Newsticker
Impfstoff von AstraZeneca wirkt Berichten zufolge bei Senioren kaum
  1. Startseite
  2. Lokales (Landsberg)
  3. Prozess: Ein Landsberger schlägt in der Silvesternacht zu

Landsberg

11.08.2020

Prozess: Ein Landsberger schlägt in der Silvesternacht zu

Bild: Thorsten Jordan/Archiv

Plus Der Angeklagte, der in der Silvesternacht 2019 mit einer Zaunlatte auf einen jungen Mann einschlug, hatte jetzt vor dem Landsberger Amtsgericht das letzte Wort. Statt die Gelegenheit für sich zu nutzen, droht er seinem Opfer. Das hat weitreichende Folgen.

Weil sich das letzte Wort des Angeklagten in einem Prozess vor dem Landsberger Amtsgericht für Richter Michael Eberle wie eine Drohung gegen den Nebenkläger anhörte, fiel das Urteil deutlich massiver aus, als Eberle das zunächst vorhatte.

Der Angeklagte lauert der Gruppe mit Zaunlatte und Wassereimer auf

Sieben Monate Freiheitsstrafe auf Bewährung lautete es schließlich – wegen gefährlicher Körperverletzung und Nötigung. Der 66 Jahre alte Angeklagte hatte in der Silvesternacht 2019 einer Gruppe Jugendlicher aufgelauert, und einem von ihnen einen Eimer Wasser drüber geschüttet und ihn anschließend mit einer Zaunlatte geschlagen. So zumindest schilderten es alle Zeugen – bis auf die Ehefrau des Angeklagten. Damit gipfelte ein scheinbar schon seit Jahren schwelender Streit an Silvester zwischen dem Mann und der Verwandtschaft des Nebenklägers. Der Angeklagte habe sich auch in den vergangenen Jahren immer massiv und beleidigend über kleinere Silvester-Feuerwerke in der Nachbarschaft beschwert.

Landsberger Amtsrichter spricht von gefährlicher Körperverletzung

Am späten Abend des letzten Tages 2019 eskalierte die Situation. Einer der jungen Männer erlitt bei der Auseinandersetzung Verletzungen am Oberschenkel, am Rücken und am Kopf. Vor allem den Schlag mit der Zaunlatte auf den Kopf des Nebenklägers wertete Richter Eberle als gefährliche Körperverletzung. Eine solche Attacke habe mit einer reinen Notwehr-Situation nichts mehr zu tun. So nämlich hatte der Angeklagte vor Gericht die Lage geschildert. Schließlich sei er vom Nebenkläger geschubst worden und daraufhin zu Boden gefallen.

Vor der Urteilsverkündung hatten sich die beiden Parteien auf die Zahlung von 900 Euro Schmerzensgeld geeinigt. Außerdem verurteilt der Amtsrichter den Angeklagten zu einer Geldstrafe in Höhe von 2000 Euro für eine Tierschutzorganisation.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren