1. Startseite
  2. Lokales (Landsberg)
  3. Sängerkehl’ vom verlorenen Bach erklingt seit 1931

Jubiläum

12.05.2011

Sängerkehl’ vom verlorenen Bach erklingt seit 1931

Copy of leit063.tif
2 Bilder
So sieht der „Vox Villae Liederkranz Weil“ mit Chorleiter Dr. Karl Heinz Moser im Jubiläumsjahr 2011 aus. Morgen findet das Jubiläumskonzert statt.
Bild: Foto: Franz Dilger

„Vox Villae Liederkranz Weil“ feiert am Wochenende sein 80-jähriges Bestehen

Weil Ob die Römer bereits chorisch gesungen haben, ist nicht überliefert. Und neben der bis ins Jahr 912 zurückreichenden und belegten Ortshistorie der Siedlung „Wila“ am Verlorenen Bach zeigt sich das 80-jährige Bestehen des Gesangvereins „Vox Villae Liederkranz Weil “ zwar bescheiden, ist für einen Chor aber doch ein stolzes Jubiläum.

Sangesfreudige Männer gab es in Weil seit jeher. Anfangs sangen sie noch im benachbarten Untermühlhausen. Doch der Wunsch, auch in Weil einen Gesangverein aus der Taufe zu heben, wurde stärker. 26 Sänger gründeten unter der Leitung des damaligen Ortslehrers und Organisten Simon Aneser 1931 den Männerchor „Liederkranz“ Weil. Willkommen war dieser Chor im Dorf auch deshalb, weil es bis dahin keinen Kirchenchor gab, und die Feiertagsgottesdienste und Hochämter gesanglich umrahmt wurden. „Am verlorenen Bach erklinget hell, ein Lied aus deutscher Sängerkehl’“ – dieser Wahlspruch begleitete die singenden Herren. 1936 feierte man die Fahnenweihe, zu deren Anlass der Männerchor „Frisch auf“ Untermühlhausen die Patenschaft übernahm. Diese Verbindung hält bis heute an. Mitte der 30er-Jahre übernahm Josef Hofmann, Spenglermeister und Organist, den Chor. Er stand bis zu seinem 90. Lebensjahr 1968 am Dirigentenpult. Über die Kriegsjahre kam das Vereinsleben nahezu zum Erliegen und bekam erst Mitte der 50er-Jahre neuen Schwung. Neben dem Singen wurde damals auch sehr intensiv das Theaterspiel gepflegt.

Wie so vielen anderen Männerchören fehlte auch in Weil männlicher Nachwuchs. Ende der 60er-Jahre drohte der Chor auseinanderzubrechen. Der damalige Vorsitzende Johann Winterholler und Chorleiter Albert Wunder wandelten den Männerchor 1969 in einen gemischten Chor. Aus den Nachbargemeinden Geretshausen und Petzenhausen gewann man junge Sängerinnen und Sänger und konnte alle Stimmen mit drei bis vier Protagonisten gut besetzen. Über dem Feuerwehrgerätehaus wurde ein Probenraum eingerichtet. 1971 fand der Chor für über zehn Jahre im Clubheim des FC Weil eine neue Heimat, seither probt man in der Aula der Grund- und Mittelschule.

ecsImgBannerWhatsApp250x370@2x-5735210184021358959.jpg

Seit 2005 anderes Repertoire

Als Wunder und Winterholler Verantwortung übernahmen, nahm der Chorgesang in Weil eine erfreuliche Entwicklung. Öffentliche Chorauftritte im weltlichen und kirchlichen Jahr wechseln mit gesellschaftlichen Veranstaltungen. So wagt man sich in Zusammenarbeit mit Alfons Schmidt und dem Kammerchor auch an größere Werke für Chor und Orchester. Neue Freude und Begeisterung wurden geweckt, als 2005 Dr. Karl Heinz Moser neuer Chorleiter wurde. Unter seiner Regie wurden die Probenarbeit intensiviert, gezielte Stimmbildung betrieben und gemeinsame Chorwochenenden veranstaltet. Das Repertoire änderte sich deutlich. Schwierigere Sätze wie Motetten und Volkslieder bekannter Komponisten von der Renaissance bis zur Moderne forderten den Chor, brachten ihn aber klanglich voran und verbesserten die Intonation. Auch im neuen Namen, „Vox Villae Liederkranz Weil“, zeigt sich der neuerliche Entwicklungsprozess, ohne dass man die Vergangenheit leugnet. Mit der deutschen Erstaufführung des Schöpfungsberichtes von Franz Koringer und der erfolgreichen Teilnahme am Bayerischen Chorwettbewerb kommt die neue Leistungsfähigkeit des aufstrebenden Chores „Vox Villae Liederkranz Weil“ zum Ausdruck. Inzwischen zählt das Ensemble über 40 Sängerinnen und Sänger.

Für das Jubiläumsjahr hat sich „Vox Villae“ mit der Aufführung des Oratoriums „Im Anfang war das Wort“ von Lorenz Maierhofer und der Teilnahme an den Bayerischen Chortagen in Landshut neue Herausforderungen gestellt. So mag „Die Stimme Weils“ als Kulturträger auch zukünftig bei vielen Konzerten zur Freude des Publikums und der Sänger erklingen.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren