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Ausstellung

01.12.2017

Rätsel aus Farbe und Holz

Gefäß und Vogel vor Landschaft, Acryl auf Leinen, 2015 von Ulrike Hogrebe.
2 Bilder
Gefäß und Vogel vor Landschaft, Acryl auf Leinen, 2015 von Ulrike Hogrebe.

Über ihre Kunst führen Ulrike Hogrebe und Klaus Hack die Besucher zu sich selbst

Kunst spricht in Bildern. Über die sich trefflich „Worte verlieren“ lässt, und die es ihrerseits verstehen, ihre Geheimnisse zu bewahren. Denn nicht anders als in der Abstraktion ist auch die scheinbar naturgetreue Darstellung – etwa eines Tieres – zunächst nicht mehr als das Material, aus dem sie besteht: Farbe, Papier Leinwand – Holz, Metall, Glas. Alles andere ist Suggestion auf der Seite des Kunst-Schaffenden, und „blühende“ Fantasie auf der Seite des Kunst-Betrachters; Chiffren, die sich eher intuitiv als kognitiv entschlüsseln lassen, in einer Art Spiel, auf das sich jeder schon eingelassen hat, der in einem „grauen Farbfeld“ auf einem Bild der Malerin Ulrike Hogrebe einen Hund oder in einem mehrstöckig aufgebauten, durchbrochenen „Stück Holz“ des Bildhauers Klaus Hack eine Frauenfigur erkennt.

Dass sie sich mehr erahnen als erklären lassen, darin liegt bei aller Unterschiedlichkeit das einende Merkmal der Werke, die die beiden im Raum Brandenburg lebenden Künstler in der Galerie Josephski-Neukum in Issing ausstellen.

In sich gekehrt wirken Klaus Hacks abstrahierte, menschliche Figuren; belastet oft durch die schon in den Aufbau der Skulptur wie Senkblei integrierten Sockel und manchmal zusätzlich eingezwängt in Stuhlkonstruktionen, die sie wie Korsetts umschließen. Hochaufgerichtet thronen sie darin. Gliedmaßen, auch Haare, die sich wie Luftwurzeln auf den Boden herabsenken, sind nicht eindeutig Stütze oder Hemmnis.

Und auch feine, den Körper überziehende Ziselierungen lassen sich unterschiedlich interpretieren: Leichtigkeit einerseits, die, ins Extrem getrieben jedoch zum Zusammenbruch führt. In Hacks Skulptur „Glück auf Stelzen“ wird dieser Eindruck der Fragilität noch verstärkt durch die dünnen, schiefen Staken, auf denen alle Glückseligkeit doch immer nur wie auf „tönernen Beinen“ zu stehen scheint. Vom Einsturz bedroht, genauso wie der immer wieder in Hacks Werk auftauchende Turm zu Babel.

Eine Geschichte, die sich jeder selbst erzählen muss

Ein Boot, ein Gefäß, ein Hund, ein Haus – einfache Dinge, die unschwer zu identifizieren, zunächst einmal nur sind, was sie sind. Und doch ist bei Ulrike Hogrebe nichts so, wie es scheint. Die Erklärung, weshalb ihr einsam in einem Boot dahin treibender Hund wie gefangen zwischen einer blauen Fläche und einer rot eingezogenen Begrenzungslinie am Ende nur noch „SOS“ funken kann, möchte die Malerin nicht liefern. Und auch die Begegnung eines Vogels mit einem Gefäß hoch über einer angedeuteten Landschaft gibt Rätsel auf und verweist auf eine Geschichte, die jeder Betrachter sich selbst erzählen muss.

Wo diese Verführung gelingt, generiert jedes Bild eine Vielzahl weiterer, imaginärer Bilder. Und entsteht aus den unterschiedlichen Sichtweisen mit jedem Betrachter eine eigene, nur vom diesem so erlebte „Ausstellung in der Ausstellung“. Die lockere Platzierung der Skulpturen und luftige Hängung der Bilder gibt nicht nur jedem Exponat, sondern auch der Fantasie der Betrachter ausreichend Raum sich zu entfalten. Raum übrigens auch, in dem es genügt, dass die Werke der Künstler vor allem in „nur“ innerem, inhaltlichem Zusammenhang zueinander stehen, und der die eher in sich gekehrten Arbeiten nicht in eine unmittelbare, visuelle Gemeinschaft hinein nötigt.

Neben seinen Skulpturen sind von Klaus Hack auch einige kleinere Papierarbeiten, und außer Gemälden von Ulrike Hogrebe verschiedene Keramiken zu sehen.

Die Ausstellung „Baumhaus und Fährfrau“ von Klaus Hack und Ulrike Hogrebe ist bis 17. Dezember und nach einer Winterpause noch einmal am Wochenende 6./7. Januar 2018, samstags und sonntags, von 14 bis 19 Uhr in der Galerie Josephski-Neukum, Wessobrunner Straße 5, zu besichtigen.

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