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Landsberg

23.07.2020

Prozess über Schläge und ein verbogenes Straßenschild

Das leicht verbogene blaue Schild mit dem weißen Richtungspfeil erinnert an den Streit zweier Männer am Lumpigen Donnerstag in Landsberg.
Bild: Thorsten Jordan

Plus Am Lumpigen geraten in Landsberg zwei Männer in Streit. Der Fall landet vor Gericht.

An der Einmündung der Iglinger in die Augsburger Straße in Landsberg steht seit dem Lumpigen Donnerstag ein leicht verbogenes blaues Verkehrsschild mit einem weißen Richtungspfeil. Es erinnert an den Streit zweier Männer, über den jetzt vor dem Amtsgericht in Landsberg verhandelt wurde.

„Das war keine vorbildliche Aktion“, räumte der Täter, ein 28-jähriger Mann vom Ammersee, vor Gericht ein. Er war Zeuge und Geschädigter. Angeklagt war ein 49-Jähriger. Er hatte dem jungen Mann zwei Faustschläge gegen den Kopf versetzt und ihn leicht verletzt. Gegen Ende der Verhandlung zog er auf Anraten seines Verteidigers Bernhard Mehr den Einspruch gegen den Strafbefehl in Höhe von 3200 Euro (80 Tagessätze zu je 40 Euro) zurück. Staatsanwältin Kathrin Schmid hatte signalisiert „dass es nicht billiger werden wird“.

Es war viel Alkohol im Spiel

Bei der handgreiflichen Auseinandersetzung am Lumpigen Donnerstag war ziemlich viel Alkohol im Spiel. Wie der Angeklagte berichtete, war er viele Stunden in der Stadt unterwegs, hatte etwa zehn Bier und drei oder vier Schnäpse getrunken. Der 28-jährige hatte sich mit einem Bekannten den Umzug angesehen und sich danach bis zum Zapfenstreich im Festzelt auf der Waitzinger Wiese vergnügt.

Gegen 22.30 Uhr soll es dann zum Streit an der Einmündung Iglinger/Augsburger Straße gekommen sein. Der Angeklagte war auf dem Weg nach Hause. Die beiden Männer vom Ammersee gingen zur Einmündung, um auf einen Freund zu warten, der sie mit dem Auto abholen sollte. Zunächst soll es, so der 49-Jährige, zu Wortgefechten gekommen sein. Er hatte gesehen, wie der andere Mann das Verkehrsschild mit dem weißen Richtungspfeil verbogen hatte. Er soll ihn „angefaucht“ haben, was diese Sachbeschädigung soll. Außerdem soll der 28-Jährige versucht haben, zu einem Straßennamen-Schild hochzuspringen, was ihm angeblich nicht gelungen ist. Gegenseitig sollen sich die Zwei deftige Ausdrücke an den Kopf geworfen haben. Dann habe es gekracht: Der Ältere fühlte sich bedroht und verabreichte dem Gegenüber zwei Faustschläge. Beim zweiten Schlag sei der Mann gestolpert, aber nicht zu Boden gefallen, hieß es im Gerichtssaal.

Der Angeklagte entschuldigt sich

Der Angeklagte entschuldigte sich bei dem Zeugen. Er bedauere, dass er ihn verletzt habe. Das habe er nicht gewollt. Der Geschädigte sprach von einer Platzwunde an der Lippe und von Schmerzen an einem Schneidezahn. Schadenersatzforderungen habe er nicht gestellt. Nach der Auseinandersetzung sind die beiden Männer auseinandergegangen. Eine Gruppe von mehreren Männern, die auf der anderen Straßenseite stand, soll sie aufgefordert haben, Ruhe zu geben. Diesem Ratschlag sind sie offenbar gefolgt. Das Urteil ist bereits rechtskräftig, denn alle Beteiligten waren damit einverstanden.

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