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Geltendorf

14.04.2018

Per Skype ein Bahnticket kaufen

Ein Video-Reisezentrum soll künftig am Bahnhof in Geltendorf eingerichtet werden. Entsprechende Verträge mit der Deutschen Bahn werden abgeschlossen.
Bild: Guenther Bauer

Die Bahn will am Geltendorfer Bahnhof ein Video-Reisezentrum eröffnen. Eine Mitarbeiterin hilft beim Ticketkauf, bei der Reiseplanung oder beim Reservieren.

Sie sieht aus wie eine übergroße Telefonzelle und unterhalten kann man sich tatsächlich auch darin. Allerdings handelt es sich dabei um eine Einrichtung der Bahn, ein Video-Reisezentrum. Und ein solches wird künftig auch am Bahnhof in Geltendorf stehen. Der Gemeinderat erteilte Bürgermeister Wilhelm Lehmann mit 15:3-Stimmen den Auftrag, mit der Bahn entsprechende Verträge abzuschließen. Somit wird das erste Video-Reisezentrum der Bahn im Landkreis in Geltendorf installiert.

So funktioniert das System.

Damit besteht künftig die Möglichkeit, im Video-Reisezentrum Tickets zu kaufen, und zwar im Gespräch mit einer Mitarbeiterin der Bahn, die über Bildschirm, Mikrofon und Lautsprecher zugeschaltet ist. Via „Skype“ wird der Bahnkunde mit einer ausgebildeten DB-Mitarbeiterin in Kempten verbunden, kann sich beraten lassen – und dann entsprechend seine Käufe tätigen. Das erklärte Wolfgang Jakob, Vertriebsmitarbeiter der Deutschen Bahn, anlässlich seiner Präsentation des Systems im Gemeinderat Geltendorf. Die Serviceeinheit der Bahn sei intuitiv bedienbar gehalten und erkläre sich fast von selbst.

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In der Region gibt es bislang wenige dieser Zentren

Bislang sei das System in acht Bundesländern an 43 Standorten installiert und würde, nach anfänglich zögerlicher Nutzung, inzwischen sehr gut angenommen. Seit fünf Jahren baue die Bahn ihre Netz der Video-Reisezentren sukzessive aus. Seit einiger Zeit stünden auch Zentren in Schongau und Peiting.

Die Öffnungszeiten seien Montag bis Freitag von 7 bis 19 Uhr, Samstag und Sonntag von 8.15 bis 14.45 Uhr beziehungsweise 13.45 Uhr. Der Service stehe den Kunden somit 70 Stunden pro Woche zur Verfügung. Zu den Schließzeiten verriegle sich die Tür des beheizten und klimatisierten Funktionsraums automatisch. Von innen sei die Tür aber jederzeit zu öffnen.

Der Kunde stellt dabei über eine Ruftaste im Video-Reisezentrum im Bahnhof den Kontakt zu einem Reiseberater in der Zentrale her. Der Reiseberater schaltet sich via Kamera und Mikrofon auf den jeweiligen Bildschirm. Das Beratungs-/Verkaufsgespräch kann beginnen. Der Kunde kann die begleitenden Aktivitäten des Beraters auf einem Monitor neben dem Bildschirm verfolgen. Der Kunde zahlt am Fahrkartenautomaten in der Seitenwand des Video-Reisezentrums. Akzeptiert werden Bargeld, Girocard/Maestro-Karte oder Kreditkarte.

Der Besitzer des Bahnhofs will die Anlage nicht im Gebäude

Die Bitte der Bahn an die Gemeinde war, eine Standfläche für das Video-Reisezentrum zur Verfügung zu stellen. Durch den Verkauf des Bahnhofs stehen der Bahn nämlich keine geeigneten Flächen mehr zur Verfügung. Der jetzige Besitzer des Gebäudes hatte die Anfrage, das System in dessen Wartehalle zu installieren, bereits abgelehnt. Gut zugänglich und sichtbar soll es aber sein, zudem sei wichtig, dass das Video-Reisezentrum vom Winterdienst der Gemeinde versorgt und damit immer zugänglich gehalten wird.

Der Bahn-Mitarbeiter wird getadelt

Die Mitglieder des Gemeinderats nutzten aber gleich auch die Möglichkeit, den Bahn-Repräsentanten die Leviten zu lesen, wenn denn schon einmal jemand da sei. Der Umstand, den Bahnkunden keine Toilette mehr zur Verfügung zu stellen, sei unerträglich gewesen, so Josef Weiß (CSU) und nötigte der Gemeinde eine enorme Investition ab. Der Unterhalt und Betrieb der Anlage belaste die Gemeindekasse weiter mit monatlich 700 Euro.

Ernst Haslauer (SPD) prangerte dies ebenfalls an und zeigte sich irritiert darüber, dass sich die Bahn durch den verkauf alle DB-Grundstücke selbst nun der Möglichkeit beraubt habe, flexibel zu reagieren. Er regte daher auch an, die Pacht, die die Gemeinde für die Standfläche zu erheben gedenkt, in etwa der Höhe der Toiletten-Unterhaltskosten zu halten.

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