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Penzing

22.07.2016

Postbotin war überfordert

Jetzt ist bekannt, warum einige Haushalte vor einigen Wochen in Epfenhausen, Untermühlhausen und Oberbergen vergeblich auf Post warteten. 

Jetzt ist bekannt, warum in Epfenhausen, Untermühlhausen und Oberbergen einige Sendungen nicht zugestellt wurden. Was mit den Briefen geschah.

Über mehrere Wochen wunderten sich die Bewohner in den Penzinger Ortsteilen Epfenhausen, Untermühlhausen und Oberbergen, warum ihre Briefkästen zum Teil leer bleiben (LT berichtete). Jetzt kommt Licht ins Dunkel. Nach Angaben der Deutschen Post war eine Zustellerin überfordert mit ihrem Job. Etliche Sendungen blieben deshalb liegen.

„Es tut uns furchtbar leid. Vor solchen Gefahren kann man sich leider nicht schützen. Der Vorfall ist höchst unangenehm und wirft leider auch Schatten auf die Kollegen“, sagte Pressesprecher Erwin Nier am Donnerstag. Nach eingehenden internen Recherchen konnte er den Sachverhalt nun aufklären, über den wir in der Donnerstagsausgabe berichtet hatten. Das LT hatte von mehreren Fällen erfahren, in denen Briefe nicht zugestellt worden waren.

Verantwortlich dafür ist eine mittlerweile ehemalige Mitarbeiterin der Deutschen Post. Sie hatte Mitte April das Zustellgebiet, das rund 450 Haushalte umfasst, übernommen, wie das Unternehmen mitteilt. „Sie hat sich das alles offenbar leichter vorgestellt. Aufgrund persönlicher Überlastung hat sie Sendungen sukzessive gebunkert“, erklärt Nier. Auf die Schliche gekommen war man der Mitarbeiterin, nachdem es einige Reklamationen aus den drei Penzinger Ortsteilen über ausgebliebene Post gegeben hatte.

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Rund 15 bis 20 Fälle seien gemeldet worden, so der Pressesprecher. „Bei einer solchen Anzahl schrillen bei uns die Alarmglocken.“ Der zuständige Stützpunktleiter habe zur hauseigenen Security Kontakt aufgenommen und Mitte Juni das Dienstauto der betroffenen Zustellerin untersucht. Darin seien die vermissten Sendungen gefunden worden.

„Keine davon war geöffnet. Die Frau hat gedacht, sie schafft es noch irgendwie, sie irgendwann zuzustellen“, so Erwin Nier weiter. Unter den gefundenen Briefsendungen seien keine Einschreiben oder Pakete gewesen, sondern es habe sich dabei ausschließlich um „Dialogpost“ gehandelt. Sollten jetzt noch Reklamationen kommen, stünden diese in keinem Zusammenhang zu dem Fall.

Die Post hat jedenfalls Konsequenzen gezogen. „Wir haben uns von der Mitarbeiterin sofort getrennt. Weitere Schritte behalten wir uns vor, sollte etwas strafrechtlich Relevantes vorliegen. Man kann leider in keinen Menschen hineinschauen. Bei uns kann das aber immer schnell personifiziert werden“, so der Postsprecher. Alle ausständigen Sendungen seien mittlerweile zugestellt worden. Auskunft darüber, ob die ehemalige Postmitarbeiterin aus dem Landkreis stammt, wollte Nier nicht geben.

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