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Retrospektive

25.02.2015

Poetische Sprachbilder

Gerhard Fietz Retrospektive im Fritz Winter Atelier Dießen.
Bild: Romi Löbhard

Werke von Gerhard Fietz im Fritz-Winter-Atelier Dießen

Er hatte sich ganz der gegenstandslosen Malerei verschrieben, ist Mitbegründer der siebenköpfigen Künstlergruppe ZEN 49 und als solcher einer der Wegbereiter des künstlerischen Neuanfangs nach dem Zweiten Weltkrieg: Gerhard Fietz ist damit gemeint, ein Maler und Kunstprofessor, der sich und seine Kunst als Gegenpol zur gegenständlichen Malerei und auch zur Moral der Nachkriegszeit verstanden hat.

Noch bis einschließlich 6. April sind Arbeiten des 1997 verstorbenen Künstlers in der Galerie im Fritz-Winter-Atelier in Dießen zu sehen. Fietz und sein künstlerisches Schaffen seien schwer festzumachen, erklärte Galerist Michael Gausling bei der Vernissage. Das sei seiner Frische und Jugendlichkeit zu verdanken, die ihn zu jeder Zeit habe Neues ausprobieren lassen und damit den Betrachter auch heute noch immer noch fordere. Das verstärkt sich, wenn wie im Fritz-Winter-Atelier, in fast heiterer Gemeinschaft Arbeiten aus vier Jahrzehnten ausgestellt sind. Verwandt sind die Bilder über ihre absolute Gegenstandslosigkeit.

Alphabet der Verständigung

Die meist geometrischen Formen bleiben immer zweidimensional, dringen nicht einmal in die Tiefe des Bildhintergrunds vor. Klare, eindeutige Farben dominieren, Übergänge sind entweder scharf abgegrenzt oder leicht ineinander fließend. Öl oder Tempera sind grundsätzlich so schwach aufgetragen, dass die Struktur des Bilduntergrunds – Leinwand oder Hartfaser–stets auch gestalterisches Mittel ist. Gerhard Fietz, dessen Werk „langsam musealer und retrospektiver“ wird, wie Laudator Stefan Boes erklärte, war am Beginn seines Schaffens ein neuer Ausdruck wichtig. Er habe um „Archetypen der Kommunikation, ein Alphabet der Verständigung“ gerungen, sagte Boes. „Die Idee war eine grenzübergreifende Sprache, wie sie auch die Musik möglich macht.“

Der Weg in die Abstraktion war so vorgegeben. Kunst als Funktion – ethisch eindeutige, poetische Sprachbilder, die auf der ganzen Welt verstanden werden - das war es, was Gerhard Fietz vorschwebte. Seine Malerei sei immer freier, immer philosophischer geworden, so Boes.

Entstanden seien kosmische Bilder, auf denen Fietz geistigen Sprengstoff, Gegensätze zusammengeführt und harmonisiert habe.

Termine „Gerhard Fietz - Sinnbild, Abbild, Farbe und Form“ Ausstellung im Fritz-Winter-Atelier in Dießen, Forstanger 15a; Öffnungszeiten bis einschließlich Ostermontag, 6. April: Donnerstag bis Samstag von 14 bis 18 Uhr, Sonn- und Feiertage von 11 bis 18. Uhr, sowie nach Vereinbarung unter 08807-4559.

Im Internet

www.fritz-winter-atelier.de

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