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Landsberg

18.06.2020

Papierbach: Die Kulturhalle wird höher als gedacht

So soll das Kulturzentrum im Landsberger Baugebiet am Papierbach vom künftigen Lady-Herkomer-Steg aus betrachtet, aussehen.
Bild: Auer Weber Architekten BDA

Plus Beim Bauprojekt Urbanes Leben am Papierbach geht es hoch hinaus. Jetzt liegt der Bauantrag für das neue Kulturgebäude mit Konzertsaal vor und das sorgt im Landsberger Stadtrat für eine Überraschung.

Der wirkliche Knüller der Stadtratssitzung am Mittwochabend kam nach 22 Uhr: Stadtbaudirektorin Birgit Weber stellte unter dem Punkt „Sonstiges“ den Bauantrag für das Kulturgebäude im Baugebiet Urbanes Leben am Papierbach (ULP) vor. Und das geplante Gebäude sorgte wegen seiner Höhenentwicklung für Erstaunen im Gremium. Wie es jetzt weitergeht.

Das Kulturzentrum soll demnach mit einer Höhe von fast 21 Metern einen Meter höher werden als der ursprüngliche Karl-Schrem-Bau – er war in der ehemaligen Pflugfabrik das höchste Gebäude. Damit liegt man weit über den im Bebauungsplan vorgesehenen Maßen. Mit 14,5 Metern Gesamthöhe und einer Geschossfläche von 5200 Quadratmetern ist die Kulturhalle im Bebauungsplan festgesetzt.

Schon im Architektenwettbewerb wurden die Maße nicht eingehalten

Schon im Architektenwettbewerb wurden diese Zahlen überschritten – unter anderem mit einer Höhenentwicklung von 16,5 Metern. Laut dem vorliegenden Antrag der „Am Papierbach Entwicklungsgesellschaft“ (APE) soll das Gebäude mit Innenterrasse an seiner höchsten Stelle an die 21 Meter hoch werden und 7320 Quadratmeter Geschossfläche umfassen.

Papierbach: Die Kulturhalle wird höher als gedacht

Das höchste Gebäude im ULP bleibt der Turm (Baukörper A1 Süd). Er hat laut Investor ehret+klein eine Höhe von 21,7 Metern, befindet sich aber an der Bahnlinie und nicht direkt an der Von-Kühlmann-Straße. Zum Vergleich: Der ebenfalls bereits im Bau befindliche Gebäudekomplex B2 direkt an der Von-Kühlmann-Straße hat eine Höhe von rund 15 Metern. Als nächstes Gebäude im Norden ist das Kulturzentrum geplant.

Hotelzimmer statt Wohnungen

Ursprünglich war geplant, über den im Erdgeschoss befindlichen Kulturräumen Wohnungen zu bauen, mittlerweile ist ein Hotel vorgesehen. Über dem 8,5 Meter hohen Saal sollen zwei Vollgeschosse angeordnet werden, sagte Birgit Weber. So ergebe sich die Gesamthöhe von fast 21 Metern. „Da sehen wir Überarbeitungsbedarf“, so Weber. Angesichts der starken Abweichungen steht eine Änderung des Bebauungsplans im Raum.

Im Baugebiet Urbanes Leben am Papierbach soll ein  Kulturzentrum nördlich (im Bild im Vordergund) der bereits entstehenden Gebäude gebaut werden.
Bild: Thorsten Jordan

„Wir sind im Dialog mit APE“, berichtete Oberbürgermeisterin Doris Baumgartl (UBV), auch der Gestaltungsbeirat sei einbezogen. Für den Saal werde derzeit ein Nutzungskonzept aufgestellt, an 30 Tagen stehe er der Stadt zur Nutzung zur Verfügung. Kulturreferent Axel Flörke (Landsberger Mitte) kritisierte in der Sitzung, dass „eines der wichtigsten Projekte, die wir haben“, so spät am Abend besprochen werde. Er wünscht sich eine Sondersitzung.

Das Thema Konzertsaal, beziehungsweise welche Höhe ein Veranstaltungsraum haben muss, um als Konzertsaal zu funktionieren, war – wie berichtet – 2018 aufgekommen. Wie Axel Flörke dem LT gestern sagte, sei bei einem Gutachten 2016, in das Erkenntnisse aus der Bürgerwerkstatt, von Wolfgang Hauck (Vertreter Kultur im ULP-Lenkungsausschuss) und aus dem Kulturbüro der Stadt einflossen, noch nicht von einem Konzertsaal, sondern von einem Veranstaltungsraum und Ausstellungsräumen sowie einem museumspädagogischen Raum die Rede gewesen.

Für Axel Flörke gibt es bessere Lösungen

Flörke verweist darauf, dass es in Landsberg das Historische Rathaus, den Bibliothekssaal, das Stadttheater und die Mittelschule als Konzertsäle gebe. Der Kulturreferent sieht zwar grundsätzlich auch die Notwendigkeit eines großen Konzertsaals, würde so einen Saal aber lieber an einer verkehrgünstigeren Stelle verwirklichen. Flörke nennt dabei den Fliegerhorst Penzing.

Welches Interesse an einer Nutzung des Saales besteht, erfragt derzeit Wolfgang Hauck von den Kulturschaffenden im Auftrag von ehret+klein: „Wer kann sich welche Veranstaltung dort vorstellen?“ Daraus entwickle er einen fiktiven Belegungsplan. Daraus könne eine betriebswirtschaftliche Planung erfolgen. Nächste Woche werde er diesen fiktiven Belegungsplan vorstellen.

Die Höhe des Veranstaltungsraums muss laut Hauck unabhängig von der Gesamthöhe des Gebäudes gesehen werden. Es sei falsch, die Höhe des Gebäudes alleine in den Fokus zu stellen, wenn es um andere wesentliche Optionen und die Funktionalität des Kulturgebäudes gehe. Für Hauck ist es jetzt eine Frage, welche Chancen sich ergeben oder verloren gehen könnten.

Lesen Sie dazu auch: 21 Meter sind für das Kulturzentrum zu hoch

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