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Landsberg

26.09.2018

Papierflieger erinnern an einen Pionier der Luftfahrt

Wolfgang Hauck (links) und Edmund Epple laden zum Papierfliegerwettbewerb ein.
Bild: Hartmann

Der Landsberger Kulturverein und „Die Aufmacher“ laden zu einem Festival der papierenen Flugobjekte ein. Alois Wolfmüller aus Landsberg baute erste Segelgleiter.  

Wer in der Herzog-Ernst-Straße vor Edmund Epples Buch-und Plattenladen Discy-MusikBuchHandlung steht und ein wenig weiter nach oben blickt, sieht eine unscheinbare Gedenktafel. Sie erinnert an den Flugpionier Alois Wolfmüller, der in diesem Haus 1864 geboren wurde. Vor 70 Jahren am 3. Oktober 1948 starb er in Oberstdorf. Unter anderem schuf Wolfmüller den ersten Gleiter für Segelapparate auf mechanischer Basis und löste damit eines der bis dato größten technischen Probleme Otto Lilienthals.

Mittelschüler werden kreativ 

Edmund Epple sah diese Tafel sehr oft, und es war nur eine Frage der Zeit, bis die Idee zu einem Alois-Wolfmüller-Papierflieger-Wettbewerb geboren wurde. „Im Laden habe ich auch einen Ausstellungskatalog von 1991 griffbereit neben der Kasse. Solche Geschichten und Biografien muss man beleben.“ Mit der Idee lag er bei Wolfgang Hauck, Künstler und Leiter des Vereins dieKunstBauStelle, genau richtig. „Mehr als eine Ausstellung, ein Projekt zum Mitmachen sollte daraus entstehen“, so Hauck. Die Idee überzeugte auch den Rotary Club Ammersee-Römerstraße, der die finanzielle Starthilfe bewilligte: Am 4. Oktober werden 24 Schüler der Mittelschule Landsberg kunstvolle Papierflieger und Mobiles bauen und die Besonderheiten von Origami kennenlernen. Die kreativen und kunstvollen Ergebnisse werden dann in ausgewählten Landsberger Geschäften ausgestellt.

Am Freitag, 5. Oktober, beginnt in der Säulenhalle ab 16 Uhr eine offizielle und öffentliche Werkstatt, bei der man unter fachlicher Anleitung Papiermodelle zum Thema „Fliegen“ bauen kann. Ob Flugzeuge, Schmetterlinge oder Vögel – Kraniche oder Friedenstauben nach Origamiart – alles ist hier möglich, Hauptsache es fliegt. Am Samstag, 6. Oktober, ist die Werkstatt von zehn bis 14 Uhr erneut zum Experimentiren für alle offen.

Papierflieger erinnern an einen Pionier der Luftfahrt

Eine Jury prüft die Modelle

Ebenfalls am Samstag werden die Flugobjekte schließlich ab 14 Uhr im benachbarten Saal des Stadttheaters im Rahmen eines Wettbewerbs auf ihre Flugtauglichkeit geprüft. Eine Jury nimmt die Modelle genau unter die Lupe und prüft sie anhand der beiden wichtigen Kriterien: Wer hat das schönste Flugzeug gebastelt? Und: Welches Flugobjekt fliegt am besten? So wird ein Sieger ermittelt, der sich auf einen einmaligen Rundflug über Landsberg freuen darf. Die Sängerin Maggie Jane aus dem Landkreis Landsberg wird ihren eigens für die Aktion komponierten Song „Ich will Fliegen irgendwie“ vorstellen und den Wettbewerb musikalisch begleiten.

Parallel dazu hat Renate Stoiber, ehemalige Kostümbildnerin der Bayreuther Festspiele und im Team des Vereins dieKunstBauStelle, ein „Objekt für alle“, vorbereitet. „Wir bauen einen sechs Meter großen Nachbau eines Flügelmodells“, berichtet sie. „Hier kann jeder mitmachen, um aus rund 10000 Kabelbindern beeindruckende Flügel zu gestalten.“ Am Sonntag, 7. Oktober, gibt es ab 10 Uhr einen Brunch mit Musik in der Säulenhall. Ab 15 Uhr wird der Nachbau eines Flügelmodells im Rahmen einer großen Luftballonaktion auf dem Hellmairplatz installiert.

Werkstatt für Kinder ab zehn Jahren

Die Werkstatt sowie die einzelnen Aktionen richten sich an große und kleine Kinder ab zehn Jahren. Alle Angebote sind kostenfrei und werden unterstützt durch das Programm von „Kultur macht stark“, „Mein Land Zeit für Zukunft“ der Türkischen Gemeinde in Deutschland, dem Rotary Club Ammersee-Römerstraße, der Heinz-Heinrich-Martin-Stiftung, dem Stadttheater und der Einzelhandelsgemeinschaft „Die Aufmacher“. In einigen Geschäften rund um die Läden des Geburtshauses in der Herzog-Ernst-Straße und dem Hellmairplatz wird es ab Samstag die von den Schülern der Landsberger Mittelschule gebauten Modelle in den Auslagen zu bewundern geben. Alle anderen Werke werden nach dem Wettbewerb im Foyer des Stadttheaters zu bestaunen sein.

Wer mehr zu diesem Erfinder des ersten serienfähigen Motorrads erfahren will, für den bietet das Stadtmuseum Landsberg eine kleine Ausstellung an. Dort wird ein von Wolfmüller 1908/09 konstruierter Modellflügel ausgestellt, und in der Medienstation gibt es Informationen zum Flugobjekt sowie zu Alois Wolfmüller, kostenfrei vom 4. bis 6. Oktober von 11 bis 17 Uhr. Auch die „Die Stelzer“ sind in diesen Festivaltagen mit von der Partie: Sie tragen ein Flugzeugmodell auf dem Kopf.

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