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08.10.2009

Quer durch Amerika

In den USA ist Alison Krauss ein Superstar, hierzulande wird sie noch immer als Geheimtipp gehandelt. Was daran liegt, dass hochkarätige Künstler aus dem Country-Genre nicht in die Konzeption unserer grob gerasterten TV-Shows passen, die lieber die Klostertaler oder Andrea Berg auftreten lassen. Vielleicht schafft es die Zusammenstellung "Essential Alison Krauss" (Rounder Records), die Aufmerksamkeit des deutschen Publikums auf die Amerikanerin zu lenken.

Nicht weniger als 26 Grammys hat die 38-Jährige, die aus Illinois stammt, zusammengetragen. Aufsehenerregend war ihre Zusammenarbeit mit Robert Plant für das Album "Raising Sand", das eine neue Sicht auf die Country-Musik und vor allem ihre Balladen eröffnete. Die "Essential"-CD entnahm daraus "Sister Rosetta Goes Before Us", eine spirituell-süßliche Nummer. Überhaupt sollte man Alison Krauss nicht an sentimentalen Titeln wie "Simple Love" messen, sondern an den Nummern, die einen beim Anhören mit geschlossenen Augen in die Weiten des ländlichen Amerikas entführen, mit den Getreide-Silos, den Flüssen, die große Ebenen wie auch Gebirgszüge durchqueren. Und in die Kleinstädte mit ihren tristen Drive-Inns. Dazu gehören "The Lucky One" und "Restless". Erfahrbare Musik im ursprünglichen Sinn des Wortes.

Schade, dass sich die großartige Sängerin und Violinistin der seltsamen Klischees bedient, die man aus Country-Videos kennt. Auf den Fotos des Booklets steht Alison mal stark geschminkt in abgerissenen Shorts vor einem Stall, dann im Negligé sogar innen drin mit Ziegen im Hintergrund. Interpretationen sind möglich.

Man mag bedauern, dass Alison Krauss sich selbst nicht häufiger als Songautorin sieht. Und im Grunde genommen bedient sie eine Mainstream-Klientel. Dank der großartigen Musiker ihrer Begleitband Union Station gelingen ihr zwar starke Bluegrass-Nummern wie "So Long, So Wrong" und "Everytime You Say Goodbye", aber die emanzipierte Weiterentwicklung von Country-Pop ist nicht gerade das Ding von Alison Krauss. Rupert Huber

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