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Altes Feuerwehrhaus

04.07.2014

Regale und Diesel müssen raus

Die Regale im Geltendorfer sind zwar funktionstüchtig, den Prüfern fehlte jedoch der Nachweis eines Statikers, dass dem auch so ist.
Bild: Thorsten Jordan

Gemeinde Geltendorf reagiert auf Kritik durch Gewerbeaufsicht. Wie reagiert die Feuerwehr?

Erste Reaktionen auf bekannte Mängel: Die Gemeinde Geltendorf weist die Feuerwehr unter anderem an, ihr Materiallager bis zum 17. Juli abzubauen und beim Öffnen der Tore immer zwei Sicherheitspersonen vorzuweisen. Das Gewerbeaufsichtsamt hatte das Feuerwehrhaus besichtigt und ähnliche Gefahrenpunkte gesehen, wie einst die Gemeindeunfallversicherung. In der jüngsten Sitzung referierte Geschäftsstellenleiter Florian Hänle nun die ersten Schritte seitens der Verwaltung, um dem abzuhelfen.

Die sogenannte Gefährdungsbeurteilung durch einen Gutachter steht noch aus und soll, wie Hänle dem LT sagte, voraussichtlich am 24. Juli behandelt werden. Dieses spezielle Gutachten hatte die Feuerwehr gefordert. Kommandant Hans Georg Liegsalz will nicht den Kopf hinhalten, sollte etwas passieren. Auch die Gewerbeaufsicht pocht auf diese Gefährdungsbeurteilung.

Wie berichtet ist die Enge in der Gerätehalle problematisch, die Feuerwehrleute ziehen sich direkt neben dem Fahrzeug um. Jetzt gibt es seitens der Gemeinde die Anweisung, dass zuerst das Feuerwehrfahrzeug aus der Halle gefahren wird und sich die Leute dann erst dort umziehen. Um zu verhindern, dass sich ein Brandschützer in den Scharnieren der Tore die Finger quetscht, müssen künftig „jeweils ein Mann im Gebäude und vor dem Gebäude stehen, um dafür Sorge zu tragen, dass kein Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr ... durch entsprechende Schwer- und Quetschstellen verletzt wird“, so die Anweisung seitens der Gemeinde.

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Problematisch aus Sicht der Prüfer ist das selbst konstruierte Materiallager. Denn es hat zwar über Jahre gehalten – aber es fehlt der entsprechende Nachweis. So müssten laut Auffassung der Gewerbeaufsicht die Traglasten überprüft werden. Statt einen Statiker zu beauftragen, weist die Gemeinde die Feuerwehr an, das Lager abzubauen und die Materialien beispielsweise im Feuerwehrstadel in Kaltenberg zu lagern. Möglich wäre auch der Kauf eines Schwerlastlagers durch die Gemeinde.

Beanstandet wurde auch ein Kompressor, der genutzt, aber eigentlich Privatbesitz ist. Er hätte regelmäßig überprüft werden müssen. Mittlerweile hat die Gemeinde jedoch für 1400 Euro einen neuen Kompressor für die Feuerwehr gekauft. Ausgelagert werden müssen auch entflammbare und explosive Materialien wie Diesel oder Benzingemische. Die Gemeinde verweist als Lagermöglichkeit auf den Feuerwehrstadel oder den Bauhof.

Der Feuerwehrstadel kann aber nicht so einfach genutzt werden. „Er gehört dem Feuerwehrverein“, erläutert Liegsalz. Dort seien unter anderem die Utensilien für den Faschingsumzug oder das Dreschfest gelagert. Er müsse erst mit dem Vorstand sprechen und am Montag bei der nächsten Übung auch mit der Mannschaft. Denn Materialien wie Löschmittel in Kaltenberg zu deponieren, verändere die Logistik. Die Einsatzfahrzeuge sind zwar immer komplett gerüstet, wie Liegsalz erläutert, aber nachgerüstet werden müsste dann beispielsweise in Kaltenberg.

Und das Schaumlöschmittel müsse auch frostfrei gelagert werden, so Liegsalz. Bei einem Großeinsatz am Bahnhof oder an einer Tankstelle seien dann die Wege um nachzurüsten länger. Die Idee, zuerst das Fahrzeug aus der Halle zu holen und die Feuerwehrleute sich dann in dem mit Dieselabgasen gefüllten Raum umziehen zu lassen, behagt Liegsalz ebenfalls wenig.

Vielleicht kommt noch mehr

Die noch ausstehende Gefährdungsbeurteilung könnte noch weitere Anordnungen nötig machen, betont die Gemeinde in ihrem Schreiben an die Feuerwehr. „Der Prüfingenieur sagt uns dann, wie wir auszurücken haben, daran müssen wir uns dann halten“, formuliert es der Kommandant.

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