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Utting

28.03.2020

Roswitha Wolf hat ein offenes Ohr für Sorgen und Nöte

Roswitha Wolf aus Utting ist die Stille Heldin im Monat März.
Bild: Julian Leitenstorfer

Plus Roswitha Wolf aus Utting ist die Stille Heldin des Monats März. In verschiedenen Bereichen bringt sie Menschen zusammen. Warum dafür Geduld so wichtig ist.

Einen Termin mit der Stillen Heldin Roswitha Wolf aus Utting zu vereinbaren, ist gar nicht so einfach. Da sind zum Beispiel der Männerstammtisch „Alte Uttinger“ sowie der gemeinsame Mittagstisch, beides im Bürgertreff 17&Wir, an deren Organisation sich Wolf beteiligt. Und so ganz glücklich ist die 65-Jährige auch nicht damit, nun so im Rampenlicht zu stehen – es liegt Nervosität in der Luft, die sich bei einer Tasse Kaffee aber schnell legt. Und dann erzählt sie von einsamen Senioren, ihrem Glauben und von ihrer Kartoffelsuppe.

Die Rentnerin mit der sanften Stimme hat ein mütterliches und fürsorgliches Wesen, nicht nur im Ehrenamt: Wer zu Besuch kommt, wird mit Kuchen und belegten Semmeln bewirtet. So entsteht schnell Gemeinsamkeit – und darum geht es auch bei Roswitha Wolf: Sie ist eine, die Gruppen vernetzen kann, Leute zusammenbringt und auf sanfte, unaufdringliche Art berät, informiert und so Hilfe leistet.

„Es geht nicht darum, in der Kirche zu sitzen“

16 Jahre lang war Wolf Mitglied im Pfarrgemeinderat der Pfarreiengemeinschaft Utting-Schondorf. Gottes Segen jeden Tag sichtbar machen, lautet ihr Motto: „Es geht nicht nur darum, in der Kirche zu sitzen und sich dort Kraft zu holen, diese soll auch nach außen getragen werden. Man muss schauen, was im Ort gebraucht wird.“ Ist jemand krank oder kommt plötzlich nicht mehr zu Treffen, kommt Wolf zu Besuch oder fragt nach, wie es geht und ob Hilfe benötigt wird. Ob Geburtstagsjubiläen, Geburten oder Neubürger – es gibt immer einen Anlass, Kontakt zu knüpfen.

Roswitha Wolf hat ein offenes Ohr für Sorgen und Nöte

In Gesprächen fällt Wolf oft Hilfebedarf auf, beispielsweise sind Angehörige von Senioren unsicher bei der Festlegung der Pflegestufe, Senioren leiden unter Einsamkeit oder einer finanziellen Notsituation. Es gibt viele Hilfen, doch sind diese oft nicht bekannt, und so braucht es Engagierte wie Wolf, die Bedarf und Angebot – vieles leistet in Utting der Verein Füreinander – zusammen-bringt. „Ich musste Geduld lernen, man darf die Menschen nicht überrumpeln“, berichtet sie, denn zuerst gilt es, zuzuhören und Vertrauen aufzubauen. Dass der Verein im Ort so viel Akzeptanz erfährt, hat auch mit Ehrenamtlichen wie Roswitha Wolf zu tun, weiß Andrea Birner, die im Verein als gerontopsychiatrische Fachkraft auch zuständig ist für die Senioren- und Angehörigenberatung und Wolf als Stille Heldin vorgeschlagen hat.

Es gibt versteckte Armut auf den Dörfern

25 Jahre hat Roswitha Wolf die Caritas-Haussammlung organisiert. 2018 war Schluss, weil sich nicht mehr genügend Sammler gefunden haben. Die Sammlung war Wolf wichtig, weil ein Drittel der Spenden der Uttinger Kirche blieben und so unbürokratisch und direkt finanziell geholfen werden konnte, zum Beispiel mit Zuzahlungen zu wichtigen Medikamenten. „Wir sollten nicht vergessen, auch auf unseren Dörfern gibt es versteckte Armut“, sagt Wolf. Auch Krankengottesdienste hat Wolf organisiert und ein Auto, sodass die Kranken abgeholt werden konnten. Äußerten Kranke in der Herrschinger Klinik den Wunsch nach Besuch aus der Heimatpfarrei, so machte sich Roswitha Wolf auf den Weg und hatte ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte. Sehr beliebt sind nach wie vor die von ihr organisierten Wallfahrten.

Ihre Kochkünste hat sie oft eingebracht

Bei all ihren „Ämtern“ schafft die gläubige Christin eine Plattform für Begegnung und bringt Menschen aus verschiedenen Gruppierungen, wie Kirche und Verein Füreinander, zusammen. „So kann zum Wohle aller etwas entstehen“, sagt Wolf, die keine Scheu davor hat, Leute anzusprechen. „Die Menschen wollen persönlich eingeladen werden, Flyer auszulegen bringt nicht viel“, weiß sie aus Erfahrung. Auch ihre Kochkünste hat sie oft eingebracht beim Kochen in der Pfarrheimküche, sei es mit Kartoffelsuppe beim Missions- oder Eintopf beim Fastenessen.

Wichtig ist Roswitha Wolf, dass es sich bei ihrem Tun nicht um Mildtätigkeit handelt. „Wir Menschen begegnen uns auf Augenhöhe. Es ist ein Geben und Bekommen.“ Oft fühle sie sich nach Treffen, beispielsweise beim Männerstammtisch, noch Tage danach bereichert.

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