uhr kam es mit dem weiter nach Süden ziehenden Sturm zu Ausfällen im Bereich Erpfting, Unterdießen, Denklingen, Kinsau, Apfeldorf und Rott“, so LEW-Sprecher Ingo Butters. Eine Stunde später sei die Versorgung durch Umschaltungen auf andere Leitungen wiederhergestellt worden. Die Wiederherstellung der Stromversorgung hat laut Butters Priorität. Die Reparatur von Leitungen werde voraussichtlich mehrere Tage dauern. Pressesprecher Maximilian Zängl von der Bayernwerk AG – dem Netzbetreiber im Ammerseeraum – kann nicht genau beziffern, wie viele Stromkunden in ihrem Netzbereich im Landkreis von Stromausfällen betroffen waren. „Das südliche Oberbayern ab Höhe München kam eher glimpflich davon.“ Bayernweit hatten die Bayernwerke am Vormittag Ausfälle von 60.000 Haushalten – vor allem in Franken.

Im Nahverkehr gibt es erhebliche Probleme

Wer am Montag mit Zug oder S-Bahn in die Arbeit fahren wollte, stand am Morgen vor einem Problem: Die Deutsche Bahn und auch die Bayerische Regiobahn (BRB) schickten vorsorglich keine Züge auf die Gleise. Die ersten S-Bahnen fuhren noch, doch um 8.40 Uhr kam die Meldung, dass nur noch auf der Stammstrecke von Pasing zum Münchner Ostbahnhof Züge unterwegs seien. Einige Passagiere strandeten in Geltendorf und hatten Schwierigkeiten, weiter zu kommen.

Im Laufe des Nachmittags wurden nach Erkundungsfahrten Schritt für Schritt verschiedene S-Bahnstrecken wieder freigegeben, und auch die BRB war am späten Nachmittag wieder auf den Strecken Augsburg-Schongau und Augsburg-Landsberg unterwegs. Die Linienbusse verkehrten im Landkreis. Teilweise kam es laut Information aus dem Landratsamt zu Behinderungen, aber teilweise ging es auch schneller, da weniger Verkehr herrschte als sonst.

In Wäldern drohen massive Gefahren

Angestellte von großen Arbeitgebern fuhren aber offensichtlich zumeist zur Arbeit: Pressesprecher Stefan Arnold von Rational in Landsberg weiß nur von einer Kollegin aus dem Augsburger Raum, die wegen des Orkans nicht zur Arbeit gekommen sei. Sprecher Matthias Stollberg von Delo in Schöffelding berichtete, dass „die meisten Kollegen ganz normal ins Büro gekommen sind“. Einige seien auch nach Beginn der „Kernarbeitszeit“ um 9 Uhr zur Arbeit gekommen, weil sie sich noch um eine Betreuung für ihre Kinder gekümmert hätten. Einige hätten spontan Urlaub genommen, Überstunden abgebaut oder im Homeoffice gearbeitet.

„Sabine“ wirkte bis in die Agentur für Arbeit: Aus Weilheim kam die Mitteilung, dass man verspätete Meldungen für Personen akzeptiere, die sich am Montag oder Dienstag, 10. oder 11. Februar, hätten arbeitslos melden müssen oder Termine bei der Agentur hatten.

Vorbei ist die Gefahr noch nicht: Bayerns Forstministerin Michaela Kaniber warnt davor, die nächsten Tage in die Wälder zu gehen. Ihr Ministerium empfiehlt, auch nach Abklingen der Stürme einige Tage auf Waldbesuche zu verzichten, weil die von Bäumen ausgehende Gefahr nach Stürmen dieser Stärke länger anhält.

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