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Landsberg

26.01.2021

Prozess in Landsberg: Maskenmuffel beleidigt Busfahrerin

Im öffentlichen Nahverkehr gilt Maskenpflicht.
Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

Plus In Kaufering wird ein Mann ausfällig, weil er ohne Maske nicht im Bus mitfahren darf. Jetzt wird er in Landsberg dafür verurteilt.

Der Angeklagte blieb stur und zeigte in der Verhandlung am Amtsgericht in Landsberg weder Reue noch Einsicht. Im Gegenteil: Er beschwerte sich, dass er als „Geschädigter“ noch eine Geldstrafe bezahlen soll. Damit kam der 55-Jährige aber bei Richterin Katrin Prechtel nicht durch. Er soll in Kaufering unter anderem eine Busfahrerin beleidigt haben, weil sie ihn ohne Mund-Nasen-Schutz nicht mitnehmen wollte.

Die Richterin verurteilte den Mann wegen Verstoßes gegen die Maskenpflicht in einem öffentlichen Verkehrsmittel, Beleidigung und vorsätzlichen Körperverletzung zu einer Geldstrafe. Zu dem Zwischenfall, der sich Ende Juli am Bahnhof in Kaufering ereignet hatte, war dem Angeklagten ein Strafbefehl zugegangen. Dagegen hatte er Einspruch eingelegt. Deshalb kam es überhaupt zur Verhandlung. Dem Mann wurde vorgehalten, in einem Linienbus den Mund-Nasen-Schutz gar nicht oder zumindest nicht korrekt getragen zu haben. Und das, obwohl ihn die 47-jährige Busfahrerin mehrmals aufgefordert habe, die Maske zu tragen. Denn ansonsten dürfe sie aufgrund der geltenden Vorschriften nicht losfahren. Unterstützt wurde die Frau von mehreren Fahrgästen und einem ehemaligen Kollegen.

Einen anderen Busfahrer geschubst

Der 58-Jährige Busfahrer wurde mehrmals Augenzeuge der Auseinandersetzung. Denn als er zum zweiten Mal mit seinem Bus zum Bahnhof kam, war nach seinen Worten das Hin und Her immer noch im Gange. Zunächst soll der Angeklagte die 47-Jährige wüst beschimpft haben. Darüber hinaus soll er sich geweigert haben, der Frau seinen Personalausweis und seinen Schwerbehindertenausweis zu zeigen. Als sie gedroht habe, die Polizei zu rufen, habe sich der Angeklagte plötzlich von seinem Sitz erhoben und wollte das Weite zu suchen. Doch der Fahrer des anderen Busses stellte sich dem Mann beim Aussteigen in den Weg. Der 58-Jährige soll von ihm so geschubst worden sein, dass sein linker Ellenbogen gegen die Bustür prallte.

„Es ist absolut glaubhaft, was die Zeugen gesagt haben“, war die Meinung von Richterin Katrin Prechtel. Nach ihrer Auffassung hat der Angeklagte, der seit einiger Zeit in einem Wohnmobil auf einem Campingplatz in Landsberg lebt, seinen ganzen Frust auf die Busfahrerin abgeladen. Er sehe sich gerne als Opfer und schimpfe auf die anderen. So sagte er vor Gericht, dass die Zeugen im Gerichtssaal seiner Meinung nach gelogen hätten. Vorher warf der Mann die Frage auf, wer das wohl aushält, wenn er bei 28 Grad im Bus eingepfercht werde?

Richterin verhängt Geldstrafe und Geldbuße

Das Urteil für den Frührentner fiel dann wie folgt aus: Eine Geldstrafe von 70 Tagessätzen zu je 35 Euro für Beleidigung und vorsätzliche Körperverletzung, außerdem 150 Euro Geldbuße für den Verstoß gegen die Maskenpflicht in einem öffentlichen Verkehrsmittel, verhängte Richterin Prechtel. Der Vertreter der Staatsanwaltschaft forderte 90 Tagessätze zu je 40 Euro und 150 Euro für die Ordnungswidrigkeit. Verteidiger Marcus Becker hatte 20 mal 25 Euro für die Beleidigung und 150 Euro für die Ordnungswidrigkeit und ansonsten Freispruch beantragt.

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