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Geltendorf

23.11.2018

Parkgebühren: Was die Pendler nach der Schocknachricht sagen

Viele Pendler sind überrascht und verärgert darüber, dass auf einem Parkplatz am Geltendorfer Bahnhof bald Gebühren verlangt werden. Alexandra Thanner, Wolfgang Blass und Stefan Konietzka (von links) vor einer Infotafel.
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Viele Pendler sind überrascht und verärgert darüber, dass auf einem Parkplatz am Geltendorfer Bahnhof bald Gebühren verlangt werden. Alexandra Thanner, Wolfgang Blass und Stefan Konietzka (von links) vor einer Infotafel.
Bild: Julian Leitenstorfer

So reagieren Pendler aus dem Landkreis auf die Gebühren, die bald auf einem der Parkplätze am Geltendorfer Bahnhof gelten. Droht jetzt in den Wohngebieten das Parkchaos?

Viele Menschen aus dem Landkreis pendeln täglich von Geltendorf aus nach München oder Augsburg oder auch ins Allgäu. Nachdem jetzt bekannt wurde, dass man künftig für einen Stellplatz im nördlichen Teil des Geltendorfer Bahnhofs Parkgebühren bezahlen muss, sind viele entsetzt. Die Parkplatzsituation ist in Geltendorf ohnehin angespannt und nun fallen auch noch Gebühren an. Das LT hat vor Ort mit Pendlern gesprochen und sie nach ihrer Meinungen befragt.

Auf unserer Facebookseite hatten viele Leser ihrem Unmut bereits Luft verschafft: Parkgebühren: Die Empörung im Internet ist riesig

„Das ist voll der Witz“, sagt Marie Sophie Pillin. Die Studentin fährt mindestens vier Mal in der Woche mit dem Zug nach Augsburg. Sie komme sogar extra aus Türkenfeld nach Geltendorf – wegen der Zuganbindung. „Ich werde auf gar keinen Fall zahlen. Sogar in München kostet es auf manchen Parkplätzen weniger, als künftig hier“ erzählt sie. Ganz ähnlich sieht das Andreas Graf aus Pflaumdorf. „Ich fahre jeden Tag nach München. Dann werde ich eben in Zukunft versuchen, auf den anderen, kostenfreien Parkplätzen noch was zu finden.“ Für ihn, der um 5.30 Uhr schon nach München fahre, sei das kein Problem, noch einen Platz zu finden, das sei ein großes Glück. „Aber für die, die später erst losfahren müssen, ist das ein echtes Problem.“ Besonders die Preise findet Graf „heftig“. Pro Tag sind ab 3. Dezember in Geltendorf 1,50 Euro fällig, das Wochenticket kostet sieben, die Monatskarte 22 Euro.

Um 7.30 Uhr gibt es keinen Parkplatz mehr

Stephanie Stegmann aus Eresing fährt jede Woche vier Mal nach Fürstenfeldbruck. „Wenn ich um 7.30 Uhr in Geltendorf bin, dann ist schon alles voll. Ich hätte nur noch die Möglichkeit, auf den Parkplatz zu fahren, der nun kostenpflichtig ist. Bei den Preisen, die ich jetzt zahlen muss, kann ich aber auch gleich mit dem Auto fahren“, sagt Stegmann. Auch Moises Hernandez aus Weil war überrascht von der neuen Regelung. „Ich fahre jeden Tag mit der Bahn nach Puchheim. Jetzt kommen zu den Gebühren meiner Monatskarte auch noch die Parkgebühren dazu. Also ich denke, viele werden deshalb überlegen, sich in der Ortschaft nach einem Parkplatz umzusehen“, erklärt Hernandez.

Der gleichen Meinung ist Stefan Konietzka aus Untermeitingen. „Viele werden versuchen, in den Wohnvierteln einen Parkplatz zu bekommen. Das schaukelt sich dann gegenseitig hoch. Es ist doch bekannt, dass in Geltendorf eh schon Parkplatznot herrscht. Jetzt werden auch noch solche Begrenzungen in Form von Gebühren erhoben. Das ist einfach ein Unding.“

Bei ihm jedenfalls sträube sich alles, wenn er mit dem Auto nach München fahren müsste, wenn ein Zug fahre. „Umweltschutztechnisch fahre ich lieber Zug, aber wenn ich keinen Parkplatz mehr finde, bin ich ja geradezu gezwungen, mit dem Auto zu fahren“, sagt Stefan Konietzka.

Was man bei der Gemeinde Geltendorf zum Schritt der Bahn sagt, lesen Sie hier: Parkgebühren am Bahnhof: Gemeinde und Landrat fordern eine andere Lösung

Trotz Monatskarte keine Garantie auf einen Parkplatz?

„Das ist eine Unverschämtheit“, meint Alexandra Thanner aus Win-dach zu den neuen Gebühren. Selbst wenn sie bereit wäre, monatlich Gebühren für den Parkplatz zu zahlen, habe sie ja trotzdem noch nicht die Sicherheit, auch wirklich einen Parkplatz zu bekommen. „Man sollte erst das Parkplatzproblem, das eh schon herrscht, in den Griff bekommen und es lösen, bevor man andere Leute dafür zahlen lässt.“ Eine Gebühr mache ihrer Meinung nach nur dann Sinn, wenn eine Regelung das Ganze einfacher macht.

„Ich habe keine Lust zu zahlen, falls dann trotzdem die Möglichkeit besteht, dass ich Pech gehabt habe und kein Parkplatz mehr frei ist. Da sollte man dann schon fixe Parkplätze vergeben“, meint die Pendlerin aus Windacher.

Schichtarbeiter haben es nicht leicht

Wolfgang Blass aus Kaufering pendelt seit 18 Jahren täglich nach München. „Erst fahren weniger Züge und jetzt soll ich auch noch für meinen Parkplatz zahlen.“ Wenn er Frühschicht habe, müsse er von Geltendorf aus fahren, da in Kaufering so früh keine Züge fahren würden. „Ich fahre um 4.41 Uhr hier in Geltendorf los. Da finde ich auch noch auf einem der anderen, kostenfreien Parkplätze eine Lücke.“ Aber wenn er mittags erst losmüsse, dann bekomme er keinen Platz mehr. Da sei er fast gezwungen, mit dem Auto nach München zu fahren. „Da möchte man umweltbewusst sein und Zug fahren, und muss dann dafür auch schon zahlen. Viele werden dann halt noch mehr in den Wohngebieten nach Parkmöglichkeiten suchen oder sich gleich auf den Radweg in Richtung Eresing stellen“, befürchtet Wolfgang Blass.

Viele Fragen sind noch offen

Auch der Geltendorfer Alwin Reiter findet die neue Situation ganz schlimm. „Ich wohne direkt am Bahnhof und schon jetzt ist immer alles zugeparkt. Ich als Anwohner bin gar nicht erfreut über die neue Regelung.“ Seiner Meinung nach würde es dann für andere, zum Beispiel die Müllabfuhr, noch schwieriger werden, in der Ortschaft durchzukommen.

„Was ist denn, wenn man jetzt ein Monatsticket bezahlt? Bekommt man dann einen festen Parkplatz? Wenn ja, was passiert dann, wenn man einmal oder öfter im Monat den Parkplatz doch nicht braucht? Der steht dann einfach den ganzen Tag leer“, hinterfragt Reiter. Da würden sich dann so viele ärgern, die deshalb keinen Parkplatz mehr bekommen. Aber wenn er als Monatsticketbesitzer keinen fixen Platz bekomme, könne es natürlich sein, dass er dann gar keinen Platz mehr bekomme, weil schon so viele andere dort parken. „Also: Egal, wie man es macht, es wird immer Probleme geben“, meint Alwin Reiter.

Lesen Sie auch unseren Kommentar zum Thema: Wenn Parken zum Ärgernis wird

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