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Kreis Landsberg

21.06.2016

Per Express-S-Bahn in den Landkreis hinein

Die Chancen einer besseren Verkehrsanbindung des Landkreises Landsberg an die Landeshauptstadt München scheinen derzeit so gut wie lange nicht mehr.
Bild: Julian Leitenstorfer

Der neue Regionalplan sieht eine Verlängerung über Geltendorf hinaus vor. Warum die Verbindung nach Schongau raus fällt.

Die Chancen einer besseren Verkehrsanbindung des Landkreises Landsberg an die Landeshauptstadt München scheinen derzeit so gut wie lange nicht mehr. Zumindest nahm Landrat Thomas Eichinger diese Eindrücke aus einem Gespräch mit dem Planungsverband aus München mit. Zudem tauchen in der Fortschreibung des Gesamtregionalplanes explizit eine Verlängerung des S-Bahn-Netzes in den Landkreis Landsberg hinein auf und eine umsteigefreie Verbindung vom Ammersee-Westufer in die Landeshauptstadt. Nicht mehr im Regionalplan dagegen enthalten ist die Zugverbindung von Landsberg nach Schongau, die sogenannte Fuchstalbahn.

„So konkret hatten wir das noch nie“, spielt Thomas Eichinger auf einige Passagen in der Gesamtfortschreibung des Regionalplanes München an. Zum Thema S-Bahn-Netz steht zum Beispiel zu lesen, dass dieses „zur Erschließung weiterer Gebiet zu ergänzen ist, insbesondere im Landkreis Landsberg“. Begründet wird dieses Ziel unter anderem damit, dass vom Landkreis Landsberg nur der S-Bahn-Endhaltepunkt und Regionalzug-Halt Geltendorf zum Münchner Verkehrsverbund gehört. Die Planer werden dabei noch deutlicher. Als „wichtige Anreize“ für eine stärkere Nutzung des Personennahverkehrs gehört ihrer Meinung nach die Integration des Landkreises Landsberg mit den Bahnhöfen Kaufering, Landsberg, Schondorf, Utting und Dießen in den MVV und die Verlängerung der S-Bahn über Geltendorf hinaus durch eine Express-S-Bahn.

Nun ist ja ein Plan immer auch mit einer gewissen Unsicherheit der Umsetzung verbunden. Was nun Landrat Thomas Eichinger so optimistisch im Glauben daran macht, ist das derzeit laufende Planfeststellungsverfahren zur Elektrifizierung der Bahnstrecke Geltendorf-Lindau: „Das macht die ganze Geschichte um vieles realistischer.“ Dennoch müsse man sich im Klaren darüber sein, dass diese Erweiterung auch im Zusammenhang mit der Verwirklichung der zweiten Stammstrecke zu sehen ist und man daher von einem Zeitraum bis ins Jahr 2025 sprechen müsse.

Per Express-S-Bahn in den Landkreis hinein

Ein weiteres, in der Fortschreibung festgeschriebenes Ziel zur Verbesserung des Personennahverkehrs ist die direkte Bahnverbindung zwischen der Westseite des Ammersees und der Landeshauptstadt München. So bedauern es die Planer ausdrücklich, dass die letzte umsteigefreie Zugverbindung zum Fahrplanwechsel Dezember 2007 gestrichen wurde. Eine solche Zugverbindung erhöhe aber die Attraktivität der Schiene gerade für Pendler sowie Erholungssuchende am Ammersee – und entlastet die Bundesautobahn A96.

Wie ernst es auch dem MVV offenbar mittlerweile ist, den Landkreis Landsberg in den Verbund aufzunehmen, erfuhr der Landrat offenbar in jüngster Zeit bei Gesprächen in München. „Es scheint so, dass das Interesse unter den Mitglieds-Landkreisen immer größer wird, sich breiter aufzustellen.“ Anders als früher scheinen wohl die Widerstände gegen eine Mitgliedschaft Landsbergs in die Bildung einer Interessensgruppe der Landkreise umgeschlagen zu sein. Thomas Eichinger wurde von den Ausschussmitgliedern beauftragt, diesbezüglich weitere Gespräche zu führen, auch, um die (finanziellen) Konsequenzen eines MVV-Eintritts für den Landkreis abzuklären. Dr. Albert Thurner (SPD), Bürgermeister von Vilgertshofen kündigte jetzt schon an, in diesem Fall eine Flasche Sekt zu spendieren („Das ist es mir wert“), diskutierte man ja bisher lediglich über eine Beteiligung am MVV–Tarifverbund.

Was er jedoch bedauerte, und da bekam er von Alexander Herrmann (GAL) Unterstützung, ist die Tatsache, dass offenbar die Wiederaufnahme des Bahnbetriebs auf der Strecke Landsberg-Schongau nicht mehr weiterverfolgt werde. Viktor Klaus vom Umweltreferat des Landkreises: „Offenbar hat das Ziel seine regionalplanerische Bedeutung verloren.“ Thurner akzeptiert zwar diese distanzierte Wahrnehmung aus MVV-Sicht („Für die Münchner ist das nur eine Randlage“), möchte aber an dem Ziel einer Verbindung nach Schongau festhalten. Auch seine Kollegen wollen dieses Ziel weiterhin im Auge behalten und votierten einstimmig dafür, dies auch entsprechend im Zustimmungsbeschluss festzuhalten.

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