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Landsberg

01.12.2019

Prozess in Landsberg: Mann droht Frau und Hund mit dem Tode

Weil er eine Frau mit dem Tode bedroht hat, musste sich ein Senior vor dem Amtsgericht in Landsberg verantworten.
Bild: Julian Leitenstorfer (Symbolfoto)

Plus Ein 77-jähriger Hundehalter aus dem Landkreis Landsberg rastet zum wiederholten Mal aus. Ins Gefängnis muss er aber noch nicht.

29 Straftaten hat ein 77-jährige Hundeliebhaber aus dem Landkreis bereits auf dem Kerbholz. Dann kam der 30. April. Da rastete der Mann laut Anklage erneut bei einem Spaziergang in der Nähe einer großen Wohnanlage aus. Der Grund: Eine Jack-Russell-Hündin soll aus ihrem Halsband „geschlüpft“, auf den Collie des Mannes zugerannt und ihn angebellt haben. Jetzt wurde der Fall vor dem Amtsgericht in Landsberg verhandelt. Und der Richter war nicht gut auf den Angeklagten zu sprechen.

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Was ist Ende April passiert? Geführt wurde der Jack Russell von einer 75-jährigen Frau. Es ist nicht ihr Hund, sondern gehört einer Bekannten. Die Frau und der Senior – um die Beiden herum die beiden Hunde – gerieten vor einem Gartenzaun mit einer Hecke aneinander, nachdem der Jack Russel den Mann angebellt hatte. Die Auseinandersetzung verlief offenbar ziemlich massiv. Jedenfalls kehrte ein zufällig vorbei fahrender 67-jähriger Radler plötzlich wieder um. Denn er sah und hörte nichts Gutes: Vor Gericht sprach er von einem „lauten Gezanke“. Und davon, dass er gesehen habe, dass der 77-Jährige gegenüber der Frau „ein drohendes Gehabe“ eingenommen habe.

Ein „sehr kranker Mensch“

Vor der Polizei hatte er drei Tage nach dem Vorfall ausgesagt, dass der Collie-Besitzer der Frau angekündigt habe, dass er sie und den Hund totschlagen werde, „wenn sie noch ein einziges Wort sagt“. Der 67-Jährige bezeichnete den Beschuldigten als einen Menschen, der schnell beleidigt sei. Das habe er zufällig bei einem Diskurs des Mannes mit mehreren Schülern an einem Bahnhof im Landkreis beobachtet. Der Verteidiger, Rechtsanwalt Bernhard Mehr, bezeichnete seinen Mandanten als einen „sehr kranken Menschen“. Er habe eine ganze Reihe von Operationen hinter sich. Weitere stünden ihm noch bevor. Er habe sich nicht immer im Griff.

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„Er hat mal wieder überreagiert“

„Er hat wieder mal überreagiert“, meinte Amtsrichter Michael Eberle nach der Beweisaufnahme vor Gericht. Insgesamt wurden vier Zeugen, davon drei Frauen gehört. Sie stellten dem Senior, den sie alle kennen, kein „gutes Zeugnis“ aus. Der Richter war überzeugt, dass er die ihm in der Anklage zur Last gelegte Bedrohung tatsächlich ausgesprochen hat. Möglicherweise nicht unterstützt mit erhobenen Armen, weil er dazu aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage sei. Vielmehr soll er seinen Oberkörper eingesetzt und die Frau in Richtung Gartenzaun gedrückt haben.

Das Gefängnis bleibt dem Mann erspart. Aber er muss tief in die Tasche greifen, trotz seiner bescheidenen finanziellen Verhältnisse. 900 Euro werden fällig: „Wenn es noch mal vorkommt, kommen Sie um eine Haftstrafe ohne Bewährung nicht mehr herum“, warnte ihn Richter Michael Eberle.

Doch keine Beleidigung

Der Mann war in der Vergangenheit schon mehrere Male wegen Bedrohung verurteilt worden. Ansonsten handelte es sich bei den Delikten vor allem um Körperverletzung, Diebstahl, Sachbeschädigung und zwei Mal um Verleumdung. Von der Beleidigung, von der in der Anklage die Rede war, nahmen der Vertreter der Staatsanwaltschaft und der Vorsitzende in der Hauptverhandlung Abstand. Im Gegensatz zum Urteil des Vorsitzenden sprach sich der Staatsanwalt für fünf Monate Haft ohne Bewährung aus. Der Verteidiger bat in seinem Plädoyer um eine „milde Strafe“.

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