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Landsberg

08.10.2019

Prozess in Landsberg: Betrunkener beschimpft Polizisten

Kräftig gefeiert wurde am Lumpigen Donnerstag in Landsberg auch auf dem Hauptplatz. Ein Vorfall landete jetzt vor Gericht.
Bild: Julian Leitenstorfer

Plus Ein junger Mann tickt am Lumpigen Donnerstag in Landsberg völlig aus. Wie er jetzt dafür bestraft wird.

Lumpiger Donnerstag. Es ist kurz nach 13 Uhr. Auf dem Hauptplatz in Landsberg liegt ein betrunkener 19-Jähriger und beschimpft sechs Polizeibeamte mit teils obszönen Ausdrücken und versucht sogar sie tätlich anzugreifen. Zuvor hat der junge Mann Besucher des Faschingsumzuges angepöbelt. Jetzt wurde er für sein Verhalten vor dem Jugendgericht am Amtsgericht in Landsberg verurteilt.

Richter spricht von „Wahnsinn“

In der Verhandlung räumte der 19-Jährige aus einer Gemeinde im südwestlichen Landkreis die Straftaten kleinlaut ein, zeigte sich reumütig und kündigte an, dass er dem Treiben am Lumpigen Donnerstag nächstes Jahr fernbleiben wolle. Jugendrichter Alexander Kessler wertete seine Vergehen nach dem Jugendstrafrecht und sprach von einem „Wahnsinn“. Denn der junge Mann habe sechs Polizisten, darunter zwei weibliche, ganz massiv beleidigt. Er habe die Beamten, die ihm helfen wollten, als „Scheiß-Bullen“ bezeichnet. Und zudem mehrere obszöne Schimpfwörter gebraucht, die in Richtung der beiden Frauen gingen.

Am Lumpigen Donnerstag war der 19-Jährige mit Freunden bereits um 9 Uhr nach Landsberg gekommen und hatte sich mit Bier, Wein und Jack Daniels eingedeckt, wie er vor Gericht sagte. Er sei so betrunken gewesen, dass er von der „närrischen Gaudi“ fast überhaupt nichts mehr mitbekommen habe. Als kurz nach 16 Uhr im Klinikum ein Alkoholtest gemacht wurde, hatte er einen Promillegehalt von 2,53.

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Die Polizisten mit Füßen attackiert

Im Klinikum oll sich der Angeklagte besonders schlimm aufgeführt haben. Er habe sich, so der Vorsitzende Richter, massiv gegen die Blutabnahme zur Wehr gesetzt. Und die Polizisten sogar mit den Füßen attackiert, aber niemanden getroffen. Bei den Geschädigten hat sich der Mann in der Zwischenzeit schriftlich entschuldigt. Er soll weniger Alkohol trinken, riet ihm Alexander Kessler. Er trinke in der Regel nur am Wochenende ein paar Bierchen, sagte der Angeklagte. In der Verhandlung machte der Mann auf den Richter einen guten Eindruck. Er und die Vertreterin der Anklage übten jedoch herbe Kritik, dass der Mann keinerlei Respekt gegenüber den Polizisten gezeigt habe.

Das sei eine auffallende Entwicklung, die derzeit in der Gesellschaft um sich greife. Er sei es leid, jedes Jahr im September und Oktober „diese Geschichten vom Lumpigen Donnerstag hier aufarbeiten zu müssen, wenn jemand im Voll-Suff irgendeinen Mist fabriziert hat“, ärgerte sich Richter Kessler.

Mit dem Urteil einverstanden

Gegen den 19-Jährigen verhängte Kessler ein soziales Kompetenz-Training, 64 Stunden Hilfsdienste, und zwei Freizeit-Arreste am Wochenende. Staatsanwältin Stefanie Dylla hatte zwei Wochen Dauerarrest beantragt. Verteidiger Alexander Winkler und sein Mandant waren mit dem Urteil einverstanden. Der Angeklagte kündigte an, dass ein solches Besäufnis wie am Lumpigen Donnerstag 2019 nicht mehr vorkommen werde.

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