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Verkehrsstatistik

24.03.2015

Raser im Visier

Wer auf dem Rad ohne Helm unterwegs ist, lebt gefährlich.

Weniger Unfälle, weniger Verletzte und weniger Tote auf den Straßen im Landkreis. Dennoch ist die Polizei nicht zufrieden

Drei Tage vor Weihnachten: Zwischen Lengenfeld und Hagenheim kommt ein 24-Jähriger mit seinem Quad von der Fahrbahn ab, fährt über die Böschung und prallt nach 80 Metern frontal gegen einen Baum. Er erliegt am selben Tag seinen Verletzungen. Der junge Mann war zu schnell unterwegs, meldet die Polizei. Bei 265 Unfällen war im vergangenen Jahr überhöhte Geschwindigkeit die Ursache. Ein Umstand, den die Polizei ändern möchte. Und so werde heuer vermehrt kontrolliert, ob zu schnell gefahren wird, wie Landsbergs Inspektionsleiter Alfred Geyer bei der Präsentation der Verkehrsstatistik sagte.

Weniger Unfälle, weniger Verletzte, weniger Tote – so könne das vergangene Jahr im Vergleich zu den Jahren zuvor zusammengefasst werden. Dass es seit Jahren immer weniger Personenschäden gebe, liegt zuallererst an der Fahrzeugtechnik, wie Franz Kreuzer, der Verkehrsexperte der Landsberger Polizei sagt. Bei 480 von 2910 Unfällen habe es 665 Verletzte und sechs Tote gegeben. Die Hälfte aller Unfälle waren Kleinunfälle mit geringen Blechschäden.

Zu den Hauptursachen für Verkehrsunfälle zählt die überhöhte Geschwindigkeit. Ein Grund für alfred Geyer und Franz Kreuzer, die Überwachung mit der Laserpistole heuer zu verstärken. 161 Stunden war sie im vergangenen Jahr im Einsatz, auf der B17 südlich von Landsberg sei dabei ein Autofahrer mit 156 Stundenkilometern erwischt worden – bei erlaubten 100 Stundenkilometern. Insgesamt seien 263 Anzeigen fällig geworden. Die gebe es unter Umständen schon, wenn 20 Stundenkilometer zu schnell gefahren werde. Der Vorteil der Laserpistole: Der Autofahrer könne sofort angehalten werden und die Messung könne in einer Entfernung von einem Kilometer durchgeführt werden. Nicht gerne sehen die Polizeibeamten daher die kleinen Radarwarner, die sich mancher Autofahrer zulegt. Deren Besitz stelle eine Ordnungswidrigkeit dar.

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Nicht zufrieden zeigen sich Inspektionsleiter Geyer und Verkehrssachbearbeiter Kreuzer mit der gestiegenen Zahl von Unfallfluchten. Zuletzt machten sich 592 Personen aus dem Staub, nachdem sie einen Schaden verursacht hatten, im Jahr 2013 waren es noch 568. Franz Kreuzer geht zudem von einer hohen Dunkelziffer aus, also Schäden die nicht oder zu spät bemerkt und daher nicht angezeigt werden. Geklärt wurden im vergangenen Jahr rund 40 Prozent der Fälle. Unfallflucht lohne sich also nicht, sagt Alfred Geyer, denn die Strafen seien durchaus drastisch.

Ein weiteres Sorgenkind stellen für Franz Kreuzer die Radfahrer dar. An 137 Unfällen waren sie 2014 beteiligt, zwei Radler kamen dabei ums Leben. Meist werden die Radler übersehen, häufig, wenn Autofahrer aus Einfahrten oder Parklücken in den Verkehr einfahren. Doch die Radler trügen oft auch selbst Schuld, wenn sie verbotwidrig Gehwege benutzen, entgegen der Fahrtrichtung fahren oder ohne Beleuchtung unterwegs sind. Und weil die Radler durchaus in Gefahr seien, appelliert Kreuzer daran, einen Helm zu tragen. Denn der schütze vor schweren Verletzungen.

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