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Landsberg

19.11.2019

Plötzlich fliegt in Landsberg Haschisch aus einem Auto

Wegen illegalen Drogenbesitzes musste sich jetzt ein 41 Jahre alter Mann vor dem Schöffengericht Landsberg verantworten.
Foto: Torsten Leukert/dpa (Symbolbild)

Plus Eine Zivilstreife der Polizei Landsberg hat den richtigen Riecher. Die Beamten werden rasch fündig, weil sich der Fahrer ungeschickt anstellt. Seine Freundin versteckt Drogen an ungewöhnlicher Stelle.

60 Gramm Haschisch wollte ein 41-jähriger Mann heuer in einer Mainacht in der Schwaighofsiedlung in Landsberg mit einem Wurf über einen Gartenzaun entsorgen. Denn ihm war eine Zivilstreife der Polizei auf den Fersen. Pech für ihn: Er warf die Drogen gegen und nicht über den Zaun. So blieben sie auf dem Boden neben seinem Auto liegen – und gerieten sofort ins Blickfeld der Beamten. Ein besonderes Versteck für weitere Drogen hatte sich seine Verlobte ausgedacht, wie in der Verhandlung vor dem Amtsgericht in Landsberg bekannt wurde.

Im Fahrzeug finden die Beamten ebenfalls Drogen

Im Innenraum des Fahrzeugs stießen die Polizeibeamten auf ein schwarzes Kosmetiktäschchen, in dem sich ein hölzernes Kästchen mit einem aufgeklebten Hanfblatt befand. Es kam noch besser: Die Verlobte des Mannes holte aus ihrem BH eine Plombe heraus, die mit einem weißen Pulver gefüllt war, und übergab sie den Polizisten. Es handelte sich, wie in der Hauptverhandlung des Schöffengerichts bekannt wurde, um Amphetamine. In einem eigenen Verfahren ist die Frau bereits verurteilt worden. Gegen ihren Lebensgefährten wurde jetzt wegen des unerlaubten Besitzes von Betäubungsmitteln eine Bewährungsstrafe verhängt.

Im Alter von 28 Jahren habe er mit dem Konsum von Drogen – vorwiegend Haschisch – angefangen, berichtete der Angeklagte. Zwischen 2006 und 2019 habe er lediglich zwei Mal in zwei Monaten zu den Joints gegriffen: Hauptsächlich mit Freunden, „in Gesellschaft eben“, räumte der Beschuldigte ein. Er habe nicht Nein sagen können.

Vor dem Kauf wurde der Stoff noch getestet

Seit dem Vorfall in der Nacht auf den 5. Mai 2019 habe er die Finger vom Rauschgift gelassen, sagte der 41-Jährige in der Verhandlung. Damals habe er einem Mann, der ihm lediglich als „Chris“ bekannt sei, um die 60 Gramm Haschisch abgenommen, weil dieser dringend Geld gebraucht habe. Er habe 500 Euro dafür bezahlt.

Dabei handelte es sich um Stoff in „allerbester Qualität“, erklärte Schöffenrichter Alexander Kessler. Denn es sei ein „exorbitant hoher Wirkstoffgehalt“ von über 30 Prozent festgestellt worden. Das wusste der bisher nicht vorbestrafte Mann. Denn er hatte das Haschisch vorher probiert – „und die Katze nicht im Sack gekauft“ – so eine Randbemerkung des Vorsitzenden. Dem Richter gefiel nicht, dass der Mann in der Nacht auf den 5. Mai total bekifft und somit verantwortungslos durch Landsberg gefahren sei und so für andere Verkehrsteilnehmer zu einer „tickenden Zeitbombe“ geworden sei.

Warum der Mann um eine Geldstrafe herumkommt

Die Staatsanwaltschaft plädierte für eine Haftstrafe von einem Jahr und acht Monaten, die für drei Jahre auf Bewährung ausgesetzt werden sollte. Darüber hinaus forderte sie drei Monate Fahrverbot und eine Geldauflage von 2000 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung. Nicht mehr als ein Jahr zur Bewährung sollte ausreichend sein, sagte Rechtsanwalt Günter Reisinger, der den Angeklagten verteidigte. Das Fahrverbot sollte auf zwei Monate beschränkt werden. Von einer Geldauflage solle nach Meinung des Anwalts Abstand genommen werden.

Bei dem Mann zu Hause wurden bei einer Durchsuchung keine Drogen gefunden. Weil seine finanziellen Verhältnisse sehr angespannt sind, verzichtete das Schöffengericht auf eine Geldstrafe.

Das Strafmaß wurde vom Gericht auf ein Jahr und vier Monate Haft festgelegt und zur Bewährung für drei Jahre ausgesetzt. Er muss drogenfrei leben. Die hierfür erforderlichen Urin-Untersuchungen muss er selbst bezahlen. Außerdem wurden ihm 80 Stunden soziale Arbeit und ein Fahrverbot für drei Monate ausgesprochen.

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