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Landsberg

13.12.2012

Rentner mit Waren für tausende Euro in Verzweiflung getrieben

Der Albtraum für einen Rentner in Landsberg begann mit einer Pizzalieferung.
Bild: AZ-Archiv

Ein Rentner aus Landsberg wunderte sich, als ihm verschiedene Pizzerien Essen lieferten. Seine Klingel stand nicht mehr still. Ein Albtraum begann.

Ein 75 Jahre alter Landsberger Rentner staunte, als Ende Oktober ein Pizza-Lieferservice eine Bestellung für 120 Euro liefern wollte. Er hielt dies zunächst für eine Verwechslung. In den folgenden Tagen stand die Klingel des Landsbergers laut Polizei nicht mehr still. Weitere Pizzaboten verschiedener Pizzerien aus dem Landkreis Landsberg wollten vermeintliche Bestellungen bei dem Rentner anbringen. Dies gipfelte Mitte November in einer Lieferung im Gegenwert von 540 Euro. Der Albtraum ging weiter.

Erste Recherchen hatten ergeben, dass sämtliche Bestellungen über ein Pizza-Online-Portal in Auftrag gegeben wurden. Bei diesem Portal ist es nach Angaben der Polizei möglich über Internet entsprechende Speisen und Getränke online zu bestellen. Das Portal leitet die Bestellung per Fax an die angeschlossenen Pizzerien weiter. Als vermeintlicher Besteller war der 75-jährige Rentner mit seinen Personalien hinterlegt. Ebenso wurde eine Mail-Adresse mit dem Namen des Rentners verwendet.

16 Zeitschriftenabos für mehrere tausend Euro

Wie die Polizei berichtet, erhielt der Landsberger von Online-Versandhäusern Bestellbestätigungen über Waren im Wert von 2500 Euro. Der 75-Jährige hätte einen Kühlschrank, Notebooks und weitere technische Geräte bestellt. Verlagsgruppen bestätigten dem mittlerweile verzweifelten Landsberger 16 verschiedene Zeitschriftenabos für mehrere tausend Euro.

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Insgesamt wurden 33 Bestellungen im Gegenwert von knapp 7000 Euro bei Pizzerien, Versandhäusern und Verlagsgesellschaften im Namen des Rentners in Auftrag gegeben. Zwar ist es nach Angaben der Polizei möglich, im Internet sogenannte „Fake-eMails“ zu erstellen und beliebige Personendaten zu hinterlegen. Anhand des elektronischen Fingerabdruckes, der sogenannten individuellen IP-Adresse zum Zeitpunkt der Bestellung besteht jedoch die Möglichkeit, den Telefonanschluss des Täters auf technischem Wege festzustellen.

34 Jahre alte Frau aus Landsberg geständig

Die Ermittlungen führten dann zu einer 34-jährigen Frau aus Landsberg, von deren Anschluss die Bestellungen getätigt wurden. Vergangene Woche wurde ein Durchsuchungsbeschluss der Staatsanwaltschaft Augsburg vollzogen. Unterstützt wurden die Ermittler der Landsberger Polizei von Spezialisten der Regionalen Beweismittelauswertung der Kripo Fürstenfeldbruck.

Im Rahmen einer ersten Bewertung konnten Bestellungen am Rechner der 34-Jährigen nachvollzogen werden. Laut dem Bericht der Polizei zeigte sich die Frau geständig. Als Motiv werden von der Polizei Nachbarschaftsstreitigkeiten genannt.

Zwar konnten die meisten Bestellungen storniert werden, jedoch blieben die Pizzerien auf einer Schadenssumme in Höhe von circa 1000 Euro sitzen. Gegen die Frau wird wegen Betrugs und Fälschung beweiserheblicher Daten (elektronische Urkundenfälschung) ermittelt. AZ

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