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17.03.2009

Riskante Schachpartie

Dießen/St. Georgen (lt) - Das große Schachbrett am Rand der Bühne spielt eine tragende Rolle: Hier planen "Die acht Frauen" ihre Züge so verzwickt wie die Befindlichkeiten der Protagonisten in der Kriminalfarce von Theaterautor und Schauspieler Robert Thomas (1927-1989), dessen bekanntes Werk die Commedia Diessen am Freitag, 20. März, im Wirtshaus am Kirchsteig in St. Georgen aufführt.

Regisseur Wolfgang Noack setzt in der Spielzeit 2009 allein auf das weibliche Geschlecht: acht Frauen auf der Bühne, ein Mann unsichtbar dahinter. Mehr nicht. "Die acht Frauen" sind eine Herausforderung. Das Publikum, sagt Noack, setze hohe Erwartungen in das Bühnenwerk. Immerhin sei vielen die Kinoversion mit französischer Starbesetzung, darunter Catherine Deneuve und Isabelle Huppert, bekannt. Dass die Commedia von Buch und Film abweicht, ist allen klar, die die Dießener Komödianten kennen. "Wir haben kräftig verändert und auch an den Pointen gedreht", verrät der Spielleiter.

In der Geschichte menschelt es stark. Wie es halt oft ist zu Weihnachten, wenn sich die Familie einfindet: Susanne kommt vom Studium nach Hause. Sie trifft auf ihre Mutter Gaby, auf ihre Schwester Catherine, Tante Augustine, die Großmutter, die Köchin Chanel, das neue Mädchen Louise und auf Pierette, die ungeliebte Schwester des Vaters. Wer nicht dabei ist in der Acht-Frauen-Runde? Susannes Vater Marcel. Plötzlich gellt ein Schrei durchs Haus - er liegt tot im Bett.

Der Versuch, die Polizei zu rufen, scheitert. Es gibt kein Entrinnen und die acht Frauen sind darauf angewiesen, den Mörder selbst zu finden. Natürlich haben alle acht ein Motiv, natürlich hatten alle die Gelegenheit zur Tat, und natürlich haben alle etwas zu verheimlichen.

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Es dauert zwei Stunden und 15 Minuten, bis sich der gordische Knoten löst. "Sie erzählen wunderbar", schwärmt der Regisseur während der letzten Proben und meint den Schwierigkeitsgrad des Stückes, der den Darstellerinnen große Sensibilität für ihre Rollen abringt. Diesmal steht tatsächlich die hochkarätige Sprechkunst im Vordergrund - ohne Musik, Tanz, Glamour - und das Publikum muss hinhören auf die Feinheiten und die Spannungen, die eine hintersinnige Psychologie aufbaut. "Würden alle Frauen ihre Geliebten umbringen, gäbe es keine Männer mehr, weil die Geliebten zugleich Ehemänner sind", wäscht sich zum Beispiel die Geliebte Marcels rein während des innerfamiliären Verhörs. "Der Mörder spielt uns aus und wir machen bereitwillig mit", kapituliert Tante Augustine, während Catherine über dem Schachbrett brütet: "…er kämpft und kämpft, am Ende sind acht Frauen stärker als er?"

Der Ausgang ist bis zum letzten Augenblick offen. Wer wissen möchte, was mit dem unsichtbaren Marcel passiert, reserviert sich einen Platz: Premiere ist am Freitag, 20. März. Gespielt wird am Samstag, 21. März, Freitag und Samstag 27./28. März sowie am Freitag und Samstag, 3./4. April, Beginn 19.30 Uhr im Wirtshaus am Kirchsteig.

Kartenvorverkauf bei Farben Feistl in der Prinz-Ludwig-Straße in Dießen.

Weitere Informationen auch auf

www.commedia-diessen.de.

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