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12.03.2008

"Politik der ausgestreckten Hand"

Großes Zuschauerinteresse hat am Dienstag eine Veranstaltung der Grünalternativen Liste in Utting gefunden. Angesichts des bisherigen Wahlausganges - die CSU verlor zwei Mandate und Bürgermeister Josef Klingl muss sich am Sonntag einer Stichwahl stellen - herrschte Euphorie. GAL-Kandidat Josef Lutzenberger hatte mit 2687 die meisten Wählerstimmen auf sich vereinen können (Klingl: 2043) und fühlt sich dadurch bestätigt.

Gemeinderat Peter Noll warnte davor, sich auf Erfolgen auszuruhen. Auch wenn sich die Zahlenverhältnisse geändert hätten, könne der Gemeinderat mit Josef Klingl als Bürgermeister wenig ausrichten. "Es hat schon mehrmals Beschlüsse gegeben, die versandet sind. Ohne den Bürgermeister können wir fast nichts erreichen."

Helmut Schiller (SPD) und Petra Herzog (FWG) machten deutlich, dass ihre Unterstützung Lutzenbergers nicht nur ein "Zweckbündnis" sei. "Das wichtigste Wahlziel ist es, eine andere politische Kultur zur erreichen", sagte Petra Herzog und Schiller rief dazu auf, es nicht beim "Halbzeitergebnis" zu belassen. Der SPD-Ortsverband tagte ebenfalls an diesem Abend und spricht jetzt eine offizielle Wahlempfehlung für Lutzenberger aus.

Dieser will als Bürgermeister eine "Politik der ausgestreckten Hand" vertreten. Er betonte, dass die CSU nicht ausgegrenzt werden solle. Lutzenberger glaubt von allen Personen im künftigen Gemeinderat, dass sie "das Beste für Utting" wollen und hofft auf Austausch von Sachargumenten in der künftigen Kommunalpolitik.

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Grüne Praxis, darüber referierte Dieter Gewies aus Furth bei Landshut, der als grüner Bürgermeister mit einem Gemeinderat aus sieben CSUlern, sechs Freien Wählern und einem SPDler die Entwicklung in dem niederbayerischen 3500-Seelen-Ort vorantreibt. Die Quintessenz aus dem Vortrag des Gemeindechefs, der 2002 mit 79 Prozent und 2008 mit 93 Prozent der Stimmen wiedergewählt wurde: Bürger mit einbeziehen und gerade als Gemeinde ohne großes Finanzpolster kreative Ideen entwickeln, um ökologische Ziele umzusetzen.

"Kein Neubau auf Summerwiese"

Um das Engagement der Uttinger ist Lutzenberger nicht bang, er will die Bürger mit ins Boot holen und ehrenamtliche Initiativen nicht im Sande verlaufen lassen, wie dies in der Vergangenheit geschehen sei. Inhaltlich äußerte er sich unter anderem zu den Themen Jugendarbeit, Verkehr und Senioren. Auf Nachfrage erklärte Lutzenberger, dass er auf der oberen Summerwiese keinen Rathausneubau wolle, sich aber eine Erweiterung des jetzigen Gebäudes vorstellen könne. Weitere Optionen sind für ihn das Steinhauser Haus und das Feuerwehrhaus.

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