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Kaufering

25.06.2020

Rosina Heinle weiß, wie das Obst in die Flasche kommt

Rosina Heinle kam durch eine Bekannte vor über 30 Jahren auf die Idee, aus den Gartenfrüchten auch Liköre herzustellen. Diese sind auch gern gesehene Geschenke.
Bild: Julian Leitenstorfer

Plus Bei Rosina Heinle aus Kaufering gibt es nicht nur Marmelade und Kompott. Die Früchte und Kräuter aus ihrem Garten verarbeitet sie zu Likören. Eine Bekannte gab ihr diesen Tipp.

Im Landkreis bekannt ist die Kauferingerin Rosina Heinle vor allem wegen ihrer langjährigen Arbeit in der Kommunalpolitik. 24 Jahre lang war sie im Kreistag tätig, seit 36 Jahren ist sie Mitglied im Gemeinderat Kaufering. Nebenbei beschäftigt sie sich am liebsten mit ihrem Garten und ihrer Küche, in der sie unter anderem eine Vielfalt an Likören herstellt. „Der Garten ist das größte Hobby, das ich habe“, erzählt die 74-Jährige, „und ohne ihn hätte ich auch keine Ernte zu verarbeiten.“

„Auf den Likör gekommen“ ist Heinle durch eine Bekannte. Die damals 90-Jährige erzählte Heinle vor etwa 35 Jahren, dass das Geheimnis für ihre Langlebigkeit der Holunderlikör sei. Sie stelle ihn selbst aus den dunkellila Früchten her und trinke ihn jeden Tag. Wer sich jetzt Hoffnungen auf lange Jahre in ständigem Rausch macht, wird allerdings enttäuscht. „Zua vui darfst a ned trinka“, zitiert Heinle ihre Bekannte lachend. „Nur jeden Tag ein bisschen was.“

Immer wieder mal was Neues

Seitdem probiert Heinle gerne immer wieder neue Rezepte aus. Ein dicker Ordner vereint alle Likörkreationen, die sie über die Jahre gesammelt hat, und wächst stetig weiter. „Man kann nicht nur auf Altem sitzen bleiben, sondern muss auch mal was Neues ausprobieren“, sagt sie. Für einige Kreationen wurde lange experimentiert, bis sie das perfekte Rezept gefunden hatte, so auch beim Holunderlikör. Dieser ist der erste, den sie je hergestellt hat, gleichzeitig bleibt er bis heute ihr Favorit.

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Ihr Lieblingsrezept ist übrigens der „Holunder-Minze-Likör“ aus dem Rezeptmagazin „Zuckerguss“ der Augsburger Allgemeine. Für den Holunderlikör wird zuerst ein Sud mit frischer Minze und Honig angesetzt. Diesem wird Kandiszucker, brauner Zucker, Zitronensaft, Wodka und ebenfalls selbst gemachter Holundersaft zugefügt. Zum Schluss wird alles kaltgestellt.

Die Früchte werden angesetzt

Die meisten von Heinles Spezialitäten sind allerdings sogenannte Ansatzliköre. Hierbei werden die Früchte oder Kräuter, zusammen mit Zucker, mehrere Wochen in hochprozentigem Alkohol wie Wodka, Rum oder Korn angesetzt.

Schlehe, Zwetschge und Birnenquitte werden ebenfalls auf diese Weise zu Likör verarbeitet, und waren im vergangenen Jahr die ertragreichsten Früchte in Heinles Garten. „Ich hatte so viele Quitten, dass ich sie schon gar nicht mehr verarbeiten wollte, bestimmt über 50 Kilo“, sagt Heinle mit einem Lachen. Geerntet wurde natürlich trotzdem alles. Was nicht gleich verarbeitet wird, könne man auch einfrieren. In diesem Jahr erwartet die Hobbyköchin ohnehin keine so reiche Ernte, die Bäume und Sträucher tragen weniger Blüten als im vergangenen Jahr.

Schlehe ist nicht jedermanns Geschmack

Zu Heinles Lieblingen gehört auch würzig-frischer Pfefferminzlikör, der gut für den Magen sein soll, für die Leber empfiehlt sie Schlehe. Die blauen Beeren enthalten viele Bitterstoffe, deshalb sei der Schlehenlikör weniger beliebt oder zumindest „nicht für jeden etwas“, sagt die Likörexpertin. Getestet werden ihre verschiedenen Likörsorten immer wieder von Freunden, die Heinle zu Verkostungsabenden einlädt. Für ein neues Rezept hat sie einen Aronia-Strauch gepflanzt, dieser trägt allerdings noch keine Früchte.

Heinle stellt neben den Likören auch viele andere Produkte her. Auch die verschiedenen Apfel- und Birnensorten, die in ihrem Garten wachsen, werden verarbeitet. Zum Herstellen von Saft eignen sich besonders die Früchte der Flaschenbirne, der Jakob-Fischer-Apfel mache sich prima als Apfelmus. Aus Rhabarber, Heidelbeeren, Holunderblüten sowie Roter und Schwarzer Johannisbeere werden Sirup gemacht.

Und auch als Geschenk kommen ihre selbst gemachten Produkte immer gut an. „Man weiß ja oft gar nicht mehr, was man schenken soll, und über so einen selbst hergestellten Likör freut sich jeder“, erzählt Heinle.

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