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09.07.2010

Ritter und Könige schwitzen für Glanz und Gloria

Kaltenberg Seit vielen Jahren stellte sich erstmals zum Auftakt des Kaltenberger Ritterturniers (noch bis 25. Juli) gestern Abend zumindest eine Frage nicht - die nach dem Wetter. Hochsommerliche Temperaturen lockten die Mittelalterfans aus allen Teilen der Republik auf das Gelände rund um das Schloss Kaltenberg und sorgten so für einen Rahmen zur Premiere des ersten Teils der Artus-Trilogie "Der Kampf um das Königreich".

VOn Dieter Schöndorfer

Und der Schweiß floss in Strömen, nicht nur bei den Besuchern, sondern schon in den Tagen zuvor vor allem bei den Akteuren in der Arena, die noch am Donnerstagabend den letzten Härtetest bei der Generalprobe "durchleiden" mussten. Während sich das Fußvolk immer wieder im Schatten der Tribünen ausruhen konnte, die Mitarbeiter im T-Shirt "Arbeitserleichterung" gewährt bekamen, mussten König Artus, Lancelot, Mordred und all die anderen edlen Ritter in ihren zwar farbenprächtigen, aber durchaus warmen Gewändern und Rüstungen kämpfen, reiten, rennen, klettern und stürzen - aber das brachten sie mit der ihnen eigenen Professionalität über die Bühne, die in diesem Jahr die Tafelrunde König Artus' sein wird. Dies hat natürlich auch zum Vorteil, dass auch die ersten unteren Reihen der Besucherränge das Geschehen noch besser verfolgen können. Mehr höfischen Glanz und Gloria hatte sich ja Prinzessin Beatrix von Bayern und ihr Mann und Mitgeschäftsführer der Ritterturnier Veranstaltungs GmbH, Luitpold Prinz von Bayern, gewünscht, und beides zog einmal in Form von farbenprächtigen Gewändern (entworfen und gefertigt von Ruth Hecking, Landsberg) und der Geschichte um Liebe, Intrige und Happy End in Kaltenberg ein.

Doch auch die Mystik der vergangenen Jahre ist nach wie vor zu jeder Zeit und an jedem Ort zu verspüren. Die Zauberin Morgana (in einem sagenhaften Lederkleid, gefertigt von Lova Rimini, Fuchstal) nimmt Rache an König Artus, der ihre Liebe verschmäht, und beeinflusst das Geschehen auf ihre Weise.

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Mehr als nur einige Stände und ein paar Gaukeleien

Die Geschichte und das Turnier, das ist die eine Seite des Kaltenberger Mittelalters. Die andere, nicht weniger sehens- und erlebenswerte ist der Mittelaltermarkt, der längst mehr ist als nur einige Verkaufsstände und ein paar Gaukeleien. Auf dem 140 000 Quadratmeter großen Gelände zu Füßen von Schloss Kaltenberg, von denen rund 95 000 Quadratmeter für die Besucher zugänglich sind, ist in über drei Jahrzehnten das Mittelalter selbst wieder auferstanden, ist eine mittelalterliche Stadt gewachsen.

Was Kaltenberg so einzigartig macht? Es wird auf Authentizität und Qualität des An- und Dargebotenen geachtet. Und diesen Anspruch verkörpert Prinz Luitpold höchstpersönlich. "Wir wollen und müssen diesen Anspruch haben und halten, wenn nicht sogar weiter erhöhen." Kein elektrischer Strom, wo nicht zwingend nötig oder vorgeschrieben, möglichst originale Produkte, Materialien oder Zutaten. Um den derzeitigen Standard erreichen zu können, war ein jahrzehntelanger Prozess notwendig und eine permanente Überprüfung der Teilnehmer. Wer nicht mitzieht, ist im darauf folgenden Jahr nicht mehr dabei. Auf diese Weise sorgt Prinz Luitpold auch für die Motivation, den eigenen Stand, das eigene Produkt, die eigene Performance von Jahr zu Jahr weiterzuentwickeln. Das Ergebnis ist seit gestern bis zum 25. Juli jeweils von Freitag bis Sonntag - mit Gauklernacht am Donnerstag, 22. Juli - beim Kaltenberger Ritterturnier zu bewundern und vor allem mitzuerleben.

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