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Landsberg

01.08.2020

Prozess in Landsberg: Haftstrafe für Randale in einem Café

Der Angeklagte wehrte sich unter anderem gegen die Festnahme.
Bild: Alf Geiger (Symbolfoto)

Plus Ein Mann sucht in Landsberg Streit mit Wirtin, Gästen und der Polizei. Wie er dafür verurteilt wird.

Wäre er nicht so betrunken gewesen, wäre der Abend anders verlaufen. Das behauptete ein 32-jähriger Mann, der am Amtsgericht in Landsberg wegen Körperverletzung, Hausfriedensbruch, Bedrohung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte angeklagt war. Nun muss er ins Gefängnis. Richterin Beate Kreller folgte der von Staatsanwalt Lukas Peltsarszky geforderten Strafe von einem Jahr und drei Monaten Haft.

Bei den Vorfällen am 12. und 14. März in und an einem Café in Landsberg, soll der Angeklagte zeitweise gleich fünf Polizisten arg zu schaffen gemacht haben. Denn er soll sich, bei seiner Fixierung und Fesselung mit Händen und Füßen, so heftig gewehrt haben. Das sagte ein Polizeibeamter als Zeuge. Zu Wort kamen auch seine Kollegen. Denn der 32-Jährige soll alle Polizisten beleidigt und bedroht haben.

Im Lokal hatte er Hausverbot

Wie viele Promille Alkohol der Mann intus hatte, wurde nicht bekannt. Denn dem Gericht lag das Ergebnis der Blutprobe nicht vor. Er soll gleich zwei Mal im gleichen Lokal für Ärger gesorgt haben, obwohl er Hausverbot hatte. Die Wirtin bat ihn, zu gehen. Daraufhin soll der Mann soll gedroht haben, einen Molotowcocktail in das Café zu werfen. Außerdem soll er sie und Gäste mit unflätigen Ausdrücken bombardiert haben. Warum hat sich der Angeklagte derart aufgeführt? Ihm soll damals seine Frau davon gelaufen sein. Deswegen sei er in jenen Tagen nicht mehr Herr seiner Sinne gewesen, bedauerte er vor Gericht.

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Nur zwei Abende später eskalierte die Situation im gleichen Lokal noch mehr. Plötzlich soll es ein Gerangel gegeben haben. Verwickelt darin waren ein paar Jugendliche und der Angeklagte. Es soll beiderseits geschlagen worden sein. Der 32-Jährige soll ein blutiges Ohr abbekommen haben. Bei einem 16-Jährigen wurde offensichtlich das Jochbein ziemlich in Mitleidenschaft gezogen. Die zu Hilfe gerufene Polizei rückte mit zwei Streifenwagen und fünf Personen an.

Draußen wird es laut

Die Polizisten nahmen den Angeklagten mit nach draußen. Dort regte er sich laut Zeugenaussagen lautstark auf, beschimpfte und beleidigte die Beamten, und war nicht gewillt, ihren Anweisungen zu folgen. Das ging damit los, dass er seine Identität nicht preisgeben wollte. Nach seinem Namen gefragt, soll er mit „Adolf Hitler“ geantwortet haben. Obszöne Ausdrücke prasselten haufenweise auf die Polizisten ein. Auch NS-Gedanken soll der Angeklagte verbreitet haben. Er sieht sich nicht als „Rechter“, sondern als Kommunist, teilte er vor Gericht mit. Während der „Schimpf-Kanonade“ wurde der Mann von zwei Polizisten fixiert und dann gefesselt.

Gemäß der Anklage soll der 32-Jährige bei dem Hin und Her zu einem Schlag gegen einen der Beamten ausgeholt haben. Klarheit schafften Bilder einer Bodycam der Polizei, die im Gerichtssaal abgespielt wurden: Es handelte sich lediglich um eine abwehrende Armbewegung des Mannes. Auffallend war für die Beteiligten, dass er sich gegen Ende des Zwischenfalls sehr kooperativ gezeigt habe. Da sagte er zum Beispiel, dass er verstehe, dass die Polizei für „Sicherheit und Ordnung“ sorgen müsse.

Vor Gericht räumte der Angeklagte die ihm zur Last gelegten Taten weitgehend ein. Seine Pflichtverteidigerin Dr. Silke Ackermann beantragte eine Bewährungsstrafe von acht Monaten. Diese reiche aber nicht aus: Er müsse die von ihm eingeleiteten Therapiemaßnahmen (Alkohol, Psyche) unbedingt weiterführen, sagte sie.

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01.08.2020

Vereinfachtes Deutsch?

Da kommt der durchschnittliche LT-Leser sonst nicht mehr mit?

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